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Krise und Wirtschaft : Wer profitiert vom Ukraine-Krieg?

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Der Krieg in der Ukraine hält die Welt in Atem. Doch selbst in Zeiten wie diesen gibt es Unternehmen und Länder, die von den Folgen der geopolitischen Veränderungen profitieren.

Archiv: Der Flüssiggastanker Al Nuaman, der rund 200.000 Kubikmeter Flüssiggas aus Katar an Bord hat, erreicht den Ostseehafen mit der ersten Lieferung an den damals neu gebauten Flüssiggas-Terminal  in Swinoujscie, Polen.
Der Flüssiggastanker Al Nuaman, der rund 200.000 Kubikmeter Flüssiggas aus Katar an Bord hat, erreicht den Ostseehafen in Swinoujscie, Polen (Archivbild).
Quelle: dpa

Die Bilder aus der Ukraine sind verstörend, verbreiten Angst und erwecken den Eindruck, als zerfiele die gewohnte Weltordnung vor unseren Augen. Die für die meisten Europäer selbstverständlich empfundene Zeit des Friedens ist vorüber. Doch wer sind die Akteure, die von der aktuellen "Zeitenwende" profitieren?

Die Rüstungskonzerne

Kurz nach Kriegsbeginn kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz an, die Bundeswehr mit einem riesigen Sondervermögen ausstatten zu wollen. 100 Milliarden Euro sollen der Truppe in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen und eine Modernisierung ermöglichen. Außerdem soll das bislang nicht eingehaltene Zwei-Prozent-Ziel der Nato künftig erfüllt werden.

Auch wenn die Finanzierung noch einige Fragen aufwirft. Klar ist: Die Rüstungsindustrie boomt. Die Nutznießer dieser zunehmenden Aufrüstung sind schnell ausgemacht: Etwa Konzerne wie die in Düsseldorf ansässige Waffenschmiede Rheinmetall. Die Firma stellt aktuell Hunderte von Mitarbeitern ein. Auch kleinere Firmen wie Hensoldt, ein Hersteller für militärische Sensor- und Radarsysteme, dürften in großem Maße vom politischen Umdenken profitieren.

An der Börse sind die Papiere von Rüstungsherstellern deshalb seit einigen Wochen stark nachgefragt, fulminante Kursrallys sind die Folge. Als direkte Reaktion auf die Ankündigung von Scholz hatte Rheinmetall für die Bundeswehr bereits ein umfangreiches Angebot in Höhe von 42 Milliarden Euro geschnürt. Die gewaltige Größenordnung der Summen wird hier erkennbar. Innerhalb eines Monats legte die Aktie um 90 Prozent zu.

Gas- und Flüssiggas-Exporteure

Deutschland ist von russischem Gas abhängig, noch jedenfalls. Um diese Abhängigkeiten möglichst schnell zu reduzieren, werden händeringend neue Lieferanten für Energieträger wie Gas oder Öl benötigt. Die Frage des Preises dürfte dabei vorerst eine untergeordnete Rolle spielen, denn Deutschland tritt als Bittsteller auf.

Erdgasimporte nach Deutschland: Welchen Anteil hat welches Land? Russland machte 2020 65,2 Prozent der Erdgas-Importe aus.

Erst kürzlich reiste Bundeswirtschaftsminister Habeck nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate, um neue Möglichkeiten auszuloten. Katar gilt als einer der weltweit größten Exporteure von Flüssiggas (LNG).

Ist LNG eine Alternative zum russischem Erdgas? Das Grafikvideo zeigt, woher unser Erdgas eigentlich kommt.

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Neben den Ländern im Nahen Osten, die zukünftig nicht nur Flüssiggas, sondern auch Wasserstoff liefern sollen, wird die Neuausrichtung auch in anderen Staaten wie Norwegen oder den USA zu wachsenden Einnahmen führen.

Die Umstellung soll die Energieversorgung breiter aufstellen, Abhängigkeiten von jetzigem Ausmaß gilt es unter allen Umständen zu verhindern. Hinzu kommt, dass Katar den Wegfall russischen Gases nicht vollständig wird ersetzen können und die Lieferverträge mit anderen Abnehmern meist langfristig sind. Die Deutschen müssen sich also hinten anstellen.

Dennoch wird es eine "langfristige Energiepartnerschaft" geben, was den neuen Partnern voraussichtlich Milliarden in die Kassen spülen dürfte. Andere Länder wie etwa Norwegen wollen bereits existierende Exporte ausweiten, würden somit an Deutschlands Bedarf mitverdienen.

Auf der Suche nach Ersatz für russisches Gas hat Wirtschaftsminister Habeck nach eigenen Angaben eine Energiepartnerschaft mit Katar vereinbart. Das ist durchaus umstritten.

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Auf transatlantischer Ebene stehen die USA bereits in den Startlöchern, umstrittenes Gas und Öl der Fracking-Industrie soll nach Europa exportiert werden. Auch hier winken in Folge des Krieges neue Aufträge, erste Lieferzusagen hat Joe Biden bereits getroffen.

Lebensmittelversorger, Düngemittelhersteller

Schon jetzt verdienen einige Konzerne der Energiewirtschaft gutes Geld. Mineralölgiganten wie Shell, Chevron oder BP konnten ihre Gewinne vor dem Hintergrund steigender Ölpreise deutlich erhöhen. 

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Auch in Fragen der Lebensmittelversorgung treten neue Akteure auf den Plan, die in der Krise gefragter sind denn je. Der Düngemittelhersteller K+S beispielsweise kann seine Produkte für die Nutzung in der Landwirtschaft nun zu wesentlich höheren Preisen absetzen, da Russland als einer der größten Anbieter der Welt nicht mehr liefert. Der Wert der Aktien von K+S stieg im letzten Monat um mehr als 40 Prozent.

Bei all dem Leid, das der Krieg über die Menschen in der Ukraine bringt, muss man also dennoch festhalten: Manche verdienen gut an der "Zeitenwende".

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23.05.2022
von Susanne Biedenkopf
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