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Reisebranche in Not - "Stärker auf unser Heimatland konzentrieren"

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Viele sorgen sich um ihren Sommerurlaub. Der Tourismus steht still. Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, fordert klare Signale und Sicherheit für die Branche.

Junge Menschen springen ins Wasser
Der Sommerurlaub in diesem Jahr wird voraussichtlich überwiegend im Inland stattfinden.
Quelle: photocase

Ob und wie im Sommer gereist wird, ist derzeit noch unklar. Bundesaußenminister Heiko Maas kann noch nicht abschätzen, ob die weltweite Reisewarnung für Reisende vor dem Sommer aufgehoben werden kann.

Gutscheine wären ein Mittel, um die Reisebranche vor dem Kollaps durch die Corona-Krise zu retten und Kunden abzusichern, so der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß im ZDFheute-Interview.

 

ZDFheute: Wie ist die Prognose? Wann könnte es in der Tourismus-Branche weitergehen?

Thomas Bareiß: Es fällt schwer, heute schon eine klare Aussage zu machen. Aber sicher ist, dass der Sommerurlaub dieses Jahr anders abläuft als sonst.

Wir müssen uns stärker auf unser Heimatland konzentrieren und ich glaube auch, dass das eine tolle Perspektive ist, für die Hotels und die Gastronomie hier in Deutschland.

ZDFheute: Gibt es konkrete Hilfsmaßnahmen, die der Tourismusbranche helfen sollen?

Bareiß: Wir haben heute schon ein sehr umfangreiches Paket von Hilfsmaßnahmen, sehr große Liquiditätsleistungen, Kredite. Darlehen können auch günstig aufgenommen werden. Aber auch Kurzarbeitergelder, die dem Tourismus helfen.

Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir auch der Branche durch Steuererleichterung und Vereinfachung bei gewissen Dingen wieder mehr Freiheit geben können.

ZDFheute: Was hat es mit den Gutscheinen auf sich?

Bareiß: Dass die ganze Reiseveranstalter-Branche vor dem Kollaps steht und die Unternehmen nicht mehr zahlungsfähig sind, das macht uns große Sorgen.

Wir wollen einen Gutschein einführen, der, für einen gewissen Zeitraum begrenzt, ausgegeben werden kann. Der Gutschein soll werthaltig bleiben und damit quasi sicherstellen, dass die Reiseveranstalter-Branche erhalten bleibt und in ihrer Struktur nicht gefährdet ist.

Der Kunde soll aber auch die Sicherheit haben, dass sein Geld nicht verloren ist und er seine Reise bald nachholen kann. Auch das wäre eine ganz, ganz wichtige Lösung. Da brauchen wir aber noch die Rahmenbedingungen und Zustimmung aus Brüssel.

ZDFheute: Was wird in Betracht gezogen, um die Maßnahmen in Deutschland zu lockern?

Bareiß: Wir brauchen klare Kriterien in allen Bereichen, die auch nachvollziehbar für die Menschen sind. Wenn es so ist, dass der Mundschutz auch in der breiten Anwendung hilft, egal ob im Supermarkt, im Hotel oder in der Gastronomie, ist wichtig, dass wir solche Maßnahmen auch umsetzen.

ZDFheute: Wie steht es um Auslandsreisen?

Bareiß: Umso weiter die Reise geht, umso schwieriger wird es wahrscheinlich. Weil natürlich dann auch da ganz andere Bedingungen sind. Die Beherrschbarkeit der Pandemie ist ein ganz wichtiger Faktor.

Und deswegen denke ich, dass auch da nur ein schrittweises Öffnen möglich sein wird und hoffentlich auch Freizeitreisen ins Ausland bald wieder möglich sind.

ZDFheute: Wann kann wieder gereist werden?

Bareiß: Ich glaube, realistisch kann das keiner sagen. Wir müssen jetzt einfach abwarten, wie schnell wir in den nächsten Wochen weiterhin erfolgreich sind mit unseren Maßnahmen.

Wir müssen alle Kräfte darauf konzentrieren, ein sinnvolles Mittel auf den Markt zu bringen, das hilft, die Pandemie zu bekämpfen und das Virus wirklich auch einzudämmen und dann auch für Ältere, für Jüngere, für Risikogruppen eine Reise ohne Sorgen wieder möglich zu machen.

Jeder Tag früher ist gut, und ich hoffe, dass wir da wirklich relativ schnell vorankommen. Ich vertraue auch auf die guten Forscher aus Deutschland.

Das Interview führte Julia Güth.

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