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Konzern in der Corona-Krise - Bund plant Milliardenhilfe für die Bahn

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In der Corona-Krise hat die Bahn ihr Angebot zurückgefahren, nun steht sie wirtschaftlich unter Druck. Der Bund will helfen - offenbar mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe.

Ein ICE der Deutschen Bahn. Symbolbild
Der Bund plant offenbar eine milliardenschwere Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn.
Quelle: Fabian Strauch/dpa

Der Bund plant eine milliardenschwere Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn, um wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise abzufedern. Außerdem soll die Verschuldungsgrenze angehoben werden. Das geht aus einem Papier hervor, das den Nachrichtenagenturen dpa und Reuters vorliegt. An diesem Freitag will der Aufsichtsrat zusammenkommen.

Angebot zurückgefahren - Fahrgastzahlen eingebrochen

Der bundeseigene Konzern hat sein Angebot in der Krise zurückgefahren, der größte Teil des Fahrplans wurde aber für eine Grundversorgung aufrechterhalten. Die Fahrgastzahlen sind jedoch eingebrochen. Laut Papier ist besonders der Fernverkehr betroffen - demnach belaufen sich im April die Einbußen auf rund 90 Prozent bei den sogenannten Personenkilometern.

In dem Papier von Verkehrs- sowie Finanzministerium wird für den Konzern aus heutiger Sicht ein liquiditätswirksamer wirtschaftlicher Schaden aus der Corona-Pandemie in Höhe von 11 Milliarden Euro in einem Basisszenario und von bis zu 13,5 Milliarden Euro in einem negativeren Szenario angenommen.

Bund will offenbar 80 Prozent der Schäden übernehmen

Laut Papier ist der Bund bereit, 80 Prozent der Schäden aus der Corona-Pandemie durch eine Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn auszugleichen - dies seien derzeit geschätzt 6,9 Milliarden bis 8,4 Milliarden Euro. Eine erste Tranche von 4,5 Milliarden Euro solle demnach schon in den nächsten Wochen fließen. Voraussetzung sei aber, dass die EU-Kommission dem im Rahmen einer Beihilfe-Prüfung zustimme. Dies gilt wegen möglichen Einflusses auf den Wettbewerb auf der Schiene nicht als sicher.

Außerdem soll in Abstimmung mit dem Haushaltsausschuss des Bundestags die Verschuldungsgrenze von derzeit rund 25 Milliarden Euro ausgeweitet werden. Damit soll dem Konzern mehr Spielraum gegeben werden, um Schäden aus der Corona-Krise durch zusätzliche Kredite vom Kapitalmarkt auszugleichen.

Bahn-Vorstand soll keine Bonuszahlung erhalten

Die Deutsche Bahn sichert laut Papier zu, im "Systemverbund Bahn" einen Beitrag in Höhe der Hälfte der entstehenden Lücke mit zu leisten, in Höhe von bis zu 5,1 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt liege beim Personal- und Sachaufwand. So soll der Konzernvorstand für das Jahr 2020 keine Bonuszahlungen erhalten.

Zudem seien Auswirkungen auf die variable Vergütung der Vorstände von Tochtergesellschaften sowie für die Führungskräfte im Unternehmen zu erwarten. Erwartet wird dadurch ein Einsparvolumen von 150 bis 180 Millionen Euro.

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Einsparungen - aber nicht bei Investitionen

Außerdem sind weitere Einsparungen bei der Bahn geplant, etwa durch einen Abbau von Mehrleistungen sowie Alt-Urlaub und eine "flexible Entnahme" von Langzeitkonten. Mittelfristig sollen Organisationsstrukturen verschlankt werden. Beim Sachaufwand gebe es Einsparungen etwa durch Anpassungen im Marketing. Bei Investitionen soll laut Papier nicht gespart werden, Vorhaben könnten aber zeitlich gestreckt werden.

Die Bahn spielt eine wesentliche Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Der Bund hatte im vergangenem Jahr beschlossen, der Bahn zusätzliche Milliarden zur Verfügung zu stellen, um das zum Teil marode Schienennetz zu modernisieren.

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