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Wirtschaftsexperten erwarten Insolvenzwelle

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Trotz Milliarden-Nothilfe - Wirtschaftsexperten erwarten Insolvenzwelle

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Die Nothilfen des Bundes in Höhe von zehn Milliarden Euro für betroffene Branchen könnten nach Ansicht von führenden Ökonomen nicht ausreichen. Man rechnet mit 24.000 Insolvenzen.

Paragraph 42 - Insolvenz, steht auf einem Merkblatt. Experten rechnen mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaft.
Experten rechnen mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaft.
Quelle: panthermedia

Die von der Regierung angekündigten Nothilfen für Gastronomen und andere vom geplanten Teil-Lockdown betroffene Branchen dürften nach Ansicht von führenden Wirtschafts-Experten nicht ausreichen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzverfahren.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) haben neue Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro für betroffene Branchen angekündigt. Ökonomen halten die staatliche November-Nothilfe längerfristig für nicht ausreichend.

IW warnt vor Unternehmersterben

"Die Erstattung des Umsatzausfalls ist sicher zielführend", sagte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, der "Rheinischen Post". "Ob allerdings 75 Prozent ausreichen, dürfte fraglich sein, je länger der Lockdown dauert."

Insofern kann es trotz der Hilfen zu einem massiven Unternehmenssterben kommen.
Michael Hüther, IW-Direktor

Zudem hätten Einzelhändler keine Aussicht auf Hilfe, obwohl auch ihre Geschäfte leiden würden, wenn in Innenstädten Cafés und Restaurants schließen müssten, so Hüther.

DIW: Hilfen werden Probleme nicht lösen

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. "Die Hilfen werden das längerfristige Problem von Gastronomie, Einzelhandel und Reisebranche in dieser Pandemie nicht lösen können", sagte er.

Menschen würden ihr Konsumverhalten ändern, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. "Auch deshalb werden wir wohl in den kommenden Monaten zahlreiche Insolvenzen bei Unternehmen sehen, nicht nur in den jetzt unmittelbar betroffenen Branchen", sagte der DIW-Präsident.

Erneute Schließung Restaurants -
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Restaurants schließen nun zum zweiten Mal. Für Gastronomen heißt es weiterzukämpfen - gegen das Virus, für die Gäste und das eigene Geschäft.

Videolänge
3 min

Creditreform rechnet mit Insolvenzwelle

Der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, Volker Ulbricht, spricht in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von 24.000 oder mehr Insolvenzverfahren: "Ich rechne damit, dass die Insolvenzwelle im ersten Quartal 2021 ihren Höhepunkt erreichen und sich auch dann erst zeigen wird, wie sich der zweite Lockdown zusätzlich auswirkt."

Unter dem Eindruck des bevorstehenden "leichten" Lockdowns im November werde sich das Bild für viele Branchen noch einmal deutlich verdüstern - trotz der zusätzlich angekündigten Hilfen.

Veranstalter fordern mehr Unterstützung

Die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft gehört zu den besonders hart betroffenen Branchen. Sie erwartet deshalb von der Politik umfangreichere Hilfen in der Corona-Krise als bisher geplant. Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), sagte der Funke-Mediengruppe:

Nicht nur Vorjahresumsätze aus dem vergangenen November sollten erstattet werden, sondern auch Teile der Einnahmeverluste der vergangenen Monate.
Jens Michow, BDKV

Aus der SPD kommen unterdessen Rufe nach einer stärkeren Beteiligung von Gutverdienern an den enormen Corona-Kosten. "Die Menschen, die gut durch die Krise gekommen sind, sollten dem Staat nach der Krise helfen, wieder auf die Beine zu kommen", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Lothar Binding, der Bild-Zeitung.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält dagegen "Steuererhöhungen für Gift". Er werde sich an solchen Diskussion "nicht beteiligen", sagte er dem Blatt.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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