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Mobilität in Deutschland : Der komplizierte Weg zu mehr E-Autos

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In diesem Jahr wurden so viele Elektroautos zugelassen wie noch nie. Doch die meisten Fahrer haben noch eine gewisse Skepsis, denn das Laden von E-Autos kann zum Problem werden.

2 Personen laden ihr Auto an einer Wallbox zu Hause
Eine Wallbox zu Hause zum Laden des E-Autos ist noch die Ausnahme. Archiv.
Quelle: obs

Mehr als 150.000 Elektroautos kamen in diesem Jahr neu auf die Straße. Vergangenes Jahr waren es bis Ende November nur gut 63.000. Eine enorme Steigerung, hervorgerufen durch die 9.000 Euro Umweltbonus, die es derzeit beim Kauf eines Elektroautos gibt. Gemessen an den Gesamtzulassungszahlen beträgt der Anteil an E-Fahrzeugen allerdings nur gut fünf Prozent.

Ein Verkaufsschlager sind auch die Plug-in-Hybride. So gut wie jeder Autohersteller hat sie mittlerweile im Programm. Neben dem kraftstoffbetriebenen Motor hat ein solcher Wagen auch Batterie plus Elektroantrieb, mit dem man durchschnittlich 50 Kilometer weit kommt.

Über 160.000 solcher Hybrid-Fahrzeuge wurden bisher in Deutschland verkauft, denn auch hierfür gibt es eine Förderung. Die Effizienz ist aber umstritten, da viele den Elektromotor gar nicht ausgiebig nutzen, der Wagen aber wegen des höheren Gewichts mehr Kraftstoff verbraucht.

Wenig Lademöglichkeiten: Mehrheit zurückhaltend

Trotz Umweltprämien bleiben aber die meisten Autofahrer skeptisch gegenüber dem Elektroantrieb. Der Grund liegt in der Reichweite, und damit verbunden die Ladeangst; denn es sind noch zu wenig Lademöglichkeiten vorhanden.

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Rund 35.000 Ladepunkte gibt es derzeit in Deutschland. Eine Million Ladepunkte sollen es jedoch nach dem Willen der Bundesregierung bis 2030 sein. Die EU hat das ehrgeizige Ziel, dass bis dahin in Europa 30 Millionen E-Autos unterwegs sind, davon allein in Deutschland zwischen sieben und zehn Millionen.

Um Deutschland entsprechend mit Lademöglichkeiten auszustatten, müssten von jetzt an bis 2030 jedes Jahr 100.000 öffentliche Ladepunkte entstehen. Zwar leben die meisten Deutschen in Wohnungen, haben oft keine Garage oder Stellplatz, wo man eine private Ladestation, eine sogenannte Wallbox, installieren könnte; nichtsdestotrotz wird der Aufbau der Boxen seit November von der KfW-Bank gefördert.

Niederlande: Musterland für Elektromobilität

In den Niederlanden geht man bei der Ladeinfrastruktur andere Wege - mit Erfolg. Dort setzt man nicht auf private Wallboxen, sondern die Kommunen sorgen für den öffentlichen Ausbau von Ladeplätzen. Das geht so: Jeder, der sich ein Elektroauto anschafft, meldet das seiner Gemeinde. Diese stellt in kurzer Frist höchstens 200 bis 300 Meter von der Wohnung entfernt eine öffentliche Ladesäule auf.

So stehen beispielsweise in Rotterdam mittlerweile 3.000 Ladesäulen, also hundertmal mehr als etwa in Düsseldorf. Eine solche Politik gleicht vorhandene Reichweitenschwächen von Elektroautos aus.

In Deutschland will der Bund hingegen das Schnellladen massiv fördern. An Schnellladesäulen lassen sich die Batterien in relativ kurzer Zeit aufladen. Auch an Tankstellen sollen solche Schnelllader aufgestellt werden; bis 2026 sollen Dreiviertel aller Tankstellen damit ausgerüstet sein.

Tarifchaos in Deutschland beim Bezahlen

Ein Problem ist auch das Bezahlen. Im Gegensatz zu Deutschland besitzt jeder niederländische Elektroautomobilist eine Ladekarte, mit der man landesweit laden kann. In Deutschland herrscht Tarifchaos mit einer Vielzahl von Ladekarten und Apps, teils komplizierten Anmeldeverfahren und oft hohen Strompreisen.

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Orientieren könnte man sich hierzulande an Tesla: Der amerikanische Elektroautopionier betreibt in ganz Europa ein Netz von unkomplizierten Superchargern. Das Kabel wird ans Auto angesteckt und schon beginnt das Laden. Ohne weiteres Zutun wird automatisch abgerechnet.

Für andere Ladesäulen ist so etwas in Deutschland gerade in der Entwicklung unter dem Begriff "plug and charge". Bis ein solches System in alle öffentlichen Ladestationen integriert ist, wird es wahrscheinlich noch ein, zwei Jahre dauern.

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