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IWF rechnet mit Jahrhundert-Rezession

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Prognose für globale Wirtschaft - IWF rechnet mit Jahrhundert-Rezession

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Der Internationale Währungsfonds rechnet wegen der Corona-Pandemie mit einem drastischen Einbruch der Weltwirtschaft. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Archiv: Ein Containerschiff wird im Hamburger Hafen abgefertigt.
Archiv: Ein Containerschiff wird im Hamburger Hafen abgefertigt.
Quelle: DPA

Wie sieht die Prognose des IWF für die Weltwirtschaft aus?

Der IWF rechnet mit dem heftigsten Wirtschaftseinbruch seit der Großen Depression in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Um drei Prozent wird die Weltwirtschaft schrumpfen, so die Prognose.

In der Eurozone wird es demnach um 7,5 Prozent abwärts gehen, in Deutschland um sieben Prozent. Im Januar hatte der IWF für 2020 noch ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent vorausgesagt.

Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpft. Sie erwarten aber eine kräftige Erholung der Wirtschaft im nächsten Jahr.

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Welche Konsequenzen drohen?

Der scharfe Einbruch führt schon jetzt zu hoher Arbeitslosigkeit. Die dürfte sich im Fortgang der Krise erhöhen. Zudem werden explodierende Staatsschulden vielerorts zu Problemen führen.

Die Ökonomen des IWF meinen aber, dass es nach der Krise "Aufholeffekte" gibt. So soll das globale Wachstum 2021 bei fast sechs Prozent liegen. Dazu müsste die Pandemie 2020 aber weitgehend unter Kontrolle kommen.

Was bedeutet die neue Prognose für die Exportwirtschaft Deutschland?

Die stockende Nachfrage trifft die Exportwirtschaft bereits hart. So rechnet beispielsweise der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen damit, dass China als wichtigster Absatzmarkt deutscher Autobauer erst 2025 Vorkrisenniveau erreicht.

Wie stark die deutsche Exportbranche leiden wird, hängt von der Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Erholung weltweit ab. Prognosen sind angesichts der grassierenden Pandemie noch extrem unsicher.

"Die Wirtschaft bricht massiv ein" - Frankreich verlängert die Ausgangsbeschränkungen, in Italien geht es darum, wie der Kampf gegen die Pandemie finanziert werden soll. Einschätzungen der ZDF-Korrespondenten aus Paris und Rom.

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Welche Schuldenerleichterungen gibt es?

Der IWF hat Erleichterungen für 25 Staaten angekündigt.

Dies gewährt unseren ärmsten und schutzbedürftigsten Mitgliedern Zuschüsse zur Deckung ihrer IWF-Schuldenverpflichtungen und wird ihnen helfen, mehr ihrer knappen finanziellen Ressourcen für lebenswichtige medizinische und andere Hilfsmaßnahmen zu verwenden
IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva

Die sofortigen Schuldenerleichterungen haben die Form von Notkrediten für zunächst sechs Monate. Es handelt sich also nicht um einen Schuldenerlass.

Wird diese Maßnahme ausreichen?

Wahrscheinlich nicht. Derzeit hat der Katastrophen-Beistandsfonds (CCRT), aus dem die Gelder stammen, ein Volumen von 500 Millionen Dollar. Georgieva warb für eine Aufstockung des Betrags auf 1,4 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Durch den vom Bundestag verabschiedeten Corona-Rettungsschirm sollen allein 55 Milliarden Euro in das deutsche Gesundheitssystem fließen. Allerdings hat der IWF im Zuge der Krise auch das Volumen für sonstige Notfallkredite von 50 auf 100 Milliarden Dollar erhöht. Insgesamt will und kann der IWF Mittel in Höhe von 1.000 Milliarden Dollar durch und für seine Mitgliedsländer mobilisieren.

Welche Funktion hat der IWF?

Der IWF hat die Aufgabe, Staaten in finanzieller oder ökonomischer Schieflage Kredite zu geben. Er soll zudem internationalen Handel, Finanzstabilität und die Zusammenarbeit in der Währungspolitik fördern.

Seine Kredite sind an wirtschaftspolitische Auflagen gebunden. Diese "Strukturanpassungsprogramme" sehen oft die Privatisierung von staatlichem Eigentum und die Kürzung von Sozialausgaben vor. Deswegen wird der IWF von vielen Seiten auch kritisiert.

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