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Europäische Zentralbank - Digitaler Euro: Es geht um mehr als bezahlen

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20 Jahre nach seiner Einführung soll der Euro digital werden. Die EZB sieht den Abschluss des Projektes im Jahr 2026. Für viele Experten kommt der Schritt zu spät.

Online-Bezahlsysteme werden immer wichtiger und könnten Bargeld irgendwann ersetzen. Die Europäische Zentralbank will mit der Einführung des digitalen Euros nachziehen.

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Als erster Staat der Welt führen die Bahamas digitales Bargeld ein. Den sogenannten Sand-Dollar gibt es seit Oktober 2020. Das Riesenreich China, wirtschaftlich um einiges potenter als der kleine Karibikstaat, rollt seinen E-Yuan schon seit Monaten im ganzen Land aus und wird ihn bald im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr einsetzen. Und dazwischen gibt es die schwedische E-Krone. Die EZB ist unter Druck.

Bargeld auf dem Rückzug

Denn durch die Pandemie, Plattformen wie Paypal und Kryptowährungen ist das Bargeld auf dem Rückzug. Und bei der digitalen Variante wird es laut Experten schlicht um die monetäre Eigenständigkeit der Eurozone gehen.

Die EZB hat den Startschuss für den digitalen Euro gegeben. Er soll das Bezahlen einfacher, billiger und schneller machen. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet.

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Analyst Guido Zimmermann von der LBBW erklärt, für die Verbraucher werde sich im Alltag erst einmal gar nichts ändern. Seit Jahren wird schon via Online-Banking digital bezahlt.

Technisch gesehen ist der Unterschied aber gewaltig, den Europa hier vollzieht. Vollziehen muss, denn die EZB muss auch beim Digitalgeld monetär souverän sein und darf nicht von außereuropäischen Anbietern - seien es Zentralbanken wie der von China, oder großen Tech-Konzerne - abhängig werden.
Guido Zimmermann

Datenschutz und Sicherheit

Auch für die Bürger des Euroraums könnte es ohne den digitalen Euro unangenehm werden. Zimmermann sieht die Gefahr, dass neue Anbieter von Digitalwährungen weniger sorgfältig mit den Daten umgehen als die traditionelle Bankenwelt.

Ein digitaler Euro hätte Vorteile für die europäische Wirtschaft, meint Philip Sandner. Der Frankfurter Professor forscht seit Jahren im Bereich der digitalen Werte.

 

Der digitale Euro ist wichtig, um Unternehmen und Bürgern eine zukunftsfähige Bezahlinfrastruktur anbieten zu können. Gerade bei Auslandsüberweisungen sieht man, wie ineffizient das heutige System teilweise ist.
Philip Sandner

In der Industrie herrscht indes großes Interesse. Am liebsten hätte sie ein programmierbares Geld – im Fachjargon Smart Contracts.

Große Zustimmung bei Unternehmen

Damit würde ein Zahlungsverkehr zwischen Maschinen möglich. In der Blockchain-Welt von Bitcoin und Co sind Smart Contracts schon in der Anwendung. Digitale Zahlungen, die in Sekundenbruchteilen abgewickelt sind, würden zudem Ressourcen schonen, heißt es. Der Digitalverband Bitkom befragte 652 Unternehmen in Deutschland und fand große Zustimmung für einen digitalen Euro. 78 Prozent der befragten Unternehmen wollten, dass die EZB ihn einführt.

"Es geht um Einfachheit und geringe Kosten", so Prof. Jörg Rocholl, Wirtschaftswissenschaftler, zu den Überlegungen der EZB, einen digitalen Euro einzuführen.

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Das Potential nicht auszuschöpfen, wäre für Sandner eine Katastrophe. Das Wettrennen um das Digitalgeld habe eine geopolitische Komponente.

Die EZB hinkt hinterher; deren Infrastruktur wird in 2026 oder später einsetzbar sein. Auch der US-Dollar ist in einigen Bereichen bereits digital geworden. Das größte Risiko ist, die Bedeutung einer digitalen Währung zu unterschätzen und den Vorsprung zu anderen Währungsräumen größer werden zu lassen.
Philip Sandner

Bezahlten in Zukunft Maschinen der deutschen Autoindustrie mit chinesischem Digitalgeld, so würden einige Politiker aufschreien.

Darum erscheint es so wichtig für den Euroraum, einen Digital-Euro in Angriff zu nehmen. Wenn alles nach Plan der EZB geht, gibt es den digitalen Euro sechs Jahre nach dem Sand-Dollar der Bahamas. Ein Euro ohne Blockchain und ohne Smart Contracts.

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