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Energie-Experte Quaschning - Wie Bürokratie die Energiewende bremst

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Woran hakt es bei der Energiewende? Die Technologien sind da, sagt Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme. Das Problem ist die Politik.

Windräder auf einem Rapsfeld.
Windräder auf einem Rapsfeld in RLP. Symbolbild für Energiewende.
Quelle: dpa

makro: Strom aus Wind und Sonne kann preislich längst mit fossilen Energieträgern mithalten, ist mitunter sogar günstiger. Warum verläuft der Ausbau dann so schleppend?

Volker Quaschning: Es gibt viele bürokratische Hürden, aufwändige Genehmigungsverfahren und wenig verlässliche Rahmenbedingungen, die Sand ins Getriebe streuen. Die Regierung verschlechtert seit Jahren die Bedingungen für Bürgerenergieprojekte, die eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung haben.

Als Konsequenz nehmen die Widerstände gegen Windkraftanlagen und neuerdings auch große Solaranlagen immer mehr zu.

Bürokratie bremst Energiewende - Wenn Windräder in der Antragsphase veralten 

Die Förderungen für alte Wind- und Solaranlagen laufen aus, die Bürokratie blockiert den weiteren Ausbau. Eine Expertin rät sogar, länger an der Atomkraft festzuhalten.

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von Anna Pflüger

makro: Ein Solardach, kombiniert mit Batteriespeicher, eröffnet sehr interessante Möglichkeiten eigenständiger, dezentraler Stromerzeugung und könnte obendrein der Netzstabilität dienen. Stehen diese Technologien vor dem Durchbruch?

Quaschning: In den letzten Jahren hat sich dieser Markt recht gut entwickelt. In Deutschland waren Ende 2020 rund 270.000 Solarstromspeicher vorwiegend in Einfamilienhäusern im Einsatz.

Das volle Potenzial der Batterien für die Netzstabilität wird wegen vieler Hürden aber nicht genutzt.

Eigentlich könnten Batterien im Bereich der Netzstabilität sehr schnell klimaschädliche fossile Kraftwerke ersetzen. Hier drängt sich aber manchmal der Eindruck auf, dass das gar nicht gewünscht ist.

makro: Vor den Küsten Europas entstehen riesige Windparks. Dabei ist dieser Offshore-Strom immer noch vergleichsweise teuer. Warum ist das so - und wann kommen die Kosten runter?

Quaschning: Offshore-Windkraftanlagen arbeiten unter Extrembedingungen wie hohem Wellengang und aggressivem Salzwasser. Darum ist die Errichtung von Windkraftanlagen auf hoher See auch deutlich teurer als an Land. Auf hoher See lassen sich aber viel größere Anlagen installieren als an Land, da der Transport über Straßen oder Brücken die Größe limitiert.

Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, dass Ökostrom schneller ausgebaut werden soll. Unter anderem geht es um finanzielle Beteiligung für Gemeinden, die Windräder aufstellen.

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In den letzten Jahren ist es darum gelungen, die Offshore-Windkraft deutlich preiswerter zu machen. Neue Projekte können ihren Strom inzwischen auch zu sehr niedrigen Preisen anbieten.

Die Vergütung für Strom aus neuen Offshore-Windkraftanlagen ist von 15,4 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2010 im Mittel auf 4,7 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2018 gefallen.

makro: Es gibt die Diskussion, die EEG-Umlage, die auf den Strompreis aufgeschlagen wird um die Energiewende zu finanzieren, durch sogenannte Green Bonds zu ersetzen. Was hat es damit auf sich? Und was halten Sie davon?

Quaschning: Strom muss billiger werden, weil wir ihn für die Elektromobilität und die Wärmewende brauchen. Die EEG-Umlage zu streichen und die Kosten den fossilen Energieträgern aufzubürden, ist darum richtig.

Bei der Umstellung muss aber dringend darauf geachtet werden, dass auch das für den Klimaschutz nötige Ausbautempo erreicht wird und nicht wieder neue Verzögerungen entstehen, weil der Gesetzgeber die Finanzierung schlecht umgesetzt hat.

Das Interview führte Carsten Meyer, Redakteur beim 3-sat-Wirtschaftsmagazin makro.

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