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Jobs, Löhne, Haushalt - Was die Wirtschaftsweisen 2020 erwarten

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Die Wirtschaftsweisen rechnen mit dem schwersten Konjunktureinbruch in Deutschland seit der Finanzkrise 2009. Was sie für Löhne, Jobs und Handel erwarten: ein Überblick.

Die Wirtschaftsweisen rechnen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie mit dem schwersten Konjunktureinbruch in Deutschland seit der Finanzkrise 2009. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 2,8 Prozent fallen, heißt es in dem Basisszenario des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. 2021 soll es dann eine kräftige Erholung von 3,7 Prozent geben. Die Mitglieder des Rats - Lars Feld, Achim Truger und Volker Wieland - sagen Folgendes für Jobs, Löhne, Staatsfinanzen, Inflation und Exporte voraus:

Arbeitsmarkt

Das Gremium rechnet mit einer Zunahme der Arbeitslosenzahl um rund 125.000 in diesem Jahr. Die Arbeitslosenquote stiege dann auf 5,3 Prozent (2019: 5,0 Prozent). Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte zugleich um 20.000 fallen. "Trotz des plötzlichen Wirtschaftseinbruchs durch die Corona-Pandemie dürften viele Arbeitgeber zunächst versuchen, ihre Arbeitnehmer im Betrieb zu halten", so die Experten. "Dies erleichtert die zügige Wiederherstellung der vollen Betriebsbereitschaft, sobald die Vorsorgemaßnahmen reduziert werden und die Konsumnachfrage zunimmt."

Löhne

Nachdem die Löhne jahrelang stärker zulegten als die Produktivitätszuwächse, dürften sie im laufenden und kommenden Jahr geringer steigen. "Insbesondere vor dem Hintergrund des konjunkturellen Einbruchs im ersten Halbjahr ist damit zu rechnen, dass ähnlich zum Abschluss in der Metallindustrie der Beschäftigungserhalt in den anstehenden Tarifverhandlungen eine wichtige Rolle spielen dürfte", so die Wirtschaftsweisen. Die tatsächlich gezahlten Löhne (Effektivlöhne) dürften demnach um 1,9 im Jahr 2020 und um 2,4 Prozent im kommenden Jahr 2021 zunehmen.

Staatshaushalt

Die Zeit der Überschüsse ist vorerst vorbei. Für 2020 erwartet der Rat ein gesamtstaatliches Defizit von 27,2 Milliarden Euro oder 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Zum Vergleich: 2019 hatte es mit rund 50 Milliarden Euro den zweithöchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung gegeben. Es war zugleich das achte Jahr in Folge mit schwarzen Zahlen. 2021 soll das Minus sogar auf 37,4 Milliarden Euro klettern, was 1,0 Prozent des BIP entsprechen würde.

Inflation

Die Teuerungsrate dürfte im laufenden Jahr auf 1,1 Prozent fallen, nachdem sie 2019 noch bei 1,4 Prozent lag. Das dürfte allerdings vor allem auf den Ölpreisverfall zurückgehen. "Die zusätzlichen Effekte der Corona-Pandemie auf die Preisentwicklung in diesem Jahr sind gegenläufig", so die Professoren. "Einerseits könnte es kurzfristig zu Preissenkungen bei bestimmten Dienstleistungen kommen. Andererseits dürften produktionsseitige Verzögerungen tendenziell preistreibend wirken, sollte die Nachfrage im zweiten Halbjahr wie erwartet steigen." 2021 soll die Inflationsrate auf 1,7 Prozent zulegen.

Exporte

Erstmals seit 2013 dürften die deutschen Ausfuhren wieder fallen. Erwartet wird im günstigsten Fall ein Rückgang von 4,4 Prozent. Das könnte auch im kommenden Jahr nicht vollständig aufgeholt werden: Dann wird mit der Belebung der Weltwirtschaft ein Plus von 3,6 Prozent vorausgesagt.

Konsum

Die Verbraucher dürften deutlich weniger konsumieren. In diesem Jahr wird ein Minus von drei Prozent erwartet, dem sich 2021 aber dank Aufholeffekten ein kräftiges Wachstum von 4,5 Prozent anschließen soll.

Bau

Bei den Bauinvestitionen wird mit einem anhaltenden Boom gerechnet. Dabei werden Wachstumsraten von 2,7 Prozent für dieses und 2,2 Prozent für kommendes Jahr vorhergesagt. "Direkte Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Bau dürften eher weniger stark ausfallen", sagen die Experten. Dazu dürften die anhaltend niedrigen Zinsen beitragen.

Ein Wirtschaftsausblick: Helfen die Milliarden? Wieviel Staat ist nötig? Kann dem Mittelstand geholfen werden? Reisebüros vor der Pleite? Sehen Sie dazu ein ZDFspezial vom 25 März:

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