ZDFheute

EU will digitales Bezahlen vereinheitlichen

Sie sind hier:

Überweisungen in Echtzeit - EU will digitales Bezahlen vereinheitlichen

Datum:

Elektronisches Bezahlen soll EU-weit einheitlicher und schneller werden. In einem Strategiepapier setzt die EU-Kommission auf Tech-Lösungen. Allerdings kann das noch dauern.

Bezahlen mit dem Smartphone
Sekundenschnelles Bezahlen soll in der ganzen EU Standard werden - ob bei Einkäufen im Internet oder im Laden.
Quelle: obs

Die EU-Kommission will das Angebot von bargeldlosen Bezahlsystemen in Europa vereinheitlichen. So würde es "für Verbraucher einfacher, in Geschäften zu bezahlen und Online-Geschäfte sicher und bequem abzuwickeln", erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag.

EU-Kommissionsvize: Risiken eindämmen

Der Schritt soll demnach auch die Entwicklung eigener innovativer digitaler Zahlungsmethoden in Europa begünstigen. "Die Zukunft des Finanzwesens ist digital", erklärte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis. In der Corona-Krise sei zu beobachten gewesen, "wie die Menschen dank digitaler Technologien wie Online-Banking Zugang zu Finanzdienstleistungen behalten konnten". Die Technologie biete aber noch viel mehr. Europa sollte sich darauf einlassen "und zugleich mögliche Risiken eindämmen", erklärte der Lette weiter.

Mit Hilfe von Echtzeitüberweisungen könnten Zahlungen "innerhalb von Sekunden" ausgeführt werden, heißt es im Strategiepapier der Kommission. Allerdings sei der europäische Binnenmarkt in dieser Hinsicht sehr zerstückelt:

Die meisten auf dem heimischen Markt angebotenen Zahlungsdienste funktionieren in Europa nicht grenzüberschreitend.
Valdis Dombrovskis, EU-Kommissions-Vizepräsident

Strategiepapier: Nationale Lösungen nicht mehr zeitgemäß

Diese nationalen Lösungen seien nicht mehr zeitgemäß und entsprächen nicht den Erwartungen der Bürger und Unternehmen. In der Konsequenz "haben Verbraucher beim Bezahlen in Geschäften im Ausland oder im elektronischen Handel oft keine andere Wahl, als die Dienstleistungen der wichtigsten internationalen Kartensysteme oder großer Internetplattformen in Anspruch zu nehmen", heißt es im Papier der Kommission weiter.

Seit der Corona-Krise zahlen immer mehr Menschen mit Karte oder Smartphone. Schafft die Pandemie das Bargeld ab?

Beitragslänge:
29 min
Datum:

Die Behörde hob unter anderem eine Initiative von 16 europäischen Banken hervor, darunter die Deutsche Bank: Die Europäische Zahlungsinitiative (EPI) soll den internationalen Schwergewichten Visa und Mastercard Konkurrenz machen und nationale Systeme wie die EC-Karte ersetzen. Die Kommission unterstütze dies, "würde aber auch jede andere Initiative mit ähnlichen Zielen begrüßen".

Reform der Zahlungsrichtlinien dauert zwei Jahre

Das Strategiepapier ist bislang kein konkreter Vorschlag für ein EU-Gesetz. Eine entsprechende Reform der EU-Zahlungsdienstrichtlinie könnte in den nächsten zwei Jahren in die Wege geleitet werden, hieß es.

Tatsächlich will Brüssel nichts überstürzen. Das Thema sei "schwierig", sagte ein Kommissionsvertreter. Es gehe darum, zwischen den gesetzten Zielen und der Souveränität der Staaten abzuwägen.

Im Fall Deutschlands betrifft dies vor allem die Furcht vor einer Abschaffung des Bargelds. In Deutschland hat Bargeld als Zahlungsmittel nach wie vor eine größere Bedeutung als in den meisten anderen EU-Ländern. Die Kommission betonte nun ausdrücklich, "dass Bargeld sowohl zugänglich als auch allgemein akzeptiert bleiben sollte".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.