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Warum trotz vieler Aufträge Stille herrscht

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Ein Unternehmer erzählt - Warum trotz vieler Aufträge Stille herrscht

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Büro-Ausstatter Bernd Auffermann hat volle Auftragsbücher. Aber wegen des Coronavirus kann er nicht liefern. Nun hat Auffermann Kurzarbeit angemeldet, erzählt er im Interview.

Büroausstattung der Auffermann GmbH
Büro-Ausstattung: Volle Auftragsbücher - aber keine Auslieferung möglich.
Quelle: auffermann-gmbh.de

ZDFheute: Wie würden Sie Ihr Unternehmen in wenigen Sätzen beschreiben?

Bernd Auffermann: Familienbetrieb, 1983 vom Vater gegründet. Ursprünglich ein lokaler Büromöbelausstatter in Dortmund, mittlerweile deutschlandweit agierender Full-Service-Dienstleister - also die komplette Planung von Büros mit 3-D-Visualisierungen bis zum Umzugsmanagement für Unternehmen mit mehreren hundert Arbeitsplätzen.

ZDFheute: Hört sich nach einer Menge Kundenkontakt an…

Auffermann: Natürlich. Unser Geschäft lebt vom persönlichen Kontakt. Beim Aufmaß beim Kunden, beim Beratungsgespräch, beim Aufbau neuer Büros. Wir sehen täglich eine Menge alte Bekannte und neue Kunden. Also eigentlich - gerade allerdings kaum noch.

ZDFheute: Was ist anders?

Auffermann: Nach Freitag dem 13. war alles anders. Mit den Schulschließungen kamen die Terminabsagen. Die Auftragsbücher sind voll, unser Lager auch.

Aber wir kriegen das jetzt nicht abgewickelt - und neue Aufträge oder persönliche Beratungen sind derzeit nicht möglich.

ZDFheute: Warum sagen viele Kunden jetzt Termine ab?

Auffermann: Ein Beispiel: Büros sind heute nicht nur Schreibtische und Stühle. Da hängt immer auch eine umfassende IT dran. Aber wenn die IT-Abteilung des Kunden nicht herauskommen darf, sind auch keine größeren Umbauten und erst recht keine Umzüge möglich.

Deshalb erleben wir gerade eine größere Zwangspause. Und dann geht es eben noch darum, persönliche Kontakte so weit wie möglich einzuschränken.

ZDFheute: Wie gehen Sie und Ihre Mitarbeiter damit um?

Auffermann: Unsere sieben Mitarbeiter bewegen sich maximal noch in Zweier-Teams, um kleinere Aufträge zu erledigen. Ansonsten ist jeder aus unserem Betrieb bei sich zu Hause. Sicher ist sicher.

Mein Bruder Jörg, wir leiten gemeinsam das Unternehmen, und ich sind im Homeoffice. Alle ein, zwei Tage kommen wir kurz im Betrieb zusammen und winken uns auf ein paar Meter Entfernung zu und besprechen drängende Themen. Aber zu 75 Prozent herrscht Stillstand.

ZDFheute: Mit welchen Konsequenzen?

Auffermann: Zur Überbrückung haben wir letzte Woche die Anträge auf Kurzarbeit eingereicht. Das ist Unternehmerpflicht, um die Existenz der Mitarbeiter zu sichern. Darüber musste sich bei uns im Betrieb ja nie jemand Gedanken machen, aber unser Steuerberater und auch die ARGE haben uns da wirklich hervorragend unterstützt.

Um Betriebe vor den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zu schützen, hat das Bundeskabinett umfangreiche Rettungspakete beschlossen. Viele Unternehmen sind dringend darauf angewiesen.

Beitragslänge:
1 min
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ZDFheute: Wie ist die Stimmung im Betrieb - und welche Perspektiven sehen Sie aktuell?

Auffermann: Natürlich kann hier keiner im Moment noch so richtig abschätzen, was das in letzter Konsequenz bedeuten wird. Aktuell überwiegt bei uns noch die Zuversicht. Auf der anderen Seite sehe ich aber schon, wie auch Unternehmer aus meinem Umfeld leiden. Gastronomie, Dienstleistungen: Da geht gerade überhaupt nichts.

ZDFheute: Können Sie der Krise auch etwas Positives abgewinnen?

Auffermann: Aus unternehmerischer Sicht ist das eine Vollkatastrophe. Erfreuliches sehe ich allerdings im Umgang miteinander - zum Beispiel ein ganz neues Bewusstsein bei der Nachbarschaftshilfe.

Im Privaten erlebe ich gerade eine Menge Improvisation. Wir waren jetzt am Wochenende, so wie wir es regelmäßig eigentlich mit Familie und Freunden machen, gemeinsam essen - allerdings jeder bei sich zu Hause und über Videokonferenz zusammengeschaltet.

So kann man natürlich eine Zeit lang auch auf Distanz zusammenrücken. Aber mit all den Sachen, die ich jetzt über Entschleunigung und so lese, kann ich als Unternehmer mit Verantwortung für Mitarbeiter nicht viel anfangen.

Das Interview führte Christian Thomann-Busse.

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