ZDFheute

Das Hoffen der Jugend auf den "Greta-Effekt"

Sie sind hier:

Kritik an Davos - Das Hoffen der Jugend auf den "Greta-Effekt"

Datum:

Als Treffen der Reichen und Mächtigen hatte das Weltwirtschaftsforum in Davos schon immer Kritiker. Nun mischt die Klimabewegung verstärkt mit.

Jährlich spricht die Elite aus der Finanzwelt, Wirtschaft und Politik über zentrale Herausforderungen für die Weltbevölkerung. Dieses Jahr steht der Klimawandel im Mittelpunkt der Konferenz.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Volles Polizeiaufgebot in Zürich - hier ist am Morgen US-Präsident Donald Trump eingetroffen. Wegen des Iran-Konflikts haben die Behörden die Gefährdungslage noch höher als bei Trumps vergangenem Davos-Besuch 2018 eingeschätzt.

Forderung: Systemwechsel

Unbeeindruckt vom Rummel steigen drei Klimaaktivisten in Zürich in den Zug. Auch ihr Ziel ist: das Weltwirtschaftsforum in Davos. "Fuck the system, not the Planet", steht auf einem Plakat. "System change, not climate change", auf einem anderen. Eine der Aktivisten ist Julia Küng (19), Co-Präsidentin der Grünen Jugend Schweiz.

Die Aktivisten wollen die Wirtschaft zu Klimaschutzmaßnahmen zwingen, damit zumindest die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden können. Wenn es nach Küng geht, wird sie in Davos eine Rede halten. "Sie haben Geld, aber wir haben Recht", steht in ihrem Manuskript, das sie auf der Zugfahrt nochmals durchgeht. Allerdings weiß Küng noch gar nicht, ob sie es überhaupt nach Davos schafft. Die Behörden haben aus Sicherheitsgründen die Zahl der Demonstranten beschränkt. Von der Gemeinde Klosters in Graubünden will Küng nach Davos wandern. Zusammen mit vielen anderen Jugendlichen.

V.l.n.r.: Jakub Morzycki, Norma De Min und Julia Küng
Die Klimaaktivisten Jakub Morzycki, Norma De Min und Julia Küng (v.l.n.r.) kritisieren das Davos-Forum.
Quelle: ZDF/Raphael Rauch

Champagner statt gerechterer Welt?

Wir werden die Klimakrise nicht in diesem System lösen.
Julia Küng, Grüne Jugend Schweiz

"Mir ist die Klimafrage megawichtig. Und wir können die Klimafrage nicht vom Kapitalismus trennen", sagt Küng. "Wir werden die Klimakrise nicht in diesem System lösen. Wenn wir die Welt verändern wollen, muss das von unten kommen und nicht von oben."

Ihr Vorwurf: Die Reichen und Mächtigen würden in Davos Champagner trinken, statt für eine gerechtere Welt und ein besseres Klima zu sorgen.

"Ausbeuterische Politik"

Als Rückendeckung wertet die Schweizer Klimajugend nun ein Aufsehen erregendes Urteil. Ein Gericht in Lausanne hat Klimaaktivisten kürzlich freigesprochen, die in einer Filiale der Großbank "Credit Suisse" in Lausanne eine Protest-Aktion gestartet hatten. Darauf folgte ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs. Der juristische Streit geht zwar weiter: Die Generalstaatsanwaltschaft hat den Freispruch angefochten. Auch wenn im Verfahren also noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, sieht Küng das dennoch als wichtiges Signal. "Es zeigt, dass wir uns wegen der Klimafrage in einer Notlage befinden. Das tut gut. Wir dürfen das Urteil aber auch nicht überbewerten. Es gibt noch sehr viel zu tun."

Ähnlich sehen das die anderen beiden jungen Aktivisten, die zusammen mit Julia Küng im Zug sitzen. Jakub Morzycki (21) ist Zivildienstleistender in einer Psychiatrie. "Wir als Jugend wollen in Davos gehört werden. Wir sind eine Opposition, die nicht damit einverstanden ist, was auf dem Weltwirtschaftsforum passiert." Morzycki kritisiert die "ausbeuterische Politik", die oft einfach hingenommen werde. "Dagegen wehren wir uns."

Vorfreude auf Greta

Norma De Min (20) macht derzeit ein Praktikum und überbrückt die Zeit zwischen Abi und Studium. Auch sie empört sich über die "langsamen Schritte der Politik", obwohl die Klimafrage so drängend sei. De Min hofft auf den Greta-Effekt.

Wie ernst meinen es Wirtschaftsbosse mit dem Kampf gegen Klimakrise und sozialer Ungleichheit. Vor dem Showdown zwischen Greta Thunberg und US-Präsident Trump:

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Denn nicht nur Donald Trump wird in Davos ein gefragter Gast sein, sondern auch die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg. "Ich war letztes Mal schon in Davos, damals war die Klimajugend noch nicht so stark präsent. Dieses Jahr wird das ganz bestimmt anders", sagt De Min. Ob sie Greta tatsächlich sehen werde, sei weniger wichtig. "Hauptsache, das Anliegen der Klimajugend wird gehört."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.