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Tipps für die Steuererklärung - Was im Homeoffice abgesetzt werden kann

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Homeoffice boomt, kann aber auch Kosten verursachen. Steuerberaterin Elisa Lutz empfiehlt Rechnungen gut aufzuheben, denn die Steuerregelungen werden gerade angepasst.

Archiv: Eine Frau arbeitet am 26.07.2020 in ihrem zuhause an einem Tisch sitzend mit einem  Laptop
Der starke Anstieg der Corona-Zahlen führt wieder vermehrt zum Arbeiten in der eigenen Wohnung.
Quelle: dpa

ZDFheute: Lässt sich durch die Corona-Krise und das damit verbundene Homeoffice mehr von der Steuer absetzen als üblich?

Lutz: Derzeit wird ja das Jahressteuergesetz ausgearbeitet, also die steuerlichen Änderungen für das Jahr. Und da gibt es sehr entschlossene Diskussionen, dass sich da etwas ändern muss.

Durch die Corona-Krise sind ja viel mehr Beschäftigte verpflichtet, im Homeoffice zu arbeiten. Es gibt verschiedene Vorschläge wie eine Homeoffice-Tagespauschale von fünf Euro. Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass sich da von Seiten der Politik etwas ändern wird.

Eine Frau im Homeoffice. Symbolbild

Corona und Arbeiten zu Hause -
Rechte und Pflichten beim Homeoffice
 

Der starke Anstieg der Corona-Zahlen führt vermehrt wieder zu Arbeiten in der eigenen Wohnung. Die Regierung erwägt das Homeoffice neu zu regeln. Welche Regelungen gelten aktuell?

von Julia Lösch

ZDFheute: Unter welchen Voraussetzungen kann ich denn mein Arbeitszimmer aktuell steuerlich absetzen?

Lutz: Es darf kein anderer Schreibtischarbeitsplatz verfügbar sein. Heißt: wenn man nur einen Tag in der Woche Homeoffice macht und ansonsten ins Büro geht, dann reicht das nicht aus. Es muss schon so sein, dass man über einen längeren Zeitraum nur dieses Homeoffice hat.

Das ist dadurch gegeben, dass der Arbeitgeber sagt: "Ihr müsst jetzt ins Homeoffice! Ihren Arbeitsplatz im Büro können wir nicht mehr zur Verfügung stellen – aufgrund der Corona-Situation." Ist das gegeben, kann man bis zu einem Betrag von 1.250 Euro die Kosten für dieses Arbeitszimmer absetzen.

Wenn es aber so sein sollte, dass es der komplette Mittelpunkt der eigenen Tätigkeit ist und man auch später keinen anderen Arbeitsplatz hat, dann können die Kosten sogar unbeschränkt voll abgesetzt werden.

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Zu den Voraussetzungen zählt, dass das Arbeitszimmer wie ein Büro eingerichtet ist, also ein wirkliches Arbeitszimmer ist. Es geht also nicht, dass das Bügel- oder Gästezimmer als Arbeitszimmer bezeichnet wird. Und es darf auch nicht nur eine Arbeitsecke sein, sondern muss ein abgeschlossener Raum sein.

ZDFheute: Welche allgemeinen Kosten lassen sich im Homeoffice noch absetzen?

Lutz: Wenn man die Möglichkeit hat, das Arbeitszimmer voll abzusetzen, dann rechnet man die anteiligen Kosten heraus.

Heißt: Bei einer Wohnung von 100 Quadratmetern und einem Arbeitszimmer von zehn Quadratmetern kann ich zehn Prozent aller Kosten für diese Wohnung absetzen – bis zum Höchstbetrag von 1.250 Euro. Das betrifft die Miete, die Nebenkosten, eventuelle Reinigungskosten und tatsächlich auch anteilige Telefon- und Internetkosten.

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ZDFheute: Kann man Telefonkosten auch unabhängig vom Arbeitszimmer steuerlich geltend machen?

Lutz: Ja. Da gibt es entweder die Möglichkeit, die Gespräche einzeln zu dokumentieren. Das ist in der Praxis natürlich sehr aufwändig. Deswegen sagt der Gesetzgeber, dass man bis zu 20 Euro im Monat pauschal absetzen kann.

ZDFheute: Wie sieht es mit meinem Laptop aus?

Lutz: Arbeitsmittel kann man immer geltend machen, auch ohne häusliches Arbeitszimmer. Wenn ich mir ein Bücherregal oder Laptop gekauft habe oder einen guten Schreibtischstuhl besorgen musste, sind das alles Arbeitsmittel und können abgesetzt werden.

"Alles schriftlich bestätigen lassen"
Elisa Lutz, Steuerberaterin

ZDFheute: Haben Sie noch einen letzten Tipp für die Steuerklärung für das Corona-Jahr 2020?

Lutz: Generell ist es wichtig, sich alles schriftlich bestätigen zu lassen, weil die Finanzämter da – trotz Corona – sehr strenge Nachweise fordern.

Daher empfehle ich, Bilder vom Arbeitszimmer zu machen. Ansonsten ist wichtig, dass der Arbeitgeber so viel wie möglich bescheinigt, dass man verpflichtet war, das Büro zu Hause zu benutzen. Auch die geschäftliche Mitbenutzung von privaten Telefon- oder Internetanschlüssen sollte bescheinigt werden.

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ZDFheute: Wie sieht es denn aus, wenn der Beschäftigte freiwillig ins Homeoffice möchte?

Lutz: Bisher ist es gesetzlich so geregelt, dass unter diesen Umständen das Arbeitszimmer nicht absetzbar ist. Jetzt im Rahmen von Corona soll es diesbezüglich aber Lockerungen geben, in diesen Tagen wird dazu beraten.

Jetzt müssen wir auf das Jahressteuergesetz hoffen, die ersten Entwürfe werden ja bereits im November vorgelegt. Und dann ist das ja auch rückwirkend.

Das Interview führte Julia Lösch

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