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FAQ

Schadenersatz im Diesel-Skandal? - Was die Klage für Daimler-Kunden bedeutet

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Im Fall VW haben Verbraucherschützer für Zehntausende Diesel-Fahrer Entschädigungen erkämpft. Jetzt klagen sie gegen den nächsten Autobauer.

Ein Mercedes-Benz GLK Geländewagen
Haben auch Daimler-Fahrer im Diesel-Skandal Anspruch auf Schadenersatz?
Quelle: dpa

Mit einer besonderen Klage wollen Verbraucherschützer Tausenden Mercedes-Kunden im seit Jahren schwelenden Diesel-Skandal helfen. Das Gericht soll klären, ob der Autobauer Daimler bewusst unzulässige Abschalteinrichtungen in seine Autos eingebaut hat und so dafür sorgte, dass sie umweltfreundlicher wirkten, als sie wirklich sind. Am Ende könnte Schadenersatz dabei herausspringen, doch der Weg dahin ist kompliziert. Eine Übersicht.

Was ist das für eine Klage?

Die Musterfeststellungsklage ist eine Art "Einer-für-alle"-Klage: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zieht stellvertretend für Tausende Autobesitzer vor Gericht - mit weniger Aufwand und Risiko für den Einzelnen.

ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller zur Klage gegen Daimler.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Dieselfahrer können sich dieser Klage anschließen, indem sie sich beim Bundesamt für Justiz kostenlos in ein Klageregister eintragen. Dadurch wird auch verhindert, dass die Fälle zu Jahresende verjähren. Wenn die Verhandlung einmal begonnen hat, kann man nicht mehr einsteigen.

Können alle Diesel-Kunden von Daimler mitmachen?

Nein, zumindest erstmal nicht. Die Klage umfasst nur bestimmte Mercedes-Modelle der GLC- und GLK-Reihe mit dem Motortyp OM 651, für die es einen amtlichen Rückruf gab. Konkret sind das folgende:

  • GLC 220 d 4Matic
  • GLC 250 d 4Matic
  • GLK 200 CDI
  • GLK 220 CDI
  • GLK 220 CDI 4Matic
  • GLK 220 BlueTec
  • GLK 250 BlueTec

Auch wer sein Auto inzwischen verkauft hat oder verschrotten ließ, kann mitmachen. Wer sein Auto gebraucht gekauft hat, kann sich nur beteiligen, wenn das angeordnete Software-Update beim Kauf noch nicht aufgespielt war.

Was kann dabei überhaupt rauskommen?

Letztlich geht es um Schadenersatz für die Autobesitzer - allerdings mit Zwischenschritten. Zunächst soll entschieden werden, ob Daimler überhaupt sittenwidrig und vorsätzlich gehandelt hat. Das Gericht soll auch feststellen, in welchen Autos welche Abschalteinrichtungen verbaut sind. Würde den Kunden ein Recht auf Schadenersatz zugesprochen, müssten sie dieses dann aber selbst durchsetzen.

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1 min
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Was unterscheidet den Fall VW von Daimler?

Bei Daimler gibt es bisher keine klare juristische Aussage dazu, ob der Autobauer vorsätzlich oder sittenwidrig gehandelt hat. Es gab zwar schon eine ganze Reihe einzelner Schadenersatzklagen - allerdings mit ganz unterschiedlichem Ausgang. Außerdem ist die Ausgangslage komplizierter: Bei VW ging es nur um eine einzelne Abschaltvorrichtung, bei Daimler gibt es aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands ein ganzes Sammelsurium an Manipulationsvorwürfen. 

Daimler teilt mit, in den Individualverfahren vor deutschen Land- und Oberlandesgerichten sei in rund 95 Prozent der Fälle zugunsten des Unternehmens entschieden worden. Allerdings handelt es sich nach Konzernangaben bei dieser Rechnung um alle Diesel-Verfahren und nicht nur um jene, in denen es um Autos mit dem Motortyp OM651 ging.

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von Sina Mainitz
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