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Das Märchen vom Teilen - Wie krisenfest ist die "Sharing Economy"?

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Braucht wirklich jeder ein eigenes Auto oder eine eigene Bohrmaschine? Vor allem junge Menschen antworten darauf mit "Nein". Doch wie krisensicher ist die "Sharing Economy"?

Braucht wirklich jeder ein eigenes Auto oder eine eigene Bohrmaschine? Per Smartphone kann man sich heute Autos, Übernachtungsmöglichkeiten oder eine Leiter leihen. Doch seit der Corona-Krise funktioniert das Teilen nur noch eingeschränkt.

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28 min
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Mit dem Smartphone schnell auf Zeit ein Auto besorgen, eine Übernachtung buchen oder ein Werkzeug organisieren - aus der Idee des Teilens entwickelte sich in den letzten Jahren ein Milliardenmarkt. 2015 verzeichnete man weltweit Umsätze von 15 Milliarden Dollar, 2025 sollten es schon 300 Milliarden sein. Teilen und Verleihen boomen. Oder sollte man sagen: boomten?

Corona-Krise bremst Boom

Viele der Sharing-Modelle funktionieren seit der Corona-Krise nur noch eingeschränkt. Der stark zurückgegangene Verkehr, das "Social Distancing" und die strenge Hygiene machen den Betreibern zu schaffen. Die Kunden bleiben weg. Waren Carsharing-Autos in Berlin vor der Corona-Krise zeitweilig knapp, stehen sie heute zuhauf am Straßenrand.

Millionen hatten sich bisher mit Apps von Airbnb oder Couchsurfing einen preiswerten Urlaub organisiert. Aber nun ist der Tourismus zum Erliegen gekommen. Die Mitfahr-App BlaBlaCar arbeitet zwar noch, rät aber nur zu unbedingt notwendigen Reisen. Und dann auch nur mit einem Passagier – am besten auf der Rückbank.

Carsharing in Zeiten der Corona-Krise
Auch das CarSharing leidet unter der Corona-Krise: Die Buchungen sind sehr deutlich zurückgegangen und wer noch fährt, der schützt sich.
Quelle: Louis Saul/ZDF

Nachbarn helfen Nachbarn

Es existiert aber auch eine andere Seite des Teilens. Und die zeigt gerade in der Krise ihre Stärke. Auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de mit ihren mehr als 1,5 Millionen Mitgliedern sind seit Wochen zahlreiche Hilfsangebote für Risikogruppen entstanden. Auf der Schwester-Website kaufnebenan.de haben Nachbarn für ihre Lieblingsläden schon weit über eine Million Euro gesammelt, damit denen in der Krise nicht das Geld ausgeht. Und wer auf Hilfe angewiesen ist, aber keinen Internetzugang hat, der kann sich unkompliziert über die kostenlose telefonische Hotline 0800 866 55 44 Nachbarschaftshilfe organisieren lassen.

foodsharing.de, eine Internetseite die bisher viele tausend Tonnen Lebensmittel vor dem Müll gerettet und sie einer sinnvollen Verwendung zugeführt hat, springt gerade für die Tafeln ein. Denn viele davon mussten schließen, weil ihre freiwilligen Helfer oft zu Risikogruppen zählen. Jetzt sorgt Foodsharing mit einem Lieferservice für schnelle und unkomplizierte Hilfe für Menschen in Not.

"Teilen in der Krise ist essentiell, weil nur so kann ein Überleben der Menschheit garantiert werden.“
Professor Karim Sadrieh, Verhaltensökonom, Universität Magdeburg

Die "Sharing Economy“ kann also durchaus einen Beitrag leisten, sowohl zum Umweltschutz, als auch zur Bewältigung einer Krise.

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