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Was die Ryanair-Standortschließungen bedeuten

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Luftfahrt in Corona-Krise - Was die Ryanair-Standortschließungen bedeuten

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Ryanair will Flugzeuge aus Deutschland abziehen. Die Konsequenzen für Mitarbeiter sind noch unklar. Passagiere können aber aufatmen: Die Flugverbindungen sollen bleiben.

Die Billig-Airline Ryanair will in Deutschland Personal abbauen, auch am Flughafen Hahn. Während das Cargo-Geschäft der Airline boomt, kriselt der Passagierverkehr. Einige Airlines haben die Einführung eines einheitlichen Testprogramms gefordert.

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Corona trifft die Luftfahrt so hart, wie kaum eine andere Branche. Ob Einreiseverbote oder schlicht die Angst der Reisenden: Es wird weniger geflogen und die Airlines bleiben auf hohen Kosten sitzen. Die Folge: Es drohen Umstrukturierungen und Stellenstreichungen - wie jetzt bei Ryanair und der Tochtergesellschaft Malta Air.

So reagiert Ryanair auf Corona-Krise

Die irische Billig-Airline Ryanair will Flugzeuge aus Deutschland abziehen. Das bedeutet, dass mehrere Standorte der Fluggesellschaft geschlossen oder verkleinert werden. Davon betroffen sind die Mitarbeiter der Ryanair-Tochter Malta Air, über die Ryanair die deutschen Standorte bereedert. Dieses Prinzip wendet Ryanair oft mit Firmen aus Süd- oder Osteuropa an, um Kosten zu sparen.

Folgende Flughäfen sind betroffen:

Folgen für Mitarbeiter noch unklar

Intern lief die Kommunikation dieser Pläne bisher schleppend: Die in Deutschland stationierten Malta-Air-Mitarbeiter sollen noch keine offiziellen Informationen ihres Arbeitgebers erhalten haben, berichten mehrere Flugbegleiter und Pilotinnen auf Nachfrage von ZDFheute. Über die Schließung der Standorte hätten sie über die Presse erfahren.

Ryanair plant seine Basis am Flughafen Hahn sowie die Standorte in Weeze und Berlin-Tegel zu schließen. Von den Plänen seien mehrere Hundert Stellen betroffen.

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Ob den deutschen Crews nun eine Umstationierung ins Ausland oder gar ein Jobverlust droht, ist unklar. Eine Sprecherin von Ryanair wollte sich auf Nachfrage von ZDFheute nicht dazu äußern. Die Zukunft der Mitarbeiter sei noch Verhandlungssache zwischen Airline und Gewerkschaften. Laut Verdi sind etwa 350 der circa 1.000 Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen der Ryanair-Tochter in Deutschland davon betroffen. Im ähnlich gelagerten Fall der am Standort Stuttgart stationierten Ryanair-Tochter Laudamotion hat Ryanair bereits allen Mitarbeitern gekündigt.

Flugverbindungen nicht zwangsläufig betroffen

Die jetzt betroffenen Flughäfen können die Folgen der Entscheidung noch nicht absehen: "Wir können nicht reagieren, weil wir noch nichts wissen", sagte Holger Terhorst, Pressesprecher vom Flughafen Weeze in NRW. "Die Situation ist aber sicher ernst zu nehmen." Für kleinere Flughäfen wie Frankfurt-Hahn und Weeze sind die Ryanair-Verbindungen Hauptgeschäft.

Daher ist es wichtig zu betonen, dass die Standortschließungen nicht mit Flugstreichungen gleichzusetzen sind, sagte die Ryanair-Sprecherin. Sprich: Die betroffenen Flughäfen werden weiterhin von Ryanair angeflogen - nur nicht mehr von Crews, die in Deutschland stationiert sind.

Frontal 21 berichtete im Jahr 2019 über schlechte Arbeitsbedingungen beim Billigflieger Ryanair.

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Streit über Gehaltskürzungen

Der Entscheidung vorausgegangen war ein Tarifkonflikt zwischen Malta-Air-Piloten und Pilotinnen und ihrem Arbeitgeber. Dieser forderte unter anderem 20 Prozent Gehaltsverzicht von 170 betroffenen Piloten, wie aus einem Schreiben des Malta-Air-Personalchefs Shane Carty hervorgeht, das ZDFheute vorliegt.

Die Mehrheit der Mitarbeiter wollte diese Forderung nicht akzeptieren. Mit 49,4 Prozent habe sich "weniger als die Hälfte" der Piloten in einer Abstimmung für einen "drastisch reduzierten Tages- und Stundensatz" ausgesprochen, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit.

Gewerkschaft: Schließungen sind Mittel zum Zweck

Für die VC ist klar: Ryanair mache sich die Standort-Schließungen zu Nutze. Das Mitarbeiter-Votum sei nur ein Vorwand: "Immerhin hat Ryanair kürzlich wieder angekündigt, ihre Chancen im deutschen Markt wahrnehmen zu wollen und auch für die derzeit neu zu vergebenden Start- und Landerechte in Frankfurt am Main und in München mitbieten zu wollen", heißt es in der Erklärung der VC.

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