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Corona-Krise: Frische Lebensmittel teurer

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Agrarmarkt-Analyse - Corona-Krise: Frische Lebensmittel teurer

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Deutsche Verbraucher müssen zurzeit mehr für frische Lebensmittel bezahlen. Das liegt auch an der Corona-Krise. Ein Überblick, welche Erzeuger besonders leiden.

Gemüseangebot auf einem Marktstand.
Gemüseangebot auf einem Marktstand.
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Die Landwirte spüren die momentane Schließung von Restaurants, Kantinen und Catering-Diensten. So sind bei Fleisch die Erzeugerpreise derzeit im Sinkflug.

Der Milchmarkt ist zweigeteilt: Die Molkereien, die den Lebensmitteleinzelhandel bedienen, sind gut im Geschäft; diejenigen, die an Großverbraucher liefern, stehen unter Druck.

Nicht nur wegen Corona: Frische Nahrungsmittel teurer

Bei den Privatleuten kommen die Preisverwerfungen, unter denen die Landwirte leiden, nicht an: Die Verbraucherpreise für frische Nahrungsmittel liegen in diesem April fast zehn Prozent über dem Vorjahresniveau, sagt Thomas Els, Marktexperte von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn. Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie. Ein Überblick:

Milch:

Die Zweiteilung des Milchmarkts sei extrem, sagt Frank Feuerriegel, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen. Für die Molkereien, die sich auf die Belieferung von Großverbrauchern konzentrieren, sei der Absatz von einem auf den anderen Tag weggebrochen.

Viele Landwirte fürchten derzeit ein weiteres Dürrejahr:

Der Dürresommer 2018 war für Bauern und Wälder eine Katastrophe. Auch 2019 war es zu trocken. Nun bleibt schon im April der Regen aus - Land- und Forstwirte sind alarmiert. Vor allem im Süden und Osten Deutschlands ist es sehr trocken.

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Darunter litten auch die Landwirte, die mit diesen Molkereien Verträge haben: Im Durchschnitt lagen die Auszahlungspreise in Niedersachsen für den Liter Milch im März bei 32 bis 34 Cent. Die Krise treffe die Milchbauern in einer schwierigen Zeit, denn nach zwei Dürrejahren gehe es den Betrieben ohnehin nicht gut. Wegen der schlechten Ernte mussten die Betriebe Futter zukaufen. Im Nordwesten kommt noch eine Feldmausplage hinzu.

Rindfleisch:

Die Dürre der vergangenen zwei Jahre hat sich schon seit längerer Zeit auf die Erzeugerpreise für die Rinderhalter ausgewirkt, erklärt AMI-Fleischmarktexpertin Mechthild Cloppenburg aus Berlin.

Wegen des fehlenden Futters mussten viele Landwirte ihre Tierbestände reduzieren. In der Corona-Krise schlage der fehlende Absatzmarkt für Restaurants und Kantinen nochmals durch. "Die Nachfrage ist so mau, da ist nichts los", sagte Cloppenburg. Das wichtige Ostergeschäft und Feiern wie Kommunion, Firmung oder Konfirmation fehlten.

Auch Landgasthöfe leider wegen der Schließung der Betriebe unter der Corona-Krise:

Das Hotel- und Gaststättengewerbe ist der große Verlierer in der Corona-Pandemie. Das neue Hilfspaket der Bundesregierung sieht zwar eine Senkung der Mehrwertsteuer vor, doch die Wirte haben zur Zeit einfach keine Einnahmen.

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Schweinefleisch:

Auch die Schweinemäster spüren einen deutlichen Rückgang des Schlachtpreises, der aktuell bei 1,75 Euro pro Kilo liegt. Noch vor einigen Monaten lag er bei über zwei Euro, sagte Cloppenburg. Hier wirke sich auch der coronabedingte Rückgang des Asiengeschäfts vor allem mit China aus.

Die hohe Fleischnachfrage aus China hatte im vergangenen Jahr den Schweinemästern hohe Erzeugerpreise beschert. Aber wegen des Corona-Ausbruchs dort sei der Absatz gesunken. Die Landwirte bemerkten, dass wegen Corona auch innerhalb Europas der Warenfluss ins Stocken geraten sei, besonders nach Italien.

Wildbret:

Die Wildhändler nehmen bundesweit kaum noch Wildbret ab, weil die Kühlhäuser voll sind. Die Ursache: Die Gaststätten als Hauptabnehmer fallen zurzeit aus.

Die Preise für Wild sind einem Händler zufolge auf die Hälfte bis ein Drittel des üblichen Niveaus gefallen. Je Kilogramm Reh oder Rotwild erhalte ein Jäger einen statt drei Euro, für Wildschwein nur noch 50 Cent.

Gemüse:

Beim Gemüse sei im April ein Preisaufschlag von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen, sagt AMI-Experte Els.

Dafür verantwortlich sei vor allem Kohlgemüse wie Brokkoli oder Blumenkohl, das zu dieser Jahreszeit in Frankreich und Spanien geerntet werde. Hinter der Preissteigerung könnte ein Mangel an Erntehelfern wegen der Reisebeschränkungen stecken.

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