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Corona-überlastete Kliniken - Experten suchen Rezepte gegen Pflegenotstand

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Intensivstationen sind in der Corona-Krise zunehmend überlastet. Betten gibt es genug, aber die Personaldecke ist zu dünn. Experten wollen Untergrenzen aufheben und mehr HIlfen.

Intesivstation.
Immer mehr Intensivbetten sind mit Corona-Patienten belegt. Die Kliniken schlagen Alarm.
Quelle: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) Michael Pfeifer hat eine erneute Aussetzung der Personaluntergrenzen in der Pflege gefordert. Er sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung":

Schaffen wir die Grundversorgung nicht mehr, dann können ganz viele andere Fälle nicht länger optimal behandelt werden.
DGP-Präsident Michael Pfeifer

"Ein limitierender Faktor, um aus der Personalfalle herauszukommen, ist die Pflege-Untergrenze, die wir grundsätzlich für richtig und gut halten." In der aktuellen Lage verschärfe sie allerdings die Situation.

Pflege-Untergrenze schon im ersten Lockdown gesenkt

Im Frühjahr hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die festen Personaluntergrenzen für bestimmte Stationen bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Kliniken konnten so vorübergehend von Vorgaben zur Mindestbesetzung mit Pflegekräften abweichen.

Der Anstieg von Corona-Patienten sei "rasant und bedrohlich", sagte Pfeifer weiter. Dabei fehle es nicht an Beatmungsgeräten und Betten, sondern an Personal. "Das Gesamtpersonal wird es nicht schaffen, noch einmal wie im Frühjahr so eine enorme Kraftanstrengung zu erbringen, und schon gar nicht über fünf Monate."

Intensivpfleger meist mit Zusatzausbildung

Die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein, warnte aber davor, auf eine schnelle Fluktuation auf den Stationen zu bauen. Pflegekräfte könnten nicht einfach auf Intensivstationen versetzt werden.

"Die Fachpflegepersonen auf den Intensivstationen haben überwiegend eine Zusatzausbildung absolviert, beziehungsweise Berufserfahrung im Bereich und sie arbeiten in einem hochkomplexen Gebiet", sagte die DBfK-Präsidentin der "Rheinischen Post".

"Keine Pause“, so lautet der Titel des Protestliedes von Intensivpfleger Andreas Schneider. Er möchte mit dem Lied auf den Personalmangel im Pflegepersonal in Zeiten von Corona aufmerksam machen und darauf, dass höhere Gehälter nicht genug seien. …

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Krankenhausgesellschaft will Hilfen für Kliniken

Um freie Betten für Corona-Patienten sicherstellen zu können, fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft von Gesundheitsminister Spahn, eine neue bundesweite Pauschale für Kliniken. Eine solche Zahlung hatte es in der ersten Corona-Welle im Frühjahr gegeben. Präsident Gerald Gaß sagte der "Passauer Neuen Presse":

Der Rettungsschirm sollte dringend wieder aufgespannt werden.
Gerald Gaß, Präsident der Krankenhausgesellschaft

Gaß sagte weiter: "Wenn wir unsere Intensivkapazitäten voll auslasten müssen, weil die Not so groß ist, werden wir die Regelversorgung für Nicht-Corona-Patienten wieder deutlich zurückführen müssen, wie wir es im Frühjahr bereits gemacht haben."

Die Zahl der Intensivpatienten sei zuletzt sprunghaft angestiegen. "Wir werden den bisherigen Höchststand von 2.800 noch in dieser Woche erreichen. Noch im November werden wir die Verdopplung dieser Zahl erleben", sagte Gaß. "Die Infrastruktur wird ausreichen, aber wir müssen den Regelbetrieb einschränken, um das Personal für die Behandlung von Covid-Patienten einsetzen zu können."

Spahn hatte dem Gesundheitsbereich am Dienstag umfassende Unterstützung zugesichert. Die "Jahrhundertpandemie" erfordere besonders im Gesundheitswesen eine nationale Kraftanstrengung. "Keine Klinik soll wegen Corona wirtschaftlich benachteiligt sein", sagte Spahn.

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