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Neue Konzepte nötig - Parkhäuser in der Krise

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Sie galten in den Innenstädten als Lizenz zum Gelddrucken. Doch mit der Corona-Pandemie und dem Shutdown stehen viele Parkhäuser leer. Mit Konsequenzen für die Betreiber.

Aerchiv: Ein leeres Parkhaus in der Innenstadt von Leipzig am 18.12.2020
Die Parkplatzsuche ist in Corona-Zeiten kein Problem - das ist aber für Parkhausbetreiber ein umso größeres.
Quelle: dpa

Michael Bachmann steht in der leeren, vierten Etage seines Parkhauses Hauptwache in Frankfurt am Main. Sonst muss man hier schon mal länger von Etage zu Etage fahren, um in der beliebten Innenstadtlage mit Nähe zur Frankfurter Zeil einen freien Platz zu ergattern.

Vor allem Kurzparker bleiben weg

In diesen Wochen sind die Parkhäuser der stadteigenen Parkhaus Betriebsgesellschaft (PBG) wie leergefegt.

Zum Teil haben wir bis zu 80 Prozent weniger Kurzparker als in normalen Zeiten.
Michael Bachmann, Parkhausbetreiber in der Frankfurter Innenstadt

Das habe starke Auswirkungen auf die Umsätze, berichtet Michael Baumann, Geschäftsführer der PBG.

Zuerst schlossen Kultureinrichtungen wie Theater und Konzerthäuser, dann machten Läden und Gastronomie in der Innenstadt dicht. Das alles haben die Parkhausbetreiber gemerkt. Wer nicht zum Shoppen in die Stadt fahren kann, braucht keinen Parkplatz.

Auch Parkhäuser leiden am Coronavirus - aber nicht nur

Genaue Umsatzzahlen will Bachmann nicht nennen, das mache auch die private Konkurrenz nicht. Doch die ganze Branche leidet unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Jahrzehntelang waren Parkhäuser ein lohnendes Geschäft. Das Auto das Maß der Dinge, auch in den Innenstädten.

Doch schon vor Corona war die Zeit der eindimensionalen Verkehrsplanung vorbei. Städte, auch Frankfurt am Main, riefen die Verkehrswende aus, fördern nun verstärkt Fahrradwege und den öffentlichen Personennahverkehr.

Betreiber blicken auf Einzelhandel

Parkhäuser werden sich verändern, da ist sich auch Betreiber Michael Bachmann sicher, doch sie können Teil der Veränderung sein. "Wenn wieder normale Zeiten sind und die Leute wieder in Stadt mit Auto kommen, wird sich die Situation normalisieren. Frankfurt wird weiter Menschen anziehen. Aber es hängt davon ab, wie sich der Einzelhandel in den Innenstädten verändern wird," stellt Bachmann fest.

Es finde ein Umdenken statt, meint Petra Schäfer:

Idealerweise werden aus Parkhäusern Mobilitätsanbieter.
Petra Schäfer, Professorin für Verkehrsplanung

Wie das aussehen könnte, erklärt die Professorin für Verkehrsplanung an der Frankfurt University of Applied Sciences so: "Das heißt ich parke mein Auto und habe dort noch andere Möglichkeiten. Zum Beispiel das Auto in der Zeit zu laden, denn wir werden immer mehr elektrisch unterwegs sein. Ich kann zum Beispiel ein Fahrrad oder einen E-Scooter leihen und mich in der Stadt weiterbewegen."

Generell wollen die Stadtplaner aber weniger Autos in den Innenstädten. So könnte sich die Lage der Parkhäuser verändern. In den Niederlanden zum Beispiel stehen die Parkhäuser außerhalb der Innenstadt, angeschlossen an den Nahverkehr dienen sie als intelligentes "Park+Ride" System.

Dunkel und stinkig? Das soll Geschichte sein

Betreiber Bachmann will seine Parkhäuser vor allem moderner machen. Ein gutes Beispiel sei die Hauptwache. 1956 eröffnet ist es eines der ältesten Parkhäuser Deutschlands. Das Referenzfahrzeug sei damals der VW-Käfer gewesen. "Wir haben die Stellplätze verbreitert. Eine Kennzeichenerkennung per Kamera eingeführt. Man kann also ohne Ticket reinfahren und am Kassenautomat mit der Eingabe des Kennzeichens bezahlen. In Kürze geht das auch Kontaktlos mit dem Smartphone", erzählt Michael Bachmann.

Die Betreiber wollen das Image von schlecht riechenden, dunkeln Häusern loswerden. Inzwischen wird sogar der Boden mit Farbe gestrichen, moderne Lichtkonzepte installiert. Im Parkhaus an der Frankfurter Börse gibt es Ladestationen für E-Autos. Außerhalb der Stadt hat die Frankfurter PBG ein Parkhaus extra für Pendler gebaut. Mit einen Ticketpreis von 1,50 Euro pro Tag und einem direkten Straßenbahnschluss zur Innenstadt. Nicht nur wegen Corona wollen viele Betreiber umdenken und Ihr Geschäftsmodell verbreitern, denn alleine mit Autos wird man in Zukunft weniger Geld verdienen.

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