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Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

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Hoffnung und Hürden - Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

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Ob ans Meer in Kroatien oder in die Tiroler Berge: Möglicherweise sind ab 15. Juni einige Grenzen wieder offen. Einige Länder bereits sich auf Touristen vor - ein Überblick.

Außenminister Maas hat mit seinen Kollegen aus zehn Ländern beraten, wie Sommerurlaub in Europa trotz Corona möglich sein kann. Ziel ist ein koordiniertes Vorgehen bei den Grenzöffnungen.

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Verhandlungen zu Grenzöffnungen in Europa lassen viele hoffen, die Sommerferien auch im Ausland verbringen zu können. Bundesaußenminister Heiko Maas und seine Kollegen aus Ländern, die bei Urlaubern aus Deutschland besonders beliebt sind, wollen auf eine Öffnung für Touristen bis zum Sommerbeginn hinarbeiten. Die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung für deutsche Touristen soll zunächst nur für die Europäische Union aufgehoben und durch individuelle Reisehinweise ersetzen werden.

Einige Länder bereiten sich auf die Touristen vor - andere müssen teils noch hohe Hürden überwinden. Ein Überblick:

Österreich

Vieles spricht dafür, dass Urlauber nun ab Mitte Juni anreisen dürfen. Hotels und Beherbergungsbetriebe können ab 29. Mai wieder öffnen.

Es gelten dann einige Einschränkungen. Im Eingangsbereich sowie an der Rezeption gilt eine Mundschutzpflicht. Gästegruppen müssen untereinander keinen Sicherheitsabstand einhalten. Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch die Wellness-Einrichtungen in Hotels dürfen genutzt werden.

Die Deutschen sind die mit Abstand wichtigste Gästegruppe. Sie treffen auf ein Land mit sehr niedrigen Corona-Zahlen. Wichtige touristische Einrichtungen wie Museen, Bergbahnen und Freizeitparks sollen im Lauf der nächsten Wochen wieder öffnen.

Schweiz

Auch die Grenzen zur Schweiz sollen am 15. Juni wieder öffnen, Beschränkungen der Bewegungsfreiheit im Land gibt es nicht. Viele Hotels hatten nie geschlossen. Geschäfte sind auch wieder auf, ebenso Restaurants, wo allerdings nicht mehr als vier Gäste am Tisch sitzen sollen und zwischen den Tischen Abstand gehalten werden muss. Veranstaltungen wie das Jazz-Festival in Montreux wurden allerdings abgesagt.

Die Zahl der Neuansteckungen ist seit April sehr gering. Auf dem Höhepunkt der Epidemie waren vor allem die Grenzkantone Tessin Richtung Italien im Süden betroffen sowie Genf und Waadt im Westen Richtung Frankreich.

Frankreich

Nach gut zwei Monaten Stillstand werden Frankreichs Touristenziele langsam wieder zum Leben erweckt. Am Wochenende öffneten einige Strände an den Küsten des Landes, die Marienwallfahrtsstätte in Lourdes empfing Besucher und die berühmte Insel Mont Saint-Michel in der Normandie war wieder zugänglich. Bis Ende Juni sollen so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich wieder offen sein. Die Regierung will dazu bald einen zeitlichen Ausblick aufzeichnen.

Bei weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm ist noch unklar, wann er wieder für Touristen zugänglich wird. Große Museen wie der Louvre in Paris werden ihre Türen wohl nicht vor September öffnen. Cafés und Restaurants könnten ab dem 2. Juni in den Regionen wieder öffnen, in denen das Virus weniger verbreitet ist. Sommerurlaub, so hofft die Regierung, soll im Land ab Juli möglich sein - zumindest für die Franzosen.

Italien

Ab dem 3. Juni sind Einreisen aus dem Ausland wieder erlaubt. Auch innerhalb Italiens darf man dann wieder reisen. Regionen wie Südtirol, die Hotels schon ab Ende Mai öffnen, buhlen um deutsche Touristen. Doch die Grenze zu Österreich ist noch dicht.

