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Verbraucher langen bei Obst und Seife zu

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Konsumverhalten in Corona-Zeiten - Verbraucher langen bei Obst und Seife zu

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Zu Beginn der Corona-Krise waren viele Regale in den Supermärkten leer - Nudeln, Reis und Klopapier heiß begehrt. Jetzt scheint sich das Einkaufsverhalten zu ändern.

Einkaufen unter Coronabedingungen
Das Verhalten der Verbraucher ändert sich im Laufe der Corona-Krise.
Quelle: dpa


Nach Hamsterkäufen in den ersten Wochen der Corona-Pandemie scheint sich das Kaufverhalten der Verbraucher zu ändern. Das legt zumindest eine eingeschränkt repräsentative Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes nahe.

Bedarf an Klopapier, Nudeln und Reis sinkt

So lag beispielsweise der Absatz von Toilettenpapier in der Woche nach Ostern (13. bis 19. April) wie schon in der Vorwoche fast zwei Drittel unter dem Durchschnittswert der Monate August 2019 bis Januar 2020.

Ein fast leeres Regal ist in einem Supermarkt in Berlin-Wilmersdorf am 14.03.2020.
Eine Zeitlang das normale Bild in Supermärkten: Leere Regale
Quelle: dpa

Auch bei anderen Produkten wie Teigwaren, Reis und passierten Tomaten, mit denen sich die Verbraucher zuvor in großem Stil eingedeckt hatten, sank der Absatz. Als Gründe vermuteten die Statistiker kurzzeitige Engpässe beim Angebot sowie eine Sättigung des Bedarfs.

Marktforscher: Verbraucher haben Vorräte angelegt

Eine ähnliche Entwicklung stellen auch Marktforscher fest. In den vergangenen Wochen legten sich mehr als ein Drittel der Verbraucher Vorräte an, sagte Jens Ohlig vom Markforschungsunternehmen Nielsen der Deutschen Presse-Agentur:

Aktuell beobachten wir jedoch, dass sich die Einkäufe ... langsam wieder in Richtung Normalbereich bewegen.
Jens Ohlig, Markforschungsunternehmen Nielsen

Das liegt nach seiner Einschätzung auch daran, dass sich die Verbraucher mit bestimmten Produkten für längere Zeit eingedeckt haben. "So beobachten wir etwa bei Toilettenpapier oder Suppen im Vorjahresvergleich bereits einen Rückgang", sagte Ohlig. Das Marktforschungsunternehmen wertet die Absatzentwicklung bestimmter Produkte im Lebensmittelhandel und bei Drogerien im Vergleich zur Vorjahreswoche aus.

Ein Mann trägt Toilettenpapier-Packungen. Symbolbild
Solche Bilder sieht man kaum noch: Die Vorratskammern sind gefüllt.
Quelle: Rene Traut/dpa

Desinfektionsmittel und Seife gefragt

Vor Ostern (6. bis 12. April) deckten sich die Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit Bier (plus 26 Prozent) oder Wein (plus 3 Prozent) ein. In den Wochen davor und danach war die Nachfrage nach Alkohol dagegen eher unterdurchschnittlich. Auch der Absatz von Kondomen war vor den Feiertagen vergleichsweise hoch (plus 6 Prozent). Besonders begehrt waren sie den Angaben zufolge aber vom 12. bis 22. März (plus 56 Prozent).

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Überdurchschnittlich groß ist weiterhin die Nachfrage nach Seife und Desinfektionsmitteln, auch wenn die Verkaufszahlen nicht mehr so hoch wie im März seien. In der Woche nach Ostern lag der Absatz von Desinfektionsmitteln um 71 Prozent über dem Durchschnitt der sechs Monate von August 2019 bis Januar 2020. Bei Seife waren es 10 Prozent mehr.

Zugleich ist in der Krise die Nachfrage nach Obst und Gemüse gestiegen. Nach Angaben der Statistiker lagen die Absatzzahlen von Obst zuletzt weiterhin um vier Prozent und von Gemüse um zehn Prozent über dem Sechs-Monats-Durchschnitt.

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