ZDFheute

Volkswirte sehen Aufschwung in Gefahr

Sie sind hier:

Sorge vor zweiter Pandemie-Welle - Volkswirte sehen Aufschwung in Gefahr

Datum:

Angesichts des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen fürchten Ökonomen, die Arbeitslosigkeit könnte stagnieren oder gar zunehmen. Die kommenden Monate - eine Belastungsprobe.

Menschenleere Einkaufspassage
Ökonomen sehen Beschäftigungsrisiken - besonders in kundennahen Wirtschaftsbereichen.
Quelle: dpa

Angesichts rasant steigender Corona-Neuinfektionen in Deutschland wächst unter Volkswirten die Sorge vor den möglichen ökonomischen Folgen einer zweiten Pandemie-Welle.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstagmorgen 14.714 neue Corona-Infektionen gemeldet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Der konjunkturelle Aufschwung dürfte bis zum Frühjahr weitgehend zum Erliegen kommen.
Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen KfW-Bankengruppe

"Dadurch dürfte auch die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten stagnieren oder - wenn es schlecht läuft - deutlich zunehmen."

Die deutsche Wirtschaft wird voraussichtlich erst Ende 2021 ihr Vorkrisenniveau erreichen. Der Einbruch aus dem Frühjahr sei zwar aufgeholt, dennoch erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute einen starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nannte die Infektionslage "dramatisch", warnte jedoch erneut vor einem Herunterfahren der Wirtschaft. Der Funke-Mediengruppe sagte der CDU-Politiker:

Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben, und ich halte ihn auch nicht für erforderlich.
Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister (CDU)

Kundennahe Wirtschaftsbereiche besonders gefährdet

Finanzminister Olaf Scholz hält Deutschland für finanziell gut gerüstet. "Die Corona-Pandemie ist längst noch nicht besiegt, und wie erwartet verzeichnen wir jetzt im Herbst deutlich steigende Infektionszahlen", sagte der SPD-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Die Lage ist ernst, und wir nehmen sie ernst."

Aus Sicht von KfW-Chefvolkswirtin Köhler-Geib bleiben die Beschäftigungsrisiken gerade in kundennahen Wirtschaftsbereichen hoch. Besonders für das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Teile des Einzelhandels und der Kulturwirtschaft würden die Herbst- und Wintermonate noch einmal zur Belastungsprobe.

Altmaier relativiert optimistische Wachstumsprognose für 2021

Altmaier betonte, "die positiven Konjunkturannahmen, die wir für das Jahr 2021 gemacht haben - also ein substanzielles Wachstum in der Größenordnung von mindestens vier Prozent - stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es uns gelingt, die hohen Infektionszahlen wieder zu senken".

Für 2020 indes könne man davon ausgehen, dass die Entwicklung weitgehend so eintrete, wie sie prognostiziert worden sei. Für das kommende Jahr hatte die Bundesregierung ein Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent vorausgesagt, für das laufende einen Konjunktureinbruch von 5,8 Prozent.

Archiv: Eine Frau arbeitet am 26.07.2020 in ihrem zuhause an einem Tisch sitzend mit einem  Laptop

Tipps für die Steuererklärung -
Was im Homeoffice abgesetzt werden kann
 

Homeoffice boomt, kann aber auch Kosten verursachen. Steuerberaterin Elisa Lutz empfiehlt Rechnungen gut aufzuheben, denn die Steuerregelungen werden gerade angepasst.

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung mahnt zu Vorsicht

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, befürchtet, dass die Risiken einer zweiten Welle unterschätzt werden. Es müsse dringend gelingen, den Bürgern den Ernst der Lage bewusst zu machen und sie zu deutlich mehr Vorsicht zu bringen. "Ein starker und anhaltender Anstieg der Infektionen könnte die Wirtschaft genauso hart treffen wie die erste Welle", sagte Fratzscher der "Augsburger Allgemeinen":

Die Wirtschaft ist heute viel weniger widerstandsfähig als noch im März und April.
Marcel Fratzscher, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Nach Meinung von FDP-Bundestagsfraktionsvize Christian Dürr zeigt sich, wie wirkungslos das Konjunkturpaket der Koalition gewesen sei. Die Mehrwertsteuersenkung sei teuer und verpuffe ohne erkennbaren Erfolg: "Wir brauchen jetzt schleunigst ein Signal für dauerhafte Entlastungen, damit Unternehmen mit so viel Zuversicht wie möglich wirtschaften und investieren können."

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Sachsen, Leipzig: Der geschmückte Weihnachtsbaum steht auf dem Leipziger Marktplatz.

Opposition zu Länder-Papier -
Kritik an Shutdown II: Zu viel, zu wenig
 

Den einen ist es zu wenig, den anderen viel zu viel: Die Opposition ist mit dem Corona-Papier der Länder …

von Kristina Hofmann, Berlin
Videolänge
1 min
Qantas plant Corona-Impfpflicht für Fluggäste

Auf Interkontinantalflügen -
Qantas plant Corona-Impfpflicht
 

Die australische Fluggesellschaft Qantas will nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs nur noch geimpfte …

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.