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Künftig zwei Konzerne - Daimler baut radikal um

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Der Daimler-Konzern gibt sich eine neue Struktur, um fit für die Zukunft zu sein. Künftig soll es zwei eigenständige Unternehmen geben und beide sollen an der Börse notiert sein.

Die Sonne geht hinter einem Mercedes-Stern auf. Symbolbild
Die Daimler AG soll es langfristig nicht mehr geben.
Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Mit einem radikalen Umbau des gesamten Konzerns will sich der Auto- und Lastwagenbauer Daimler für die Zukunft rüsten und sich wieder stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren.

"Projekt Fokus" heißt das Vorhaben, mit dem Vorstandschef Ola Källenius den Konzern aufspalten und die Daimler AG auf lange Sicht verschwinden lassen wird. Nur zwei eigenständige, dafür jeweils börsennotierte Unternehmen soll es künftig noch geben:

  • Mercedes-Benz für die Autos und Vans
  • Daimler Trucks für Lastwagen und Busse.
Dies ist ein historischer Moment für Daimler und der Anfang für eine tiefgreifende Umgestaltung des Unternehmens.
Vorstandschef Ola Källenius

Daimler-Aktie Tages-Spitzenreiter im Dax

Daimler bringt die Truck-Sparte wohl noch in diesem Jahr an die Börse und zielt auch auf den Leitindex Dax. Die Mehrheit der Anteile soll in die Hände der heutigen Aktionäre gegeben werden - zu welchen Konditionen, das steht noch nicht fest. Daimler selbst behält nur eine Minderheit.

Die zwei künftigen Unternehmen seien in völlig verschiedenen Branchen unterwegs, mit jeweils ganz speziellen Kunden, Technologien und Kapitalanforderungen, sagte Källenius. Und beide seien in Industrien tätig, die sich umfassend veränderten.

Diesen Wandel können sie deutlich effektiver gestalten, wenn sie dabei als unabhängige Einheiten agieren.
Vorstandschef Ola Källenius

Die Anleger bejubelten die Pläne zum Börsengang. Der Kurs der Daimler-Aktie schoss am Mittwochnachmittag nach oben. Das Papier schloss mit 8,9 Prozent im Plus als klarer Dax-Spitzenreiter. Von Aktienanalysten gab es denn auch klares Lob für die unerwartet deutlichen Aufspaltungspläne.

Man sei optimistisch, dass es wieder bergauf gehe, sagt Hildegard Müller, Präsidentin Verband Automobilindustrie

Beitragslänge:
4 min
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Dudenhöffer: Andere Autohersteller machen es vor

Für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist der Schritt nur folgerichtig. "Es passt in die Zeit", sagte er und verwies auf ähnliche Tendenzen in anderen großen Autokonzernen. Die Geschäfte der verschiedenen Sparten hätten wenig miteinander zu tun, zudem habe man erkannt, dass es besser sei, sich auf das Kerngeschäft zu besinnen und nicht nach dem allumfassenden Mobilitätskonzern zu streben.

Tatsächlich hatte auch Daimler zuletzt einige kostspielige Projekte etwa beim autonomen Fahren auf Eis gelegt oder sich mit Partnern zusammengetan - nicht zuletzt auch wegen des enormen Kostendrucks und der Sparvorgaben, mit denen Källenius den Wandel stemmen will.

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