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Wallstreet unterbricht Handel - Corona: Börsen gehen in die Knie

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Die Aktienmärkte reagieren mit großen Verlusten auf die Corona-Krise - die Kurse in den USA und auch in Deutschland brechen ein.

Börsenhändler an der New Yorker Wall Street
Die Folgen des Coronavirus treffen die internationalen Aktienmärkte.
Quelle: AP

Der Kursrutsch an den internationalen Börsen beschleunigt sich: An der New Yorker Wall Street ist der Dow-Jones-Index zu Handelsbeginn am Montag um 7,2 Prozent eingebrochen. Der Handel am weltweit wichtigsten Börsenplatz wurde daraufhin für fünfzehn Minuten unterbrochen.

Auch der Deutsche Leitindex verlor am Montag zum Handelsauftakt mehr als sieben Prozent und sackte deutlich unter die Marke von 11.000 Punkten. Als Grund gilt die weitere Ausbreitung des Coronavirus und die befürchteten Folgen für die Weltwirtschaft.

Außerdem brachen die Ölpreise ein, nachdem Verhandlungen führender Ölstaaten über eine Drosselung der Förderung gescheitert waren. Aktienkurse sackten ab, als sicher geltende Anlagen wie Gold und Staatsanleihen großer Industrienationen waren gefragt.

"Schwarzer Montag" für die Börsen

Händler zogen bereits Vergleiche zu den Börsencrashs von 1929 und 1987 und sprachen von einem "schwarzen Montag". "Obwohl in China die Infektionszahl ein Plateau erreicht zu haben scheint, rollt die Corona-Welle weiter und noch ist nicht abzusehen, wann dies ein Ende hat", schreibt Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba.

"Die Verunsicherung ist hoch und die Perspektiven für Konjunktur und Märkte schwer abzuschätzen, zumal jetzt noch die Ölpreise kräftig fallen." Der Dax folgte zum Wochenstart den sehr schwachen Asienbörsen und knickte im Tief um mehr als acht Prozent bis auf 10.572 Punkte ein. Am Mittag notierte er mit 10.800 Punkten immer noch deutlich im Minus. Dabei hatte der deutsche Leitindex vor gerade einmal drei Wochen ein Rekordhoch von 13.795 Zählern erreicht. Das Minus seither: mehr als ein Fünftel.

Anlegerstimmung auf niedrigstem Stand seit 2013

Die jüngste Umfrage der Stimmungsforscher von Sentix unterstreicht das: Die Anlegerstimmung in der Eurozone brach im März so stark ein wie nie zuvor in einem Monat und fiel auf den niedrigsten Wert seit April 2013.

"Nach zweistelligen Kursverlusten in Rekordzeit fragt man sich, ob ein Bärenmarkt überhaupt noch verhindert werden kann", erklärt Marktstratege Clemens Schmale von Godmode Trader. Das heißt, es sei noch unklar, ob man derzeit den Beginn eines längeren Abwärtstrends sehe oder lediglich einen kurzfristigen Rückschlag in einem langfristig intakten Aufwärtstrend. Denn im Bild von Bär und Bulle steht der Bär für fallende Kurse an den Börsen.

Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 100.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die Dunkelziffer dürfte laut Experten wesentlich höher liegen. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen.

Folgen des Virus treffen Wirtschaft in vielen Bereichen

Die Reaktionen der Politik mögen helfen, die Ausbreitung einzudämmen, tragen aber in einigen Ländern wenig zur Beruhigung bei. So riegelt Italien ganze Landstriche ab, die Informationspolitik des Landes ist chaotisch. Niemand weiß, was passieren wird und wie die Sperrzonen mit ihren rund 16 Millionen Einwohnern kontrolliert werden sollen.

Die Folgen der Virusausbreitung treffen die Wirtschaft in vielen Bereichen. Zahlreiche Länder erließen Reisebeschränkungen, Unternehmen verzichten auf Geschäftsreisen, Konzerte werden abgesagt, Urlauber bleiben zu Hause. Das bekommen Fluggesellschaften und andere Touristik-Unternehmen zu spüren. Die Lufthansa etwa streicht ihren Flugplan wegen des Nachfrageeinbruchs zusammen. In den nächsten Wochen will sie die Kapazität um bis zu 50 Prozent zurückfahren.

Fabriken stehen still

Industrieunternehmen, die viele Vorprodukte aus China beziehen, bekommen Lieferengpässe zu spüren. So standen in China viele Fabriken wegen der Viruskrise still. Die Folge: Chinas Exporte sackten im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten zwei Monaten des Vorjahres um 17,2 Prozent ab. Zudem brach in dem gerade für die deutschen Autobauer so wichtigen chinesischen Markt der Pkw-Absatz im Februar ein.

Entscheidend dürfte nun werden, wie schnell sich die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle bringen lässt und wie die Politik und die Notenbanken agieren. Erste Schritte gibt es bereits. Die US-Regierung arbeitet angeblich an einem Hilfspaket für die US-Wirtschaft, und die große Koalition in Berlin will Unternehmen hierzulande vor den Auswirkungen der Corona-Krise schützen. Dazu will sie das Kurzarbeitergeld ausweiten und besonders betroffenen Unternehmen finanziell unter die Arme greifen.

US-Präsident Donald Trump macht den Streit zwischen den Ölproduzenten Russland und Saudi-Arabien für den Absturz an den US-Börsen verantwortlich. Ein weiterer Grund für den starken Verfall der Aktienpreise seien nicht näher bezeichnete "Fake News", erklärte Trump am Montag auf Twitter. Vom Einbruch der Ölpreise könnten die Amerikaner mitunter profitieren: "Gut für den Verbraucher, dass die Benzinpreise sinken!".

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Ölpreise brechen massiv ein

Die Ölpreise brachen mit Verlusten von mehr als einem Viertel so stark ein wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. So scheint nach dem Scheitern der Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den in der sogenannten Opec+ zusammengefassten Förderländern wie Russland über eine Förderdrosselung der Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland über die künftige Fördermenge zu eskalieren. Sogar ein Ölpreiskrieg in Form steigender Fördermengen zwischen den beiden Staaten scheint denkbar.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus lesen Sie in unserem Liveblog.

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