In Italien öffnen Restaurants, Bars, Friseursalons, Geschäfte und Museen wieder.

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In jedem Fall sollen überall Abstandsregeln gelten, Sonnenschirme am Strand weit genug voneinander weg stehen. Buchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten. Buffets in Hotels sind verboten. Desinfektionsmittel müssen überall bereit stehen.

Spanien

Einen Spanien-Urlaub sollte man für den Frühsommer noch nicht buchen. Die Regierung in Madrid bekräftigte am Montag, dass man frühestens ab Ende Juni mit einer weitgehenden Grenzöffnung für Touristen rechnen könne. Auch die Spanier selbst dürfen bis dahin nicht in andere Regionen des Landes reisen.

Mallorca und die anderen Urlaubsinseln können aber darauf hoffen, vielleicht doch etwas früher eine begrenzte Zahl von in- und ausländischen Besuchern empfangen zu dürfen. Die Inseln setzen sich für die Errichtung eines "sicheren Tourismuskorridors" ein. Jene Menschen, die trotz geschlossener Grenzen einreisen dürfen, weil sie in Spanien eine Erstwohnung haben oder einen Job antreten, müssen bis auf weiteres zwei Wochen in Quarantäne.

Portugal

Weniger düster sehen die Aussichten auf einen Sommerurlaub in Portugal aus. Das Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist extrem vom Tourismus abhängig, der etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. 2019 verbuchten die Feriengebiete von Algarve bis Madeira 27 Millionen Gäste. Um zu retten, was zu retten ist, will sich Portugal nun schrittweise für ausländischen Tourismus öffnen.

Der Hotelverband AHP teilte zuletzt mit, dass Mitte Juli die meisten Hotels wieder offen sein könnten. Die Tourismusbehörde will zudem mit einem neuen Hygiene-Siegel unter dem Motto "Clean & Safe" Vertrauen aufbauen. Die Einhaltung der Bestimmungen soll regelmäßig überprüft werden. Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen war Portugal viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien.

Griechenland

Nach knapp zwei Monaten sind am Montag die griechischen archäologischen Stätten wieder geöffnet worden. Dies gilt zunächst nur für Stätten im Freien, wie die Akropolis von Athen. Die Museen sollen dann nach Angaben des Kulturministeriums am 15. Juni geöffnet werden. Am vergangenen Wochenende wurden alle Badestrände geöffnet. Zudem sind ab Montag wieder Reisen in alle Landesteile sowie zur Insel Kreta erlaubt worden. Grünes Licht für Reisen auch zu den kleineren Inseln soll Ende Mai gegeben werden.

Noch müssen Einreisende aus dem Ausland in 14-tägige Quarantäne. Für Reisende aus Ländern mit niedriger Ausbreitung des Coronavirus soll das aber bald aufgehoben werden. Ab dem 1. Juli soll laut Regierung der Tourismus in vollem Umfang, aber unter hygienischen Auflagen neu starten.

Niederlande

Der Holland-Urlaub wird wieder möglich. Schon jetzt öffnen stufenweise Bungalowparks ihre Tore, und es werden auch wieder Ferienwohnungen vermietet. Ab dem 1. Juli sollen dann alle Campingplätze und Ferienparks wieder voll geöffnet werden. Bisher galt das nur eingeschränkt. So mussten etwa auf Campingplätzen Duschen und WCs geschlossen bleiben. Die sanitären Einrichtungen werden ab 1. Juli auch an Stränden und in Naturparks wieder geöffnet.

Museen dürfen ab 1. Juni wieder Besucher empfangen - vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an. Auch Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

Belgien

Belgien tastet sich vorsichtig aus den Corona-Einschränkungen - kontrolliert aber nach wie vor seine Grenzen. Alle nicht zwingend notwendigen Einreisen in das Land sind verboten, gleiches gilt für Reisen ins Ausland.

