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OECD warnt vor Rezession - Appell an Politik

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Folgen des Coronavirus - OECD warnt vor Rezession - Appell an Politik

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Von der OECD kommt ein deutlicher Warnruf: Staaten müssten handeln, um die Folgen des Coronavirus abzufedern. Können es die Notenbanken richten?

Frau mit Atemschutzmaske im Finanzzentrum von Shanghai
Die Coronavirus-Epidemie bedroht laut OECD die Weltwirtschaft.
Quelle: Reuters

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlägt angesichts der Coronavirus-Epidemie Alarm: Bei einer weiteren Ausbreitung könnten die Eurozone oder Japan im laufenden Jahr in eine Rezession rutschen, warnte die Chefökonomin der Industriestaaten-Organisation, Laurence Boone, in Paris. Ihre Botschaft ist klar: "Regierungen können es sich nicht leisten zu warten."

Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn die Wirtschaft in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Vierteljahren schrumpft. "Wir sind sehr vorsichtig", schränkt die OECD-Expertin mit Blick auf die Vorhersagen ein. Eines ist aber für die OECD bereits klar: Die Ausbreitung der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Epidemie drückt aufs weltweite Wirtschaftswachstum.

Der Coronavirus macht der Weltwirtschaft zunehmend zu schaffen. So meldet BMW beispielsweise 150 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt zu haben. Frank Bethmann berichtet von der Börse.

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Die Frage lautet nur, wie stark. Bei einem Szenario, das einen vergleichsweise begrenzten Ausbruch außerhalb Chinas zugrundelegt, nimmt die OECD ein Wachstum von noch 2,4 Prozent an - das ist ein halber Prozentpunkt weniger als zuletzt vorhergesagt. Im Vorjahr hatte die Wirtschaft weltweit noch um 2,9 Prozent zugelegt.

Auswirkungen in Deutschland

Für Deutschland wird ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,3 Prozent angenommen, das sind 0,1 Punkte weniger als noch im November. In Italien, das besonders unter der neuen Gesundheitskrise leidet, wird die Wirtschaft der neuen Vorhersage zufolge hingegen stagnieren.

Nach Angaben der WHO steigt die Zahl der Infizierten am stärksten in Italien, Iran, Südkorea und Japan. Allein in Italien gibt es 18 neue Todesfälle innerhalb eines Tages.

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Falls der Ausbruch des neuartigen Coronavirus länger dauere und den asiatisch-pazifischen Raum, Europa und Nordamerika breit erfasse, seien noch deutlichere Auswirkungen zu befürchten, befürchtet die OECD. In diesem Fall könnte das weltweite Wachstum 2020 auf 1,5 Prozent sinken.

EU erwägt Maßnahmen

Bei diesem Negativ-Szenario ist dann auch eine Rezession in wichtigen Wirtschaftsräumen wie der Eurozone oder Japan möglich. Falls sich das Coronavirus deutlich stärker in Ländern der südlichen Hemisphäre ausbreite, sei noch ein stärkerer Einbruch möglich - dieser wurde aber von Chefökonomin Boone nicht beziffert. Angesichts der Lage sollen Staaten jetzt handeln, appelliert die OECD.

Fügt nicht zur Gesundheitskrise noch eine Finanzkrise hinzu.
Laurence Boone, Chefökonomin der OECD

Die EU-Kommission jedenfalls erwägt wegen der Coronavirus-Krise Konjunkturmaßnahmen. "Heute ist die Zeit klarzustellen, dass die EU bereit ist, alle verfügbaren Politikoptionen zu nutzen - falls und wenn sie nötig sind -, um unser Wachstum vor den Risiken des Abschwungs zu schützen", sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni in Brüssel. Die Lage sei schwieriger als noch vor wenigen Wochen gedacht. Auch könnte es sich als zu optimistisch erweisen, von einer raschen wirtschaftlichen Erholung auszugehen.

Die Rolle der Zentralbanken

Gegenmaßnahmen einzelner EU-Staaten würden wohlwollend geprüft, ergänzte Gentiloni. Er bezog dies auch auf die Ankündigung Italiens, trotz hoher Verschuldung ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufzulegen. Die italienische Regierung plant ein Hilfspaket für die durch den Coronavirus-Ausbruch zusätzlich angeschlagene Wirtschaft in Höhe von 3,6 Milliarden Euro.

Die OECD-Expertin sieht auch die Zentralbanken in der Pflicht. Es gilt aber als fraglich, wie weit geldpolitische Unterstützung in der Corona-Krise überhaupt helfen kann. Denn das Hauptproblem liegt nicht im Finanzsystem, sondern in der Realwirtschaft: Weil in China große Teile der Wirtschaft stillstehen und sich das Virus auf weitere Länder ausbreitet, sind die internationalen Produktions- und Lieferketten gestört.

Dennoch versuchen die großen Notenbanken, der nervösen Stimmung an den Märkten etwas entgegenzusetzen:

Wie Zentralbanken helfen könnten

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