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Letzte Hoffnung: Weihnachtsgeschäft

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Einzelhandel in Corona-Krise - Letzte Hoffnung: Weihnachtsgeschäft

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Für den Einzelhandel sind die Zeiten alles andere als leicht. Der Hoffnungsträger dürfte für Viele das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sein.

Eine Frau geht an einem weihnachtlich dekorierten Schaufenster entlang, Hamburg, 14.12.2019.
Ein Schaufensterbummel fällt für die Meisten in der Coronakrise aus. Viele Läden hoffen trotzdem auf das Weihnachtsgeschäft.
Quelle: dpa

Wenn Toilettenpapier ein Weihnachtsartikel wäre, müssten wir uns um den Einzelhandel keine Sorgen machen. Ende Oktober stieg der Absatz der begehrten Blättchen auf Rollen um 139 Prozent gegenüber den Vorkrisenzeiten. Von solchen Umsätzen sind andere Artikel des Einzelhandels meilenweit entfernt.

Das merken vor allem die Geschäfte in den Innenstadtbereichen. Sie leiden ganz besonders unter dem Teil-Shutdown und leeren Fußgängerzonen. Noch ist dort von Weihnachtsgeschäft nichts zu spüren. Ob sich das ändert, wenn die Maßnahmen zurückgenommen werden, ist nicht ausgemacht.

Mehr Umsatz als letztes Jahr erwartet

Die Hoffnung, die der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels an diesem Donnerstag darauf macht, ist trügerisch und vor allem für die Ladengeschäfte keine gute Aussicht. So erwartet der HDE zwar, dass trotz Corona das Weihnachtsgeschäft florieren wird und die Verbraucher in den Monaten November und Dezember insgesamt 104 Milliarden Euro ausgeben würden.

Der Haken dabei: Das Geschäft wird vor allem der Online-Handel machen. Nach Einschätzung des Branchenverbandes dürfte es dagegen für den stationären Einzelhandel in den Innenstadtbereichen düster aussehen. Vor allem Bekleidungshändler, die zurzeit 80 Prozent Umsatzeinbrüche vermelden, dürften dies auch nach dem Ende des Teil-Shutdowns kaum mehr aufholen können. Denn die Kundschaft kehrt einfach nicht in die Städte zurück.

Deutlich weniger Passanten

Eine Entwicklung, die man beispielsweise in Wiesbaden bereits seit dem ersten Lockdown beobachtet. Laut Florian Steidl, dem Chefvolkswirt der IHK, zählte man von März 2020 bis heute in der Innenstadt zwei Millionen Passanten weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 30 Prozent.

Zudem habe sich das Shoppingverhalten verändert, sagt Oliver Neuhof, Geschäftsführer von Garden & Country, einem Outdoor- und Freizeitgeschäft am Rande der Wiesbadener Innenstadt:

Der Kunde kauft gezielt diese Jacke oder jene Schuhe ein. Stöbern gibt es nur noch selten.
Oliver Neuhof, Geschäftsmann in Wiesbaden

Nach einem guten Oktober geht aktuell bei ihm kaum etwas über den Ladentisch, deshalb hofft er, dass die Leute im Dezember sagen: "Ich muss mal wieder raus und ich komme vorbei."

Weihnachtsmärkte brechen weg und damit die Touristen

Auch der Wiesbadener Weihnachtsmarkt fällt, wie so viele andere, in diesem Jahr aus. Es fehlt also ein Magnet für die Kunden. Dennoch will die Stadt sich bestmöglich vorbereiten und herausputzen. "Wir wollen trotz fehlendem Weihnachtsmarkt ein schönes Ambiente bieten, damit eine Jahresendrallye im Einzelhandel stattfinden kann", sagt Florian Steidl von der IHK.

Doch auch dies ist abhängig von vielen anderen Unwägbarkeiten. Darf die Gastronomie im Dezember wieder öffnen und wenn ja, unter welchen Auflagen? Was ist mit dem Tourismus? Immer ein großer Umsatzbringer zur Weihnachtszeit in vielen Städten.

HDE rechnet mit Laden-Pleiten

Der Branchenverband rechnet jedenfalls damit, dass auch das Weihnachtsgeschäft viele Einzelhändler nicht mehr retten kann. 50.000 Läden seien in ihrer Existenz gefährdet und deshalb müsse die Bundesregierung nun ihr Nothilfeprogramm für geschlossene Gastronomie- und Hotelbetriebe auch für den Einzelhandel öffnen. Ein Hilferuf, der hoffentlich nicht zu spät kommt, denn sonst könnte es ab Januar in Deutschlands Innenstädten noch einsamer werden.

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