Vor allem in Ostbelgien ist der Unmut darüber groß. Die Maßnahmen waren im März bis zum 8. Juni angekündigt worden. Gelockert werden sollen sie nur in Absprache mit dem jeweiligen Nachbarland und, wenn die Virus-Situation auf beiden Seiten der Grenze vergleichbar ist.

Dänemark

Als eines der ersten Länder Europas hatte Dänemark im Kampf gegen Corona am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Einreisegrund kommen seitdem nicht mehr ins Land.

Wer aber eine Sommerreise nach Kopenhagen oder an die dänische Küste plant, für den besteht jetzt Hoffnung: Regierungschefin Mette Frederiksen hat sich in einer TV-Debatte offen für die Möglichkeit gezeigt, Touristen bald ins Land zu lassen, die etwa mit einem Mietvertrag für ein Ferienhaus oder mit einer Hotelreservierung den Grund ihrer Einreise nachweisen könnten. Dies müsse aber erst in politischen Gesprächen diskutiert werden.

Schweden

Von der dänischen Entscheidung dürften auch die Reisen vieler Schweden-Urlauber abhängen. Denn wer beispielsweise mit dem Auto nach Schweden reisen möchte, der fährt in der Regel über Dänemark. Eine Alternative kann die Anreise per Fähre etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde sein, die weiterhin fahren. Flüge aus Deutschland in Richtung Stockholm oder Göteborg gibt es momentan kaum und wenn, dann lediglich aus Frankfurt.

Darüber hinaus besteht in Schweden bis vorläufig zum 15. Juni ein Einreiseverbot - dies gilt jedoch nicht für Länder der EU und der Europäischen Freihandelszone.

Türkei

Die Türkei lockert schrittweise die Corona-Maßnahmen und bereitet sich auf eine Öffnung für den Tourismus vor. Inzwischen gelten nur noch Reisebeschränkungen für 15 statt wie zuvor für 31 Städte und Provinzen. Ende Mai will das Land den inländischen Reiseverkehr aufnehmen, im Juni hofft es auf internationale Urlauber.

Für Hotels und Restaurants sollen strenge Corona-Auflagen gelten. Es müssen etwa Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, das Personal soll eine Pandemie-Ausbildung erhalten. Gepäck wird mit Desinfektionsmitteln behandelt. Die Türkei hat zudem ein Zertifikationsprogramm für Hotels entwickelt. Nach der Öffnung für internationale Flüge sollen an den Grenzübergängen, etwa am Flughafen Antalya, Corona-Tests durchgeführt werden. Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines hatte ihren Flugstopp für internationale Flüge zuletzt bis zum 1. Juni verlängert.

Zypern

Nikosia führt zurzeit Verhandlungen mit Israel und Griechenland über eine baldige Wiederaufnahme der Flüge für Urlauber. Bei einer Einigung können Israelis und Griechen nach Zypern fliegen, ohne anschließend 14 Tage lang in Quarantäne bleiben zu müssen.

Die größere Frage bleibt jedoch, welche Regelungen für die Länder gelten, aus denen die meisten Touristen stammen: Großbritannien und Deutschland. Denn der quarantänefreie Rückflug muss auch gesichert sein, heißt es aus Regierungskreisen. Fast 90 Prozent der touristischen Unternehmen in der Touristenhochburg Agia Napa im Südosten der Insel planen vorerst nicht aufzumachen.

Kroatien

Das stark vom Tourismus abhängige Land an der Adria dringt energisch auf eine Öffnung der europäischen Grenzen. Seit dem 9. Mai gelten gelockerte Einreisebestimmungen. Demnach dürfen Ausländer mit drei Begründungen die Grenze ohne Corona-Test und ohne Quarantäne-Auflagen passieren: Wenn sie eine Immobilie oder ein Boot in Kroatien besitzen, wenn sie zu einem Begräbnis reisen oder wenn sie über die Einladung eines Unternehmens verfügen und an ihrer Einreise ein wirtschaftliches Interesse besteht.

