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Corona und Mode - Eine Branche sitzt auf Kleiderbergen

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Die Corona-Krise trifft auch die Modebranche hart. Selbst nach Öffnung der Läden kaufen die Kunden deutlich weniger Kleidung. Am Ende könnte entsorgen billiger sein als spenden.

Die Modebranche leidet heftig unter der Corona-Krise. Hersteller wie Händler sitzen auf Millionen unverkaufter Kleidungsstücke. Eine ganze Saison droht wegzubrechen.

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Wegen Corona sitzt der Handel auf Millionen nicht verkaufter Kleidungsstücke. Vor allem Frühjahrsware staut sich in Geschäften und Lagern. Trotz Shutdown und Umsatzrückgang wird aber weiterhin Neuware geliefert. Grund sind die weltweiten Lieferketten und die schnelle Taktung der Kollektionen.

Die Produktionszeit in Asien beträgt mehrere Monate. Das heißt, die Marken können eigentlich auf einen kurzen Zeithorizont kaum reagieren.
Dr. Peter Rinnebach, Handelsexperte

Die Folge sind Warenüberschüsse in nie gekanntem Ausmaß.

Opfer des eigenen Geschäftsmodells

Jahrelang gehörte es zum Geschäftsmodell vieler Modeunternehmen, immer mehr Kollektionen auf den Markt zu bringen, um immer mehr zu verkaufen. Laut Handelsverband Textil wurden vor Corona pro Tag im Schnitt mehr als zehn Millionen Modeartikel verkauft. Jetzt in der Krise wird die Massenproduktion zum Problem.

Denn nicht alles kann eingelagert werden fürs nächste Jahr. In der schnelllebigen Branche, wo ein Trend den nächsten jagt, wird Ware schnell zum Ladenhüter. Deshalb versuchen Händler noch so viel wie möglich zu verkaufen und senken dafür auch die Preise.

Doch der Handelsverband Textil warnt vor einer Rabattschlacht. Der Modehandel brauche jetzt unbedingt eine längere Phase mit vollen Preisen, damit nicht noch höhere Verluste entstehen. Denn viele Einzelhändler sind durch Corona in ihrer Existenz bedroht.

Droht Millionen Kleidungsstücken die Vernichtung?

Wie viel Ware sich noch verkaufen lässt oder ob am Ende neuwertige Kleidungsstücke vernichtet werden, kann aktuell nicht einmal der Handelsverband Textil abschätzen. Statt unverkäufliche Neuware zu entsorgen, könnten Unternehmen sie auch spenden.

Was sinnvoll klingt, scheitert aber oft am Steuerrecht. Denn auch wenn ein Unternehmen Ware spenden will, wird die Umsatzsteuer fällig. Bei einer Jeans zum Verkaufspreis von 50 Euro können beispielsweise für ein Unternehmen Kosten von mehr als vier Euro entstehen. Die Entsorgungskosten für Neuware hingegen liegen laut einer Umfrage der Universität Bamberg im Schnitt bei weniger als einem Euro pro Stück.

"Entsorgen ist einfacher und billiger"

Leider ist es so, dass zwei von drei Unternehmen, die sich für Spenden interessieren, sich am Ende gegen die Spende entscheiden und Produkte entsorgen.
Dr. Juliane Kronen

"Das heißt, das Entsorgen ist einfacher und billiger. Und damit machen die Unternehmen das, was erstmal kurzfristig sinnvoll ist aus ihrer Sicht", so Dr. Juliane Kronen von Innatura. Sie organisiert die Weitergabe von Neuware an gemeinnützige Organisationen wie Frauenhäuser oder Obdachlosenheime. Bislang hat Innatura so neuwertige Bekleidung zum Marktwert von rund zweieinhalb Millionen Euro vor der Vernichtung gerettet.

Laut Bundesumweltministerium ist das Problem mit dem Spenden zwar bekannt und wird bereits auf politischer Ebene diskutiert. Wann eine Neuregelung kommt, ist aber unklar. Noch ist es daher für Unternehmen günstiger, die Warenüberschüsse zu vernichten statt sie an Bedürftige zu spenden.

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