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Wegen Corona-Verlusten - Tui streicht 8.000 Stellen

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Wegen des Einbruchs durch Corona will der Reisekonzern Tui 8.000 Jobs streichen. Das kündigte Tui-Chef Joussen an. Trotzdem hofft man, das Sommergeschäft zum Teil retten zu können.

Der Tui-Konzern steht nach den üblichen Verlusten im Winter vor einer extrem schwierigen Sommersaison 2020 und will mehrere Tausend Jobs abbauen. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Krise müsse man die Verwaltungskosten beim größten Reiseanbieter der Welt um 30 Prozent drücken, sagte Vorstandschef Fritz Joussen zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr in Hannover.

Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8.000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen.
Fritz Joussen, Tui-Vorstandsvorsitzender

Von Oktober bis März war das bereinigte Ergebnis von Tui vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro abgerutscht. Verluste in dieser Zeit sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer.

Im März Programm weltweit eingestellt

Doch der Sommer bringt im laufenden Jahr besondere Probleme: Im März musste Tui sein Programm zunächst einstellen, weltweit gibt es weiter Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm ist nur zu 35 Prozent ausgebucht. Joussen geht aber von einer Erholung aus:

Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden - verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern.
Fritz Joussen, Tui-Vorstandchef

Die Wiederaufnahme des Geschäfts werde vorbereitet. Eine genauere Prognose traut sich der Konzern nicht zu.

Beschäftigte der Tourismusbranche protestieren

In zahlreichen deutschen Städten protestieren heute Beschäftigte der Tourismusbranche, sie fordern staatliche Hilfen und den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Über die Demos der Branche in Berlin berichtet dieses Video:

Zahlreiche Beschäftigte hatte Tui-Deutschland schon in Kurzarbeit schicken müssen, für viele gilt die Regelung bis in den September. Um die Einnahmeeinbußen abzufedern und Liquidität zu sichern, bekommen die Hannoveraner über die staatliche Förderbank KfW zur Überbrückung der Krise einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro. Dieser stockt eine schon bestehende Kreditlinie im Wert von 1,75 Milliarden Euro auf.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie es aktuell um die Reisebranche in Bayern steht:

Einschränkungen wohl bis Jahresende

Urlaub in Deutschland dürfte indes bald wieder etwas leichter möglich sein. Für Ferienwohnungen oder Campingplätze gibt es bereits Lockerungen, bis Ende Mai könnten in einigen Regionen Hotels hinzukommen. Ganz ohne Einschränkungen wie deutlich geringere Gästezahlen in Lokalen dürfte der Betrieb in diesem Jahr aber eher unrealistisch sein.

Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie die Lockerungen für Reiseziele in Deutschland anlaufen:

Nach Ansicht eines Tourismusexperten werden Fernreisen wegen der Corona-Pandemie in Zukunft jedoch nicht unbeliebter sein. "Sicher werden das in diesem und im nächsten Jahr weniger werden, aber nicht mangels Beliebtheit, sondern weil das Angebot nicht zugänglich oder knapp ist", sagt Martin Lohmann vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa in Kiel.

Tui versucht währenddessen, die Kunden schon auf die Hauptsaison 2021 einzustimmen. Der Flugplan für Mitte kommenden Jahres wurde freigeschaltet.

Wie der Sommerurlaub doch noch ermöglicht werden soll, lesen Sie hier:

Leere Strandkörbe am 11.05.2020 stehen am Strand von Rostock

Kommission stellt Plan vor - So will die EU den Sommerurlaub retten 

Was, wenn der Sommer-Urlaub nicht ins nahe Grenzgebiet, sondern in den sonnigen Süden gehen soll? Die EU-Kommission hat dafür Empfehlungen vorgelegt. Die Vorschläge im Überblick:

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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