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Anti-Geldwäsche-Kampf: Datenleck zeigt Lücken

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Bericht von Recherchenetzwerk - Anti-Geldwäsche-Kampf: Datenleck zeigt Lücken

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Über 2.100 Verdachtsmeldungen und eine Gesamtsumme von 1,69 Billionen Euro: Eine länderübergreifende Medien-Recherche offenbart einmal mehr Lücken im Anti-Geldwäsche-Kampf.

Banken vergeben mehr Konsumentenkredite. Archivbild
Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Im Kampf gegen internationale Geldwäsche gibt es nach Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks nach wie vor erhebliche Defizite. Demnach offenbaren die Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums, dass Banken aus aller Welt über Jahre Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt hätten. Trotz strenger Regularien hätten sie mutmaßliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt. Gemeldet haben sie diese Vorgänge demnach mitunter nur sehr zögerlich und teils mit jahrelanger Verspätung.

Mehr als 2.100 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen

Dies sei das Ergebnis einer gemeinsamen Recherche mehrerer Medien-Partner, die unter dem Namen "FinCEN-Files" veröffentlicht wurde. Das US-Onlinemedium Buzzfeed News habe die Unterlagen mit dem Journalisten-Netzwerk ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists) geteilt und so eine Recherche von 110 Medien aus 88 Ländern ermöglicht, aus Deutschland NDR, WDR, "Süddeutsche Zeitung" und Buzzfeed News.

Insgesamt handelt es sich demnach bei den "FinCEN-Files" um mehr als 2.100 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus den Jahren 2000 bis 2017. Die Gesamtsumme der Transaktionen liege bei etwa zwei Billionen US-Dollar (aktuell 1,69 Billionen Euro).

Experte: Auch in Deutschland noch vieles im Argen

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit, das seit Jahren Missstände im Kampf gegen internationale Geldwäsche aufzeigt, zeigte sich wenig überrascht über die Defizite. Das Datenleck gebe aber "einen erschütternden Einblick in die zentrale Rolle des US-Finanzsystems als Maschinenraum globaler Geldwäsche", sagte Markus Meinzer von dem Netzwerk.

Die USA belegten auf dem "Schattenfinanzindex" den unrühmlichen zweiten Platz nach den Cayman Islands. Aber auch in Deutschland liege noch vieles im Argen:

Nach den Cum-Ex- und Wirecard-Skandalen muss allen klar geworden sein: die deutsche Finanzaufsicht Bafin versagt zu oft und muss grundlegend neu gedacht und neu aufgebaut werden.
Markus Meinzer, Netzwerk Steuergerechtigkeit
Wirecard-Sitz in Aschheim

Analyse zu Wirecard -
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Heute haben FDP, Linke und Grüne ihren Antrag auf Einsetzung eines Bundestags-Untersuchungsausschusses zum Fall Wirecard vorgestellt. Braucht es diesen U-Ausschuss wirklich?

von Florian Neuhann

Deutsche Bank offenbar auch in Geldwäsche-Skandal involviert

In dem Datenleck geht es nach Angaben des Recherche-Netzwerks auch um Fälle bei der Deutschen Bank. Bei Deutschlands größtem Geldhaus hieß es auf Anfrage, das ICIJ habe über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie die Deutsche Bank beträfen, seien diese den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen seien untersucht, es habe Einigungen gegeben. "Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Die Bank hat massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen", sagte ein Sprecher in Frankfurt/Main.

Im vergangenen Jahr wurden laut "Financial Intelligence Unit" (FIU), der in Deutschland zentralen Stelle im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, deutlich mehr Verdachtsfälle gemeldet. 2019 hatte es nach ihren Angaben 114.914 Hinweise gegeben.
Das seien fast 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2009 habe sich das "Meldeaufkommen" fast verzwölffacht.

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