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Zukunft der Luftfahrt - Lufthansa-Rettungspaket "ist alternativlos"

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Airlines weltweit stecken wegen Corona in einer tiefen Krise. Luftfahrtexpertin Yvonne Ziegler spricht im Interview über die Zukunft der gebeutelten Branche.

Eine Passagiermaschine von Lufthansa am 26.05.2020 über München
Luftfahrtexpertin Ziegler hält die Staatshilfe für die Lufthansa in der Corona-Krise für alternativlos.
Quelle: dpa

makro: Die Luftfahrt erlebt infolge der Corona-Pandemie die größte Krise ihrer Geschichte, heißt es. Wann könnte sie sich davon erholen?

Yvonne Ziegler: Die Luftfahrt ist tatsächlich in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, aber die Senke ist durchschritten. Für Deutschland und Europa soll es ab Juni wieder bergauf gehen, wenn zumindest der Europaverkehr startet, so dass schrittweise bis zum Jahresende wieder auf 20 bis 30 Prozent des Verkehrs hochgefahren werden kann.

makro: Wie wird die Luftfahrt nach Corona ausschauen?

Ziegler: Corona wird einige dauerhafte Effekte hinterlassen. Wir haben uns alle mit den digitalen Video-Conferencing-Tools angefreundet. Für Firmen wird das eine günstige Alternative zu Geschäftsreisen sein. Der Wunsch zu reisen ist aber bei den meisten Menschen noch da, und ich denke, das wird auch wieder möglich sein.

makro: Die Airlines klagen über Liquiditätsprobleme. Wird es zu einer Marktbereinigung kommen?

Ziegler: Im Moment läuft bereits eine Marktbereinigung. Sie trifft kleinere regionale Airlines, die nicht von der Regierung unterstützt werden. Sie werden vom Markt verschwinden. Den größeren Airlines wie Air France, Alitalia oder Lufthansa hilft die Tatsache, dass man eine Staats-Airline ist und der Staat sie unterstützt.

Es ist die größte Krise in der Geschichte der Luftfahrt. Von allen Wirtschaftszweigen ist die Branche mit am stärksten von der Corona-Krise betroffen.

Beitragslänge:
30 min
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makro: Die Lufthansa will zeitnah 100 Flugzeuge aus dem Dienst nehmen. Wird sich die Zusammensetzung der Flotten nach Corona ändern?

Ziegler: Zum einen werden die ganz großen Flugzeuge wie der A380 aus dem Programm genommen. Man sieht aber auch einen Trend von den vierstrahligen zu den zweistrahligen Flugzeugen, weil sie Kerosin-sparender sind. Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, glaubt, dass die Lufthansa nicht mehr zur alten Größe zurückfinden wird. Ich persönlich bin da optimistischer.

makro: Wie bewerten Sie das Rettungspaket des Bundes für die Lufthansa?

Ziegler: Es ist alternativlos. Die Lufthansa verliert pro Stunde eine Million Euro. Sie muss jetzt einige Kröten schlucken - Slots abgeben, Dividendenzahlungen aussetzen und Managergehälter kürzen. Der Staat wird zwei Aufsichtsräte bekommen. Ich bin gespannt, welche Akzente sie setzen werden, beispielsweise in der Umweltpolitik oder bei den Arbeitnehmerinteressen und der Frauenquote.

makro: Wie sehen Sie die Diskussion um den Mittelsitz?

Ziegler: Wer schon mal geflogen ist, der weiß, wie eng die Kabine ist, und wie schwierig die Umsetzung der Corona-Richtlinien wird. Die EU verlangt, dass 1,5 Meter Abstand eingehalten und der Mittelplatz oder jede zweite Reihe freigelassen wird - aber nur, wenn es die Auslastung erlaubt. Wenn die Flüge wieder voller werden, bleibt nur der Mundschutz. Die Politik muss nun abwägen zwischen dem seriösen Gesundheitsschutz auf der einen Seite und profitablem Fliegen mit Steuergeldern auf der anderen Seite.

Das Interview führte Michaela Sesterhenn.

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