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Datenreport 2021 : Pandemie verstärkt soziale Ungleichheit

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Besonders die untersten Einkommensgruppen hat der Shutdown schwer getroffen. Laut Datenreport des Statistischen Bundesamts gab jeder Fünfte dieser Gruppe an, Geldprobleme zu haben.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die soziale Ungleichheit in Deutschland verstärkt. Das geht aus dem am Mittwoch vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Datenreport 2021 hervor.

Im ersten Shutdown im Frühjahr 2020 seien die untersten Einkommensgruppen häufiger von Freistellungen und Arbeitslosigkeit betroffen gewesen, erklärte Philip Wotschack vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), das an der Ausarbeitung des Berichts beteiligt war. Des Weiteren zeigten sich große Unterschiede bei den finanziellen Auswirkungen der ersten Phase der Pandemie (31. März - 4. Juli).

Pandemie-Folgen bei Niedriglöhnern schlimmer

Höhere Einkommensgruppen hätten zwar häufiger Einkommenseinbußen erlitten. Die finanziellen Folgen der Pandemie seien für die Bezieher von Niedrigeinkommen aber härter gewesen. Rund jeder Fünfte in dieser Gruppe gab an, von finanziellen Schwierigkeiten und Risiken betroffen zu sein, oder ging davon aus, dass dies in den kommenden zwölf Monaten so sein würde.

"Das heißt, sie waren in Zahlungsschwierigkeiten geraten, mussten Kredite aufnehmen, waren in ernsthafte Geldprobleme geraten, mussten möglicherweise auf Ersparnisse zurückgreifen, Sozialleistungen beantragen oder ihren Lebensstandard drastisch einschränken", erläuterte Wotschack.

Bei den Facharbeiter-, Meister- und qualifizierten Angestelltenberufen fielen die Anteile mit rund neun Prozent deutlich niedriger aus. Am häufigsten waren Alleinerziehende (25 Prozent) und Selbstständige (20 Prozent) von finanziellen Problemen im Zuge der Pandemie betroffen.

Nur die Hälfte findet eigenes Einkommen gerecht

Der Abstand zwischen Arm und Reich sei in Deutschland über lange Zeit gewachsen und habe ein hohes Niveau erreicht, sagte Wotschak. Das Ausmaß sozialer Ungleichheit zeige sich auch in den Einstellungen und Wahrnehmungen der Bürger.

Nur knapp die Hälfte der Bevölkerung sieht das eigene Bruttoeinkommen demnach als gerecht an. Die derzeitige Einkommensverteilung werde von Niedrigverdienern überwiegend als ungerecht wahrgenommen. Sehr hoch sei auch der Anteil derjenigen, die sich dafür aussprächen, dass sich der Staat für den Abbau von Einkommensunterschieden engagieren solle. Das befürworten in Westdeutschland laut Datenreport mittlerweile fast drei Viertel der Menschen. In Ostdeutschland sind es rund 80 Prozent.

Wer arm ist, bleibt oft arm

Wer unter die Armutsschwelle rutscht, hat es in Deutschland immer schwerer, wieder mehr Einkommen zu erzielen. Aus dem Datenreport 2021 geht hervor, dass der Anteil dauerhaft von Armut bedrohter Menschen inzwischen 44 Prozent beträgt. Das ist doppelt so viel wie Ende der 90er Jahre.

Fast jeder Sechste (15,8 Prozent) lebte 2018 unterhalb der Armutsrisikoschwelle, die für einen Ein-Personen-Haushalt in dem Jahr bei 1.040 Euro Netto im Monat lag. Das Armutsrisiko sank damit gegenüber dem Vorjahr (17,3 Prozent), liegt aber weiter deutlich über dem Anteil von elf Prozent Ende der 90er Jahre - und es verfestigt sich.

Von den Personen, deren Einkommen im Jahr 2018 unter der Armutsrisikoschwelle lag, befanden sich 44 Prozent schon vier Jahre in dieser Lage. Das Risiko, in Armut zu leben, ist besonders hoch für Alleinerziehende (41 Prozent), Geringqualifizierte (35 Prozent) und Menschen mit Migrationshintergrund (29 Prozent).

Ein obdachloser Mann sitzt auf einem Weg und bettelt um Geld, während eine gut gekleidete Frau mit mehreren Einkaufstaschen an ihm vorbei läuft.

Oxfam-Bericht - Corona-Krise verschärft soziale Ungleichheit 

Weltweit droht laut der Organisation Oxfam aufgrund der Corona-Pandemie eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit. Milliardäre profitieren, die Ärmsten werden abgehängt.

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