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Lokführer im Arbeitskampf - Streik trifft Reisende deutschlandweit

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Der Streik bei der Bahn hat schon hunderte Züge lahmgelegt. GDL-Chef Weselsky spricht von einem Erfolg. Die Bahn gibt sich verhandlungsbereit - Knackpunkt bleiben die Laufzeiten.

Wer mit der Deutschen Bahn fährt, braucht zurzeit viel Geduld, denn der Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat erhebliche Auswirkungen. Besonders Fernverbindungen fallen aus.

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Der Streik bei der Deutschen Bahn sorgt bundesweit für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. Am Mittwoch fuhr nur noch jeder vierte Fernzug, auch S-Bahn-Verbindungen, etwa in Berlin, waren ausgedünnt. Mitten in der Urlaubszeit traf der Ausstand hunderttausende Reisende und Pendler. Die Lokführergewerkschaft GDL sprach von rund 700 Zügen, die bereits am Morgen gestanden hätten.

Weselsky: Streik "voller Erfolg"

GDL-Chef Claus Weselsky wertet die ersten Stunden des Streiks als vollen Erfolg. Der Arbeitskampf laufe "hervorragend", sagte der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL. "Ich muss sehr deutlich sagen, dass unsere Kollegen sehr diszipliniert in den Streik eingetreten sind."

Zudem hätten auch Fahrdienstleiter in mehreren Stellwerken mitgestreikt, sagte Weselsky. Dies sei für die GDL besonders ermutigend, da sie sich auch jenseits des Zugpersonals bei der Bahn ausbreiten wolle.

Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin - Service: Rechte beim Bahn-Streik 

Mit dem angekündigten Streik bei der Bahn drohen Verspätungen und Zugausfälle. Welche Rechte haben Reisende?

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von Sabine Platz

Bahn ruft Kunden zum Verschieben von Reisen auf

Auf die Ersatzfahrpläne der Deutschen Bahn ist während des Streiks nach Unternehmensangaben Verlass. "Trotz der kurzfristigen Ankündigung ist es gelungen, die Ersatzfahrpläne im Fern- und Nahverkehr stabil umzusetzen", teilte die Bahn mit.

Es seien rund 150 Busse im Einsatz, die etwa Fernverbindungen zwischen Berlin und Dresden aufrecht erhielten. Dennoch appellierte die Bahn an ihre Kunden, Reisen möglichst zu verschieben. Der Streik ist zunächst bis Freitagfrüh 02.00 Uhr angesetzt.

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Knackpunkt Laufzeit

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen hatten sich die GDL-Mitglieder in einer Urabstimmung für den Streik ausgesprochen. Die Bahn hatte der GDL zuletzt Lohnerhöhungen in zwei Schritten angeboten: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent zum 1. März 2023, bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2024.

Der GDL reicht dies nicht aus. Sie fordert unter anderem frühere Lohnerhöhungen und einen Corona-Bonus von 600 Euro. Am Wochenende will die Gewerkschaft nicht streiken, wie GDL-Chef Weselsky sagte. Über weitere Arbeitskämpfe will die Lokführergewerkschaft in der nächsten Woche beraten.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zeigte sich im ZDF Morgenmagazin offen für Verhandlungen. Das Unternehmen ließ jedoch offen, ob es der GDL ein neues Angebot übermitteln wird.

"Wir haben deutlich verbesserte Angebote vorgelegt und wollen Kompromisse mit der GDL schließen", so Martin Seiler, Personalvorstand Deutsche Bahn, zum Streik der GDL.

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Kommt der Streik zur Unzeit?

"Ich muss sehr deutlich sagen, dass unsere Kollegen sehr diszipliniert in den Streik eingetreten sind", zeigte sich Weselsky zufrieden. Auch Personal in mehreren Stellwerken habe mitgestreikt. Dies sei für die GDL besonders ermutigend, da sie sich auch jenseits des Zugpersonals bei der Bahn ausbreiten wolle.

Der Ausstand sei in Ostdeutschland spürbarer, da in Westdeutschland noch Beamte arbeiteten, die nicht streiken dürften. Weselsky wehrte sich gegen den Vorwurf, der Streik sei wegen jetzt überfüllter verbleibender Züge in der Corona-Pandemie besonders gefährlich. Die Züge seien teils schon vor dem Arbeitskampf sehr voll gewesen. Zudem habe die GDL schon vor langer Zeit ein Reservierungssystem gefordert, um die Zugauslastung zu steuern. Die Bahn habe dies abgelehnt.

Bahn: Lieferketten gefährdet

Die Bahn warnte derweil wegen des Streiks vor einem Riss der Lieferketten für die deutsche und europäische Industrie. "Aktuell stehen rund 190 Güterzüge im Rückstau", teilte die Bahn mit. Bisher habe die Cargo-Tochter mit großem Aufwand die versorgungsrelevanten Züge fahren können. "Dabei handelt es sich um volkswirtschaftlich wichtige Züge, die Kraftwerke und große Industriebetriebe versorgen."

Güterzüge am Verladebahnhof Maschen in Niedersachsen am 10.08.2021
Güterzüge am Verladebahnhof Maschen (Niedersachsen)
Quelle: picture alliance / rtn - radio tele nord

Zur Sicherstellung der Transporte kooperiere man außerdem mit weiteren Bahnen in Deutschland und Europa. Derzeit ist der Betrieb bundesweit betroffen. Man befürchte, dass dem klimafreundlichen Schienengüterverkehr ein nachhaltiger Schaden zugefügt werde, weil Kunden ihre Fahrstrecken auf die Straße zurückverlagern könnten, erklärte die Bahn. Der Güterverkehr wird bereits seit Dienstagabend bestreikt.

Bahn fuhr zuletzt Verluste ein

Der Arbeitskampf trifft die Bahn in einer kritischen Phase: Bereits vor der Corona-Krise hatte der Staatskonzern mit schrumpfenden Gewinnen und Unpünktlichkeit zu kämpfen. Nach einem Verlust im Corona-Jahr 2020 von fast sechs Milliarden Euro waren es im ersten Halbjahr 2021 immer noch 1,4 Milliarden.

Dazu kommen die Milliarden-Kosten der Flutkatastrophe. Seit April und mit den Corona-Lockerungen hatte die Bahn allerdings wieder einen Aufwärtstrend gespürt. Gerade der Güterverkehr entwickelte sich zudem positiv.

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Dieser wird nun bereits seit Dienstagabend bestreikt, was Besorgnis in verschiedenen Branchen auslöste. "Für die Logistikbranche bedeuteten schon die Ankündigung von Lokführerstreiks eine schwere Belastung", sagte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller.

"Bahnstreiks führen zu neuer Unsicherheit in den Prozessen und zu wirtschaftlichen Schäden." Dauerten die Streiks länger, könnten erhebliche Kosten für die Unternehmen bis hin zu Produktionsausfällen entstehen. "Das schadet dem Standort Deutschland und den Mitarbeitern der Unternehmen."

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