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Wohnungskonzern im Dax - Mieter in Sorge

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Mieten um jeden Preis? - Wohnungskonzern im Dax - Mieter in Sorge

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Die Deutsche Wohnen steigt in den Dax auf. Der Konzern besitzt und vermietet hierzulande rund 164.000 Wohnungen. Mieterverbände befürchten Nachteile für die Mieter.

Archiv: Das Logo vom Immobilienkonzern Deutsche Wohnen auf einem Fahrzeug am 22.01.2019 in Berlin
Die Deutsche Wohnen spielt künftig in der ersten Börsenliga.
Quelle: dpa

ZDFheute: Die Deutsche Wohnen ist der zweitgrößte Vermieter Deutschlands. Wie bewerten Sie den Dax-Aufstieg des Konzerns aus Mietersicht?

Dr. Jutta Hartmann: Aus Sicht der Mieter ist das eine schlechte Nachricht. Man muss davon ausgehen, dass die Deutsche Wohnen dadurch verstärkt in den Fokus internationaler Investoren rücken wird.

Das Unternehmen könnte versuchen, seine Gewinne noch stärker zu maximieren, um für diese Anleger interessant zu bleiben. Das führt unweigerlich zu Mietsteigerungen.

ZDFheute: Die Deutsche Wohnen steht schon länger in der Kritik. Warum?

Hartmann: Mieter empfanden das Unternehmen als sehr profitorientiert. Tatsächlich waren neue Mietverträge oft überteuert. Außerdem gab es viele Beschwerden über Gewinnmaximierung durch verschleppte Instandhaltungen.  

ZDFheute: Was sind häufige Probleme?

Hartmann: Natürlich geht es oft um die Miethöhe und Vergleichsmieten. In Berlin ist die Umsetzung der Mietpreisbremse häufig strittig. Beispielsweise meint ein Mieter, bei ihm sei die Mietpreisbremse nicht eingehalten worden.

Es gibt viele Sonderregelungen und Ausnahmen. Mieter sollten sich hier unbedingt kompetent beraten lassen. 

Nachdem die Lufthansa Staatshilfe beantragen musste, wird sie künftig nicht mehr im Aktienindex DAX gelistet. An ihre Stelle im Dax rückt der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen.

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ZDFheute:  Wie sieht es mit dem Thema Instandsetzungen aus?

Hartmann: Reparaturen sind ebenfalls ein wunder Punkt. Dringend notwendige Instandsetzungen können vom Vermieter unverhältnismäßig lange hinausgezögert werden.

Dazu gehört die Reparatur der Heizungsanlage oder die Beseitigung eines Schimmelflecks im Schlafzimmer. Auch bei den Nebenkosten gibt es oft Uneinigkeit. 

ZDFheute: Welche Probleme gibt es da?

Hartmann: Große Wohnungskonzerne gründen gerne Tochterunternehmen, die vorher extern vergebene Dienstleistungen, wie etwa den Hausmeister Service, nach innen verlagern. Das spart Kosten.

Die Kostenersparnisse werden aber nicht an die Mieter weitergegeben. Die Betriebskosten Abrechnung ist oft intransparent. Belegeinsicht wird oft nur sehr schleppend gewährt. 

Mieten könnten steigen, um Dividenden auszuschütten. Die höhere internationale Aufmerksamkeit durch Investoren könnte die Deutsche Wohnen dazu verleiten, knapper zu kalkulieren.

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ZDFheute: Die Deutsche Wohnen ist der größte Vermieter in Berlin. Viele Mieter fühlen sich hilflos. Wie können sie ihre Rechte geltend machen? 

Hartmann: Mieter sollten ihre Rechte unbedingt geltend machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Vermieter ein großes Wohnungsunternehmen ist oder ein kleiner Privatvermieter.

Man sollte sich zunächst informieren, welche Rechte man überhaupt hat. Rechtsrat und Rechtsbeistand bekommen Mieter zum Beispiel von örtlichen Mietervereinen. Diese helfen ihm dann bei der Durchsetzung seiner Rechte.

Bei Abschluss einer Rechtsschutzversicherung werden auch die Kosten vor Gericht übernommen.

Das Interview führte Doris Ammon.

Das wichtigste Mieterrecht bei Wohnungsmängeln ist die Mietminderung. Was muss man beachten, wenn man eine Mietminderung geltend machen möchte?

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