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Software für Videokonferenzen - Mit "Zoom" in die Sicherheitslücken

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In Zeiten der Corona-Krise sind Videokonferenzen gefragt wie noch nie. Sehr beliebt ist der Anbieter Zoom. Doch der hat mit zahlreichen Sicherheitslücken zu kämpfen.

Videokonferenzdienst Zoom. Archivbild
Videokonferenzdienst Zoom (Archivbild)
Quelle: Andre M. Chang/ZUMA Wire/dpa

Kaum hatten die ersten Unternehmen ihre Mitarbeiter Mitte März ins Homeoffice geschickt, da trat der Videokonferenzanbieter Zoom seinen Höhenflug an. Zoom wurde populärer als der bisherige Platzhirsch Skype von Microsoft.

Die Beliebtheit hatte Gründe: Die Software ist schnell installiert, eine Videokonferenz binnen kürzester Zeit aufgesetzt. Neben einer Abo-Version kann Zoom auch kostenlos genutzt werden.

Zoom-Nutzer zahlten mit Daten

Die Begeisterung war groß. Aber dann stellte sich heraus: Die Nutzer des kostenlosen Services von Zoom zahlten mit ihren Daten. Denn bis Ende März schickte Zoom bei jedem Start der iOS-Version eine Identifizierungsnummer des Nutzers, den Standort des Geräts inklusive Zeitzone und Daten über das verwendete Mobilfunknetz an Facebook.

Datenhändler machen mit solchen Informationen ein Riesengeschäft. Denn so können Werbebotschaften zielgenau platziert werden. Eine regelrechte Protestwelle erschütterte Zoom. Doch deren Chef-Informatiker Harry Moseley versteht das bis heute nicht so recht:

Wir haben lediglich Informationen über das Endgerät mit Facebook geteilt, nichts Individuelles, Persönliches.

Hacker kaperten Videokonferenzen und spielten Sex-Werbung ein

Der Aktionskünstler Padeluun, gleichzeitig einer der Gründer der Datenschutzorganisation Digitalcourage, wirft den Zoom-Managern vor, diese Datenweitergabe verschwiegen zu haben. Davon stand nämlich nichts in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Padeluun sagt:

Zoom hat so invasiv auf Daten der Userinnen und User zugegriffen, dass wir es schlichtweg als Datenschutz-Katastrophe bezeichnet haben.

Seit Anfang April ist der Datentransfer an Facebook eingestellt. Aber Zoom hat noch in anderen Sicherheitsbereichen erhebliche Probleme. So tauchten in einigen Videokonferenzen rassistische Sprüche und Sex-Werbung auf. Hacker hatten sich in laufende Zoom-Konferenzen eingeklinkt und diese quasi übernommen.

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Zoom hat einfach zu spät reagiert

"Das ist ein allgemeines Problem und betrifft Zoom wie andere Anbieter auch", meint Harry Moseley, der Chef-Informatiker von Zoom. Allerdings haben andere Anbieter dieses Problem besser und schneller in den Griff bekommen.

Vor allem die Open-Source-Angebote Jitsi und Big Blue Button haben hier durch konsequente Sicherheitsmaßnahmen beim Einladungsmanagement eine entsprechende Linkverwaltung etabliert - und derartige Hacks verhindert.

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