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Milliarden für die E-Mobilität - Die Zukunft der Autobauer zeigt sich in Emden

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Die Corona-Pandemie zwingt deutsche Autobauer geradezu, Milliarden in Zukunftstechnologien zu investieren. Was das bedeutet, zeigt sich in Emden - mit allen Vor- und Nachteilen.

Als im Volkswagen-Werk Emden wegen der Corona-Krise die Bänder still stehen, kommt die ostfriesische Kleinstadt bundesweit in die Schlagzeilen: Im März und April Spitzenreiter bei der Kurzarbeit, 56Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind betroffen, viele davon beim Hauptarbeitgeber der Region: Volkswagen.

Volkswagen will in Emden ein Leuchtturmprojekt schaffen

Der Konzern hat sich in Folge der massiven Absatzeinbrüche bis Jahresende einen Einstellungsstopp verordnet. Zwischen April und Ende Juni sackte der Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 41,1 Milliarden Euro ab. Fast ein Drittel weniger Fahrzeuge wurden ausgeliefert.

Der Kostendruck sei erheblich, sagte jüngst der neue Markenvorstand Ralf Brandstätter. Und trotzdem steckt Volkswagen eine Milliarde Euro in seinen Standort Emden. Das Werk soll zum "Leuchtturmprojekt für E-Mobilität" werden.

Die Corona-Krise beschleunigt die Entwicklung von E-Autos

Prof. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management überrascht die vermeintlich riskante Investition zu Krisenzeiten nicht. Er sieht in der Corona-Pandemie einen Motor für die Elektromobilität. Autohersteller und Zulieferer müssten sich stärker fokussieren, weil aufgrund der enormen Absatzrückgänge das Geld knapp werde.

"Es könnte dazu führen, dass Corona die Transformation eher Richtung Elektromobilität verstärkt, weil die Autohersteller ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf neue Themen wie E-Mobilität konzentrieren“ , vermutet Bratzel.

Keine Kaufprämie für Verbrennerautos, dafür höhere Prämien für Elektroautos: Das fördert die Regierung mit dem Konjunkturprogramm.

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Bislang waren Elektroautos eher ein Verlustgeschäft für die Hersteller, was vor allem an der Montage gelegen habe, erläutert er. Verbrennermotor raus, große Batterie umständlich rein - mittlerweile hat auch Volkswagen eigene Plattformen für E-Autos entwickelt.

Sind die Veränderungen eine Gefahr für die Mitarbeiter?

In Emden, neben Zwickau der zweite Elektro-Standort von Volkswagen, haben vor wenigen Wochen die Baumaßnahmen für eine neue Produktionshalle begonnen. In rund zwei Jahren sollen hier Elektrofahrzeuge wie der ID.4, ein elektrischer SUV sowie der Aero gefertigt werden. Das Ziel: 300.000 E-Fahrzeuge pro Jahr.

Für die Beschäftigten bedeutet diese neue Ära große Veränderungen. Bei der Produktion von Elektro-Fahrzeugen werden nicht nur andere Teile verbaut, sondern auch weniger.

Volkswagen will Tesla überholen und Marktführer werden

"30 bis 40 Prozent der Arbeitsinhalte fallen weg, in Gänze inklusive der Komponenten. Aber es kommen bestimmt auch 15 bis 20 Prozent wieder dazu",  erläutert Uwe Schwartz, der das Volkswagen-Werk in Emden leitet. Es werden sich wohl neue Arbeitsfelder auftun, Spezialisten für Batteriezellen und Software werden immer mehr gefragt.

Das Logo der Volkswagen AG in Hannover. Archivbild

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Wie viele der aktuell 9.000 Arbeitsplätze wegfallen werden, ist unklar. Bis 2029 herrscht bei Volkswagen Beschäftigungssicherung. Doch auch in Emden werden wohl einige Stellen nicht mehr nachbesetzt werden. Vorerst geht es im Konzern aber darum, weitere Kunden zu überzeugen und den Bau von Ladesäulen voranzutreiben. Auch im beschaulichen Ostfriesland finden sich davon bislang zu wenige.

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