ZDFheute

Corona-Krise drückt Airlines auf den Boden

Sie sind hier:

Luftfahrtbranche vor Umbruch - Corona-Krise drückt Airlines auf den Boden

Datum:

Der Himmel ist fast leer, wegen der Pandemie ist der Flugverkehr nahezu eingestellt. Das könnte viele Fluglinien in die Pleite treiben - vor allem, wenn ein Szenario eintritt.

Für Airlines und Flughäfen hat die Corona-Pandemie enorme Folgen. Beim Flughafenbetreiber Fraport haben die Reisebeschränkungen zu einem massiven Geschäftseinbruch geführt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

An den Flughäfen in Deutschland gibt es als Folge der Corona-Pandemie kaum noch Passagiere. Die Flugzeuge parken weitgehend am Boden, es sind fast nur noch Frachtflugzeuge unterwegs. Wie heftig die Lage ist, zeigt sich an den aktuellen Verkehrszahlen des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport:

  • Flogen im März noch 2,1 Millionen Passagiere vom Flughafen Frankfurt ab, 62 Prozent weniger als im März 2019,
  • waren es in der Woche vom 6. bis 12. April nur noch genau 46.338 Fluggäste,
  • also 97 Prozent weniger als im Vorjahr.
  • Auch das Frachtaufkommen sank im März um gut 17 Prozent auf knapp 167.300 Tonnen.

Im Video: An den Flughäfen sieht man die Auswirkungen der Corona-Krise

Beispiel Flughafen Düsseldorf: Statt wie früher um die 650, heben nur noch 10 Maschinen ab.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die Lufthansa fehlt als Kunde

Der Flughafenverband ADV fordert angesichts der Zahlen staatliche Hilfen, damit die Flughäfen in diesen Zeiten ihre Funktion der Daseinsvorsorge erfüllen könnten. Fraport selbst leidet vor allem unter dem weitgehenden Ausfall seines Hauptkunden Lufthansa.

Die Kranichlinie hat das Verkehrsaufkommen auf fünf Prozent der normalen Flugbewegungen reduziert, gäbe es nicht die Rückhol- und die Frachtflüge, wäre das Aufkommen noch geringer.

Dabei gehört Lufthansa wegen seines eigentlich noch recht dicken Liquiditätspolsters zu den stärkeren Fluggesellschaften. Das aber schmilzt täglich ab, denn jede Stunde verbrenne man eine Million Euro. Das hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr kürzlich gesagt. Staatshilfe ist deshalb auch für Lufthansa bald unumgänglich.

Im Video: Die Pandemie erschüttert die Reisebranche

Der Reiseanbieter TUI erhält nun staatliche Hilfe. Ob das ausreicht? Frank Bethmann berichtet.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Es geht um Zukunft vieler Fluggesellschaften

Neben Lufthansa, so meint die Rating-Agentur Scope, gehörten in Europa auch Ryanair, Easy Jet, Air France/KLM und die International Airlines Group (IAG) mit British Airways und Iberia zu den Unternehmen mit recht guter Liquidität - zumindest vor der Krise.

Die Fluggesellschaften kämpfen um ihre Zukunft: Sie streichen Dividenden wie etwa Lufthansa, sie legen Flugzeuge still und zögern die Beschaffung neuer Modelle hinaus. Sie schicken so viele Beschäftigte wie möglich in Kurzarbeit und sparen damit einen großen Teil der Personalkosten.

Im Video: ZDF-Reporter schätzt Lage bei Lufthansa ein

Seit Anfang April ist klar, dass Lufthansa den Betrieb der Tochter Germanwings komplett einstellt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Ein Szenario könnte die Luftfahrtbranche nachhaltig verändern

Anders als in früheren Krisen wie der Weltfinanzkrise vor gut zehn Jahren oder nach 9/11 dürfte sich die Branche nach dem Einbruch nicht so schnell erholen. Die Münchner Unternehmensberatung Roland Berger hat drei Szenarien entwickelt:

Das erste simuliert eine unwahrscheinliche schnelle Erholung, das zweite beschreibt eine mit vier Monaten doppelt so lange Beschränkung der Flugreisebeschränkungen.

Im dritten, wahrscheinlicher werdenden Szenario kalkulieren die Unternehmensberater mit einer L-förmigen Entwicklung:

  • Danach würden die Flugreisebeschränkungen mindestens sechs Monate andauern,
  • erst mit dem Sommerflugplan 2022 würde ein neues Normalniveau von dann 80 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht.
  • Die Nachfrage nach neuen Flugzeugen werde dann um fast die Hälfte auf 11.280 im Jahr 2030 fallen.
  • Wegen des voraussichtlich geringeren Passagieraufkommens dürften große Flugzeuge ausgemustert werden.

Im Video: Wie die Lufthansa auf die Krise reagieren musste

Lufthansa streicht schon Mitte März fast 95 Prozent aller Flüge - 700 Maschinen bleiben am Boden.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Kleinere Flugzeuge könnten bald öfter fliegen

So hat ja Lufthansa unter anderem schon sechs Airbus A380 früher stillgelegt als geplant. Damit auch mittelgroße Flugzeuge nicht halbleer fliegen, dürften grundsätzlich kleinere Modelle künftig beliebter sein als die größeren, und unrentable Strecken dürften gestrichen werden.

Das hat Auswirkungen auf die Flugzeughersteller. Schon im März spürte etwa die amerikanische Boeing die Stornierungen: Da wurden zwar 31 neue Flugzeuge geordert, aber 150 wurden storniert. Die Hersteller dürften sich deshalb bemühen, auf ihre Zulieferer Einfluss zu nehmen, damit diese konsolidieren und rationalisieren.

Ein Computermodell des Coronavirus

Nachrichten | In eigener Sache -
Jetzt das ZDFheute Update abonnieren
 

Sie wollen morgens und abends ein praktisches Update zur aktuellen Lage? Dann abonnieren Sie unser ZDFheute Update.

Die USA machen es Europa vor

Konsolidierung dürfte auch das Thema der Fluggesellschaften sein. Da ist Branchenexperten zufolge die Entwicklung in den USA viel stärker fortgeschritten als in Europa. Wie schnell eine neue Strukturierung auf dem "Alten Kontinent" erreicht werden kann, hängt aber auch davon ab, wie stark die Staaten in der Krise wieder in die Branche eingreifen – und wie lange diese Staatshilfe nötig ist.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Katrin Göring-Eckardt (Grüne) im Bundestag. Archivbild

Oppostion und Corona-Maßnahmen -
Göring-Eckardt: "Nein, das reicht mir nicht"
 

Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt kritisiert, wie wenig der Bundestag an den Entscheidungen über Corona-Maßnahmen beteiligt wird. Die Opposition wolle Verantwortung …

Archiv: Besucher in Kimono-Kleidung, die Schutzmasken tragen, in einer Einkaufspassage im Bezirk Asakusa, Tokyo, Japan

Umgang mit Corona-Pandemie -
Was wir von Japan lernen können
 

Ein Blick nach Japan zeigt, wie man Corona erfolgreich in Schach hält. Er zeigt aber auch: Eigentlich wissen …

von Tai Becker
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.