Eine informelle Weisung des Innenministeriums hält fest, dass die letzte Bestimmung auch für Urlauber gilt, die eine Unterkunft in Kroatien gebucht haben. Die Behörden arbeiten zudem an neuen Regeln, die zu große Menschenansammlungen an den Stränden verhindern sollen.

Slowenien

Das kleine EU-Land zwischen Alpen und Adria will EU-Bürgern möglichst bald die Einreise ohne Corona-Tests und Quarantäne-Auflagen ermöglichen. Vor allem für Urlauber aus Deutschland, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren wollen, wäre das eine große Erleichterung, denn ihr Urlaubsziel ist praktisch nur über Slowenien erreichbar. Das Land verfügt selbst über einen 46 Kilometer langen Abschnitt an der Adria mit gut ausgebauter touristischer Infrastruktur.

Hotels mit weniger als 30 Zimmern dürfen seit dem 18. Mai wieder öffnen. Für größere Bettenburgen gibt es diesbezüglich noch keine Entscheidung. Für den Strandbetrieb gelten noch Einschränkungen: Man darf zwar schwimmen und surfen, nicht aber am Strand in der Sonne liegen.

Tschechien

Es gibt noch keinen festen Fahrplan für die Wiederbelebung des Tourismusgeschäfts. Ministerpräsident Andrej Babis will die Grenze zuerst für Reisende aus Österreich und der Slowakei öffnen - voraussichtlich schon Mitte Juni. Deutsche müssen sich noch etwas gedulden.

Die historische Prager Altstadt ist derzeit fast menschenleer. In einigen Hostels und Hotels der Moldau-Metropole finden Obdachlose eine vorübergehende Bleibe. Wenn die Grenzen wieder öffnen, treffen Reisende auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Bulgarien

Das Urlaubsland am Schwarzen Meer rüstet sich für eine Sommersaison unter Corona-Auflagen. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sollen zum Standard gehören. Die Hotels hielten bereits coronabedingte Maßnahmen ein und könnten nun heimische Touristen aufnehmen, versicherte Tourismusministerin Nikolina Angelkowa im Staatsfernsehen.

Ministerpräsident Boiko Borissow will diese Woche mit seinem Kollegen aus Rumänien, Serbien und Griechenland Details einer Öffnung der Grenzen zwischen den südosteuropäischen Staaten erörtern. Doch Bulgariens Fremdenverkehr hängt zum großen Teil von Auslandsflügen ab, über die es noch keine Klarheit gibt.

Polen

Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern soll es bis zum 12. Juni geben. Ausländer dürfen nicht rein. Bisher gelten Ausnahmen für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lkw-Fahrer und Diplomaten. Seit dem 4. Mai sind Hotels und Einkaufszentren wieder geöffnet.

In einem weiteren Schritt zur Beendigung des Lockdowns dürfen Restaurants und Cafés jetzt wieder öffnen. Es muss aber ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten werden. Auch sind Köche und Keller verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Ägypten

Es ist weiter unklar, wann an Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels dürfen für einheimische Urlauber bei 25 Prozent Belegung inzwischen aber wieder öffnen und ab 1. Juni bei 50 Prozent Belegung. Die Betreiber müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck der Gäste bei Ankunft und Abreise desinfizieren.

Gutachter prüfen diese Zustände und stellen ein Zertifikat aus, um das sich bisher rund 170 Hotels bewarben. Am Flughafen in Kairo sollen neue Wärmebildkameras außerdem prüfen, ob Reisende Fieber haben. Für Urlauber aus dem Ausland sind aber nach wie vor die Grenzen dicht.

Vor einem Liniendiagramm steht der Großbuchstabe R. Im Hintergrund sind zwei große, gezeichnete Viren zu sehen.

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