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Schock für Urlauber und Spaniens Wirtschaft

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Reisewarnung auch für Mallorca - Schock für Urlauber und Spaniens Wirtschaft

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Wegen steigender Corona-Zahlen gibt Berlin für fast ganz Spanien eine Reisewarnung heraus. Das heißt Testpflicht und Quarantäne für Heimkehrer - und harte Zeiten für die Spanier.

Das Urlaubsland Spanien gilt - mit Ausnahme der Kanaren – als Risikogebiet. Grund dafür sind steigende Infektionszahlen. Für heimkehrende Urlauber bedeutet das eine Testpflicht. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.

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Es ist eine Hiobsbotschaft für alle deutschen Touristen auf Mallorca, Ibiza oder in Andalusien: Die Bundesregierung hat das gesamte spanische Festland sowie die Balearen-Inseln als Corona-Risikogebiet eingestuft und eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen.

Reisewarnung mit Tests und Quarantäne für Rückkehrer

Für die Urlauber bedeutet dies bei der Rückkehr verpflichtende Corona-Tests und Quarantäne - für die ohnehin schwer angeschlagene spanische Wirtschaft eine Katastrophe. Deutschland ist nach Großbritannien das zweitwichtigste Herkunftsland von Touristen in Spanien.

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Das Wichtigste aber ist: Reisende können nun auch Buchungen kostenlos stornieren.

Tui sagt Pauschalreisen nach Spanien ab

Der Reisekonzern Tui wird nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die ab Samstag geplanten Pauschalreisen dorthin absagen. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, wie ein Tui-Sprecher der dpa sagte. Reisenden, die bereits in den betroffenen Feriengebieten sind, biete Tui an, sie auf Wunsch früher als geplant nach Hause zu fliegen.

Touristen in Spanien wird der Ausgeh- und Feier-Spaß aber ohnehin verdorben: Um eine Überlastung der Krankenhäuser durch Corona-Patienten wie im Frühjahr zu verhindern, hat die spanische Regierung am Freitag wieder drastische Maßnahmen verhängt.

BIP sinkt, Arbeitslosenrate steigt

Die Tourismusbranche erwirtschaftet in Spanien normalerweise rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im zweiten Quartal 2020 verzeichnete das Land vor allem wegen der Corona-Krise bereits einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 18,5 Prozent, im Tourismussektor sogar um 60 Prozent.

Die Arbeitslosenrate könnte dieses Jahr laut Schätzungen wieder auf 20 Prozent steigen. Wegen der hohen Bedeutung der Reisebranche für die Wirtschaft war es für Spanien so wichtig, dass die Touristen bald nach dem Ende des Lockdowns Mitte Juni wiederkamen.

Doch die erneute Infektionswelle nur wenige Wochen später, auf die zahlreiche Länder bereits mit Reisewarnungen reagiert haben, könnte der wirtschaftlichen Erholung ein jähes Ende bereiten.

Erinnerungen an die erste Welle werden wach

Noch sei Spanien weit von den Zuständen im Frühjahr entfernt, sagen die spanischen Behörden. Die Mehrzahl der neuen Fälle - je 3.000 in den vergangenen beiden Tagen - seien asymptomatisch.

Und seit dem 21. Juni habe es "nur" 294 Todesfälle gegeben, deutlich weniger als die bis zu 950 Corona-Toten pro Tag während der ersten Welle.

Die traurige Gesamtbilanz liegt derzeit aber bei 28.617 Todesfällen, eine der höchsten Europas. Die Gesundheitsbehörden haben dennoch aus der ersten Welle gelernt und beispielsweise in den Pflegeheimen, in denen die meisten Todesfälle verzeichnet wurden, die Besuchsregeln verschärft und verpflichtende Corona-Tests für Neuaufnahmen eingeführt. Die Hoffnung bleibt, dass die Corona-Zahlen bald wieder zurückgehen und die Bundesregierung ihre Reisewarnung dann wieder aufheben kann.

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