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Corona-Stornierungen - EU und Bund uneinig bei Gutscheinlösung

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Berlin will an einer verpflichtenden Gutscheinlösung für Tourismus-Kunden festhalten, obwohl die EU das ablehnt. Sie argumentiert: Verbraucher haben auch ein Recht auf Erstattung.

Eine Reisende mit Rollkoffern blickt auf die Anzeigetafel am Flughafen Brüssel.
Deutschland und Brüssel sind sich uneins über die Entschädigung für Corona-Stornierungen.
Quelle: dpa

Berlin will an einer Gutscheinlösung für stornierte Reisen in der Corona-Krise festhalten, obwohl es Widerstand aus Brüssel gibt. Die Bundesregierung werde sich für "eine europarechtskonforme Gutscheinlösung einsetzen, die in der jetzigen Situation auch die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher angemessen berücksichtigt".

Das sagte ein Sprecher des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz dem "Handelsblatt". Die Einschätzung der EU-Kommission zu der vorgeschlagenen Gutscheinlösung habe man "zur Kenntnis genommen".

Im Video: Warum Berlin die Gutscheinlösung will

EU gegen Gutscheinzwang: Tourismus-Kunden müssen Wahl haben

Berlin setzt bisher auf eine verpflichtende Gutscheinlösung. Diese lehnt EU-Justiz- und Verbraucherkommissar Didier Reynders aber ab. Er begründet dies in den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" mit EU-Recht. Demnach müssten Verbraucher die Wahl haben, "ob sie einen Gutschein akzeptieren oder eine Erstattung bevorzugen".

Er stellte klar, dass er sich der beispiellosen Krise für den Tourismussektor in Europa bewusst sei. Trotzdem müssten Entscheidungen der Mitgliedstaaten mit EU-Recht übereinstimmen und in der EU koordiniert werden.

Im Video: Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung erklärt die Corona-Auswirkungen auf den Sommerurlaub

Reiseverband will Erstattung von Stornierungskosten

Zuvor hatte der Deutsche Reiseverband (DRV) die fehlende Zustimmung aus Brüssel als "schweren Schlag" für die Branche beklagt. Der DRV forderte die Bundesregierung auf, umgehend eine nationale Regelung zu beschließen. Nach Auffassung des DRV ist dies möglich, ohne gegen EU-Recht zu verstoßen.

Zudem erneuerten die Branchenvertreter ihre Forderung von Mitte März, dass die Bundesregierung Reisebüros die ausgefallenen Provisionen und Reiseveranstaltern die Stornierungskosten erstatten solle.

Für Montag sind Gespräche der EU-Tourismusminister geplant. In der Videoschalte könnte es auch um die Gutscheinlösung gehen.

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