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Kaufprämie für Autos? Kritik vor Autogipfel

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Autobauer in der Corona-Krise - Kaufprämie für Autos? Kritik vor Autogipfel

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Die meisten Ökonomen begrüßen die massiven Staatshilfen in der Krise. Eine mögliche Kaufprämie für Autos aber erntet vor dem "Autogipfel" Kritik.

Archiv: BMW-Fertigung in Regensburg
Braucht es eine neue "Abwrackprämie"? Experten sind skeptisch.
Quelle: DPA

Der Verband der deutschen Autobranche VDA fordert eine Kaufprämie für die Neuanschaffung von Autos. Die solle auch gelten für Fahrzeuge mit Diesel und Benzinmotoren. Eine solche "Abwrackprämie" gab es schon während der letzten Wirtschaftskrise. "Ich glaube schon, dass eine Abwrackprämie den Verkauf anregen kann" sagt der Autoanalyst Frank Schwope von der Nordeutschen Landesbank. Allerdings hat eine solche Prämie auch Nebenwirkungen: "2009 und 2010 hat man vorgezogene Auto-Verkäufe gesehen. Dann brach die Absatzzahl deutlich ein."

Trotz Krise schwarze Zahlen bei manchem Autobauer?

Beobachter wie Schwope wenden auch ein, dass insbesondere die Zulieferfirmen der Autobranche in der Krise leiden. Zwar sind auch bei den Autobauern die Autoabsätze stark eingebrochen. Immerhin aber, so könnte man auch sagen, hat ein Konzern wie Daimler noch einen Gewinn in seiner Bilanz stehen für die ersten drei Monaten des Jahres. Im zweiten Quartal aber sehen die meisten Analysten für die Autobauer rot. Da dürfte die Corona-Krise voll durchschlagen.

Die Autobranche leidet massiv unter der Coronavirus-Pandemie. Die Verkaufszahlen brechen drastisch ein, die Produktion steht still – niemand weiß, wie lange noch.

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Denn bei den Autobauern standen über Wochen die Bänder still. Das lag auch daran, weil beispielsweise in Italien die Zulieferfirmen ihre Betriebe dicht machen mussten. So sind Lieferketten gerissen. Langsam aber rollen die Bänder wieder an. Sollte es nun weiter aufwärts gehen, rechnen Analysten etwa für Volkswagen in diesem Jahr - trotz allem - mit schwarzen Zahlen.

Andere Branchen trifft es härter als Autobauer

Dass es Firmen wie Daimler, BMW und Volkswagen nicht so schlecht geht, zeigt auch, dass sie am Ausschütten von Dividenden in Milliardenhöhe festhalten. Obwohl zigtausend ihrer Beschäftigten in Kurzarbeit sind - und sie damit bereits staatliche Hilfen bekommen. Die drei großen der Branche sind schließlich auch noch fähig, das Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten kräftig aufzustocken. Daher gibt es viel Kritik an einer möglichen Neuauflage der Abwrackprämie.

"Es ist Aufgabe von den Vorstandsvorsitzenden dieser Unternehmen, Abwrackprämien zu fordern. Anderen Branchen wie der Gastronomie, Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften aber geht es deutlich schlechter als den Automobilherstellern gegenwärtig", sagt Schwope. Kritik kommt auch von den "Wirtschaftsweisen". Monika Schnitzer etwa nennt die Forderung nach Kaufprämien "puren Lobbyismus".

Klimapolitische Ziele mit Wirtschaftshilfen verbinden

Das Geld sollte investiert werden für den Ausbau der Elektromobilität, der Ladeinfrastruktur, in klimaschonende Antriebe, aber auch Mobilitätsdienstleistungen im weitesten Sinne
Claudia Kemfert, IW

Auch Claudia Kemfert, Ökonomin und Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung will Kaufprämien für Autos allenfalls unter Bedingungen. "Das Geld sollte investiert werden für den Ausbau der Elektromobilität, der Ladeinfrastruktur, in klimaschonende Antriebe, aber auch Mobilitätsdienstleistungen im weitesten Sinne. Denn individuelle Mobilität heißt nicht automatisch nur ein individuelles Fahrzeug. Insofern sollte man das genau daran knüpfen. Das würde der Autobranche auch dauerhaft mehr helfen".

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