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Neuer Riese am Anleihemarkt

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Corona-Wiederaufbaufonds - Neuer Riese am Anleihemarkt

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Mindestens 750 Milliarden Euro will die EU in den nächsten Jahren am Anleihemarkt aufnehmen. Doch wann sollen sie kommen, wer ist zuständig und welche Chancen haben sie am Markt?

EU-Flagge und Euroscheine
Wie soll das große Corona-Hilfspaket der EU finanziert werden?
Quelle: imago

Man hat schon von so vielen EU-Gipfeln Historisches erwartet und wurde enttäuscht. Diesmal nicht. Das liegt nicht nur an der riesigen Summe, die für den Wiederaufbaufonds beschlossen wurde, sondern auch an deren Finanzierung. In den nächsten Jahren braucht man nämlich, salopp ausgedrückt, vor allem eines: Anleihen, Anleihen und nochmals Anleihen - und zwar zum ersten Mal in der EU-Geschichte gemeinsame.

Ein mit Milliarden gefüllter Aufbauplan der EU soll es richten – Europas Wirtschaft soll nach Corona wieder auf die Beine kommen. Doch wie? Soll das Geld als Kredit oder als Staatshilfe gewährt werden? Und unter welchen Auflagen?

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Denn zu den 750 Milliarden Euro des Wiederaufbaufonds muss man noch die 100 Milliarden Euro für das europäische Kurzarbeitergeld hinzuzählen. "Das wird eine enorme Veränderung der Emittentenlandschaft und reicht mit weit über 200 Milliarden Euro an die deutsche Stellung am Kapitalmarkt heran", sagt auch Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DeKaBank.

Anleihen könnten Erfolg am Kapitalmarkt werden

Deutschland will zwar alleine dieses Jahr Anleihen für 445 Milliarden Euro herausgeben, dennoch müsse "dieser nun neue große Spieler erst mal am Markt verdaut werden", so Kater weiter. Denn die potenziellen Käufer müssen sich intern vorbereiten, andere Anleihen aus dem Portfolio werfen und vor allem durch alle Risikoabteilungen bewerten lassen.

Doch wahrscheinlich ist dies alles machbar und noch wahrscheinlicher ist, dass die Anleihen ein Erfolg am Kapitalmarkt werden. Denn die Bewertung durch die Ratingagenturen wird hoch sein und deshalb werden Käufer weltweit diese Anleihen als Sicherheiten im Depot haben wollen. Außerdem dürften als Käufer vor allem Notenbanken weltweit auftreten, die ihre Devisenreserven in Euro anlegen müssen.  

Anfang 2021 sollen die ersten Anleihen kommen

Der Erfolg am Markt scheint also ziemlich sicher, der Weg dorthin ist es allerdings noch nicht. Das Europäische Parlament will Nachbesserungen am mehrjährigen Finanzrahmen und auch die nationalen Parlamente müssen noch zustimmen. Dabei ist beispielsweise noch vollkommen unklar, ob der Bundestag mit einfacher oder Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen muss.

Die Abgeordneten begrüßen die gemeinsame Entscheidung für das Hilfspaket, kritisiert jedoch die Kürzungen im Haushalt und will nachverhandeln.

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Auch in den Niederlanden ist ungewiss, ob der Plan so einfach durchgewinkt wird, denn der Vorkämpfer der sparsamen Länder, Mark Rutte, besitzt keine eigene Mehrheit im Parlament. Neben den politischen Unwägbarkeiten gibt es auch noch technische.

Nach dem Vorbild der deutschen Finanzagentur, die für die Bundesrepublik Wertpapiere auf den Markt bringt, soll sozusagen ein europäischer Klon entstehen, welches dem EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn unterstellt wird. Ein durchaus ambitioniertes Programm, wenn man davon ausgeht, dass die ersten EU-Anleihen schon Anfang 2021 auf den Markt kommen sollen.

Eurobonds - aber temporär

"Technisch gesehen sind diese Anleihen Eurobonds reinsten Wassers", gibt Ulrich Kater zu bedenken. Dennoch gibt es keinen großen Aufschrei, da es laut Kater "politisch gesehen keine Vergemeinschaftung der Verschuldung auf regelmäßiger Basis ist". In der Tat sollen die Bonds, deren Tilgung ab 2028 laufen wird, eine rein temporäre Sache sein. Doch genau das bezweifeln viele und sehen den Weg in die Schuldenunion geebnet.

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