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Hilfspaket löst Freude an Finanzmärkten aus

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Einigung auf EU-Gipfel - Hilfspaket löst Freude an Finanzmärkten aus

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Die Finanzmärkte reagieren positiv auf die Einigung beim EU-Gipfel. Sowohl der Deutsche Aktienindex Dax als auch der EuroStoxx 50 legen deutlich zu.

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Nach der Einigung auf das größte Finanzpaket in der Geschichte der EU haben die Börsen positiv reagiert: Direkt zu Handelsbeginn sprang der Dax auf mehr als 13.200 Punkte und schaffte im Handelsverlauf sogar die 13.300 Punkte. Damit steht er inzwischen fast schon wieder auf dem Niveau des Jahresanfangs: Am 2. Januar war er mit 13.385 Punkten ins Jahr gestartet.

Erleichterte Anleger

Auch an den Anleihemärkten waren die Anleger erleichtert. Das zeigte sich vor allem bei italienischen Staatsanleihen. Das Risiko, dass diese nicht zurückgezahlt werden können, sehen die Anleger als deutlich niedriger an. Das ist an der sinkenden Rendite abzulesen.

So werfen die Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit nur noch 1,06 Prozent für den Anleger ab. Das war der niedrigste Stand seit Anfang März. Der Euro notierte zunächst höher bei 1,1468 Dollar, dann bröckelte er leicht ab.

Die Märkte sind froh, dass die Euro-Kuh vom Eis ist, kommentiert Robert Halver, Aktienmarktstratege der Baader Bank, die Entwicklung.

Europa wird wieder einmal mit Geld gekittet. Die drei Aasgeier USA, China, Russland haben ja nur darauf gewartet, dass Europa auseinanderbricht.
Robert Halver, Baader Bank

Euro-Sorgen werden kleiner

Das aber geschieht nun vorerst nicht. Deshalb kehren auch internationale Anleger auf die europäischen Märkte zurück, erklärt Andreas Wex, Aktienmarktstratege der Commerzbank. "Die waren in den vergangenen Wochen sehr zurückhaltend."

Die Sorge um den Euro habe sich nun aber gelegt, das Risiko eines Auseinanderbrechens der Währungsunion und Europas sei damit vorerst vom Tisch.

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Nachfrage muss wieder anspringen

"Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen", kommentiert Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) die Einigung. Das sei ein Hilfspaket für die Wiederbelebung der Volkswirtschaften: "Entscheidend bleibt jetzt, auch mit dieser neuen europäischen Fiskalpolitik die Nachfrage im Euroraum wieder zu stimulieren."

Außerdem sei es wichtig, dass die mit dem Hilfspaket verbundenen neuen Schulden vereinbarungsgemäß wieder abgebaut würden. Die Kredite, die die EU für die Finanzierung des Wiederaufbaufonds aufnimmt, sollen ja von 2028 bis spätestens 2058 zurückgezahlt werden. "Der Rückzahlungsplan wird unter anderem auch davon abhängen, ob sich die EU neue Einnahmequellen erschließen kann", erklärt Christian Lenk, Anleihestratege der DZ-Bank.

Als einen "Meilenstein" bezeichnet Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment die Einigung. Die EU entwickle sich mit diesem Verhandlungsergebnis auch institutionell weiter, etwa durch die Möglichkeit eigener Einnahmen.

Die EU-Staaten haben sich auf ein Rekord-Finanzpaket verständigt. Zu großen Strukturreformen sei der Gipfel aber dennoch nicht fähig gewesen, meint ZDF-Korrespondent Stefan Leifert.

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Skeptischer Blick nach Italien

Skeptisch sind einige Marktexperten jedoch, ob das Versprechen Geld gegen Reformen sich so durchsetzen lasse. Ob Italien das Geld tatsächlich, wie es sinnvoll wäre, etwa in den Abbau der Bürokratie stecke, sei fraglich, meint Robert Halver von der Baader Bank.

Denn Italien habe immer noch einen großen Trumpf: Es könne mit Austritt drohen. Das aber würden die anderen EU-Staaten bei der drittgrößten Volkswirtschaft Europas jedoch unbedingt verhindern wollen. 

"Europa hat gezeigt, dass es neue Wege in einer ganz besonderen Situation bereit ist zu gehen", erklärte Bundeskanzlerin Merkel bei ihrer Pressekonferenz in Brüssel.

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Noch ein langer wirtschaftlicher Weg

Ob die Freude über die Einigung an den Finanzmärkten anhält, auch das ist noch nicht sicher. In einigen Tagen dürften wieder andere Themen im Vordergrund stehen: Wie entwickelt sich die Konjunktur, wie die Pandemie? "Die wirtschaftliche Lage bleibt schlecht, auch wenn sich leichte Anzeichen einer Erholung zeigen", sagt Andreas Wex von der Commerzbank.

Die Märkte werden auch weiter schwankungsanfällig bleiben.
Andreas Wex, Commerzbank

Allerdings werden die Märkte ja auch gestützt von den massiven Hilfen der Europäischen Zentralbank zur Bekämpfung der Coronakrise und denen der anderen Notenbanken.

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