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Angeschlagene Airline - Rettungspaket: Lufthansa vertagt Entscheidung

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Die Lufthansa hat die Entscheidung über das milliardenschwere Corona-Rettungspaket des Staates verschoben. Als Grund wurden mögliche Auflagen der EU-Kommission genannt.

Eine Passagiermaschine von Lufthansa am 26.05.2020 über München
Entscheidung zum Rettungspaket: Die Lufthansa dreht vorerst eine Warteschleife.
Quelle: dpa

Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft hat die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro vertagt. Als Grund nannte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte.

Damit würde die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München geschwächt, argumentieren die Aufsichtsräte und wollen die möglichen Folgen sowie Alternativszenarien prüfen. Hierfür ist bislang allein eine Insolvenz in Eigenverwaltung als so genanntes Schutzschirmverfahren genannt worden.

Vor diesem Hintergrund hat der Aufsichtsrat dem Stabilisierungspaket in Zusammenhang mit den EU Auflagen nicht zustimmen können.
Lufthansa

Der Aufsichtsrat nannte aber das Rettungspaket über den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF die "einzig gangbare Alternative" zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit.

ZDF-Korrespondent Peter Wagner über das Zögern der Airline.

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Zehntausende Jobs stehen auf der Kippe

Das Unternehmen war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten, weil kaum noch Flugverkehr möglich ist. Im Konzern sind rund 138.000 Menschen beschäftigt. Zehntausende Jobs stehen wegen der Folgen der Corona-Krise auf der Kippe. Am Montag hatten Bundesregierung und Lufthansa bekannt gegeben, dass das staatliche Hilfspaket für die Fluggesellschaft stehe. Es ist eine Kombination aus Krediten, stillen Einlagen und einer direkten staatlichen Beteiligung.

In einem nächsten Schritt muss allerdings die EU-Kommission noch zustimmen. Der Aufsichtsrat verzichtete zunächst darauf, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Das Gremium müsste über Kapitalmaßnahmen abstimmen, die einen Einstieg des WSF ermöglichen würden.

Nach Kritik an Staatshilfen: Ryanair unter Druck

Nach der heftigen Kritik von Ryanair-Chef O'Leary an den geplanten Staatshilfen geriet am Mittwoch der Billigflieger selbst in die Kritik. Deutsche Gewerkschaften sehen Tausende tarifgebundene Arbeitsplätze in Gefahr und werfen den Iren vor, die Krise zum Sozialdumping zu missbrauchen.

Europas größter Billigflieger wolle beispielsweise bei der in Deutschland aktiven Tochter Malta Air die bestehenden Tarifverträge unterlaufen und bis zu 1.200 Kabinenbeschäftigte entlassen, erklärte die Gewerkschaft Verdi. Anschließend sollten die teils schon seit mehr als zehn Jahren dort Beschäftigten zu Dumping-Konditionen wiedereingestellt werden.

Der Staat will die Lufthansa mit neun Milliarden Euro unterstützen. Wirtschaftminister Altmaier verteidigt im ZDF heute journal das Rettungspaket.

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Große Probleme gebe es auch bei der Tochter Lauda, die bislang an den Flughäfen Stuttgart und Düsseldorf aktiv war, berichtete Verdi. Die Basis in Wien soll nach einem heftigen Streit mit der dortigen Gewerkschaft Vida geschlossen werden. Die Lauda-Geschäftsleitung hat den Beschäftigten der deutschen Standorte mitgeteilt, dass im Mai keine Gehälter ausgezahlt werden könnten. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht.

Gewerkschaft warnt vor zu harten EU-Auflagen

Die Kabinengewerkschaft Ufo warnte vor zu harten EU-Auflagen bei der Lufthansa-Rettung. Sollten etablierte Gesellschaften Start- und Landerechte abgeben müssen, könne diese Lücke nur durch Dumping-Anbieter wie Ryanair und Co. gefüllt werden, erklärte Ufo-Chef Daniel Flohr. Diese arbeiteten weder sozial fair noch nachhaltig.

Kommentar: Volker Angres zum Lufthansa-Deal

Rettung der Lufthansa - Von Krise zu Krise 

Retten, was zu retten ist: Mehrere Milliarden verteilt die Regierung an die Lufthansa. Offenbar einziges Ziel: Die Wirtschaft muss brummen. Doch die Bürger sollten mitreden dürfen.

von Volker Angres

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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