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Das Ende des Verbrenners? - E-Autos vor dem Durchbruch

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Die Verkäufe von Elektroautos steigen rasant, Autofirmen kündigen das Ende des Verbrenners an. Den endgültigen Durchbruch erwartet Branchenexperte Matthias Schmidt aber erst 2025.

Die deutsche Autoindustrie ist Arbeitgeber für Millionen und eine wichtige Stütze des Wohlstands - auch dank ihrer guten Beziehungen zur Politik. Dann kommt die Krise.

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makro: Die Verkaufszahlen für Elektroautos schnellen in die Höhe. Erleben wir gerade ihren Durchbruch?

Matthias Schmidt: Vor 2020 war das Spielfeld fast leer und wurde weitgehend von Tesla bespielt. Plötzlich aber betreten neue alte Player das Feld - die etablierten Autobauer. Begleitet wurde dies in verschiedenen europäischen Ländern durch stark erhöhte Kaufanreize für E-Fahrzeuge, die praktischerweise den heimischen Champions halfen, teure EU-Strafen zu vermeiden.

Die wirkliche Öffnung der Schleusen wird jedoch wahrscheinlich erst 2025 beginnen, wenn sich die CO2-Vorgaben der EU weiter verschärfen. Eine wahre Flut von Elektroautos wird 2030 erwartet, da die EU voraussichtlich eine Halbierung der durchschnittlichen CO2-Flotten-Emissionen gegenüber 2021 vorschreiben wird.

makro: 2007 brachte Apple das iPhone auf den Markt. Ein paar Jahre später hatte jeder ein Smartphone. Fachleute sprechen von Disruption. Sehen Sie beim Elektroantrieb etwas Ähnliches?

Schmidt: Hier läuft es anders: Das iPhone war ein profitables Produkt, das Apple unbedingt auf einen technikhungrigen Markt bringen wollte. Das profitable Produkt der Autohersteller ist die Verbrenner-Technologie, weshalb sie nicht bereit waren, Elektroautos in hoher Stückzahl anzubieten.

Vielmehr haben sie ihr Geld in der Verbrenner-Technologie versenkt, die sie so lange vorantreiben wollen, wie es die Gesetzgebung erlaubt. 

Corona-Krise, Elektro-Boom, ein umstrittenes Gesetz und jüngst der Chip-Mangel: Das neue Jahr startet für die deutsche Autoindustrie turbulent.

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makro: Tesla hat in Europa zuletzt Marktanteile verloren. Bloß ein Stolperer oder nehmen die Elektro-Alternativen heimischer Hersteller Fahrt auf?

Schmidt: Tesla musste einen dramatischen, aber vorhersehbaren Rückgang seines Marktanteils hinnehmen. Dies ist auf die großen Akteure zurückzuführen, die 2020 die ersten Elektroautos auf den Markt brachten. Stand Tesla 2019 noch für jedes dritte reine E-Auto in Europa, fiel sein Marktanteil 2020 auf etwas mehr als jeden zehnten Verkauf.

Allerdings hat Tesla noch mindestens vier Jahre Zeit, bis die nächste Welle von E-Fahrzeugen auf den Markt kommt.

Es ist wahrscheinlich, dass sich der Anteil am europäischen E-Fahrzeugmarkt bis dahin bei über zehn Prozent halten wird.

makro: Eine neue Technologie hat stets Tücken. Wann werden E-Autos ihre Kinderkrankheiten überwunden haben?

Schmidt: Umparken im Kopf ist das Motto, das man den E-Fahrzeugen beilegen sollte. Es handelt sich um eine Mischung aus digitalem Hightech und einem traditionellen Auto. Die Kunden werden lernen müssen, ihre Zuverlässigkeitserwartungen etwas zurückzuschrauben.

Einige Anfangsschwierigkeiten werden erst in der realen Welt ausgebügelt werden können und nicht schon auf der Teststrecke. Die Autos von morgen werden zweifellos Software-Probleme haben und andere Schwierigkeiten, die in der IT-Welt üblich sind.

Kunden werden diese als Gegenleistung für einen solch gigantischen Technologiesprung akzeptieren müssen. Als Bonus können viele Falten über Nacht ausgebügelt werden - dank Over-the-Air-Updates - und nicht über Nacht in der Werkstatt.

Das Interview führte Carsten Meyer.

Die Autoindustrie ist Träger unseres Wohlstands und Arbeitgeber für Millionen – auch dank guten Beziehungen zur Politik. Dann kommt die Krise: Die Stimmung scheint zu kippen.

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