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Welche Dax-Konzerne Facebook-Werbung stoppen

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ZDFheute-Umfrage - Welche Dax-Konzerne Facebook-Werbung stoppen

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Weil Facebook nicht konsequent gegen Hasskommentare vorgeht, springen weltweit Werbekunden ab. Auch viele Dax-Konzerne, so eine ZDFheute-Umfrage.

Archiv: Eine Person schaut durch eine Glaskugel auf einem Tablet auf die Facebook-App.
Auch Dax-Konzerne stoppen ihre Werbung auf Facebook.
Quelle: dpa

Nach Unilever, Coca Cola und vielen weiteren internationalen Unternehmen stoppen auch SAP, Siemens, Adidas, Henkel, Bayer, Fresenius und Beiersdorf ihre Werbung auf Facebook, um die Online-Plattform zu einem entschlosseneren Handeln gegen Hasskommentare, Propaganda und Fake News zu bewegen. Mit welcher Begründung? Und wie halten es die anderen Dax-Unternehmen? ZDFheute hat nachgefragt:

Sie wollen dort erstmal keine Werbung mehr machen.

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  • SAP: Der Softwarekonzern SAP tritt dem Aktionsbündnis "Stop Hate For Profit" bei. In einem ZDFheute vorliegenden Statement heißt es: "Dies ist ein wichtiger Bestandteil unseres Einsatzes für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung. Wir setzen daher alle Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram aus, bis das Unternehmen ein deutliches Signal gegen die Verbreitung von Hasskommentaren und Rassismus auf seinen Plattformen sendet. Für einen nachhaltigen Wandel müssen auch wir unsere Rolle auf Plattformen hinterfragen, die systematisch die Verbreitung von Hass und Rassismus fördern."
  • Adidas: Der Sportartikelhersteller setzt seine Werbeaktivitäten auf Facebook und Instagram im Juli weltweit aus. In einer Erklärung dazu heißt es: "Rassismus, Diskriminierung und Hasskommentare dürfen keinen Platz haben, weder in unserem Unternehmen noch in unserer Gesellschaft." In den nächsten 30 Tagen will Adidas "Kriterien für die Schaffung und den Erhalt eines weltoffenen und sicheren Umfelds" entwickeln, "die sowohl für uns selbst als auch für unsere Partner gelten sollen".
  • Siemens: Für den Juli hat Siemens seine Werbeaktivitäten auf den Facebook- und Instagram-Seiten in den USA unterbrochen, jedoch nicht weltweit eingestellt. "Wir unterstützen nachdrücklich die #StopHateforProfit-Initiative", sagt ein Siemens-Sprecher. "Wir moderieren unsere Facebook-Seite unter strenger Beachtung unserer Community-Richtlinien." Weiter heißt es: "Wir akzeptieren rund um unsere Inhalte und Diskussionen darüber keine unbegründeten, irreführenden oder falschen Informationen und wir tolerieren auch keine Hassreden."
  • Henkel: Der Konsumgüterproduzent stoppt im Juli seine Facebook-Werbung. In einer Erklärung dazu heißt es: "Als weltweit tätiges Unternehmen steht Henkel für Toleranz, Vielfalt, Respekt und gegen jegliche Form von Rassismus, Diskriminierung, Hassrede und Gewalt. Diese Haltung erwarten wir auch von allen unseren Geschäftspartnern auf der ganzen Welt, einschließlich unserer Werbepartner. Daher hat Henkel sich entschieden, dem US-Aufruf zu folgen und im Juli mit unseren Marken auf Anzeigen bei Facebook oder anderen zu dem Konzern gehörenden Plattformen zu verzichten."
  • Bayer: Der Chemie- und Pharmakonzern meldete ZDFheute am Dienstagabend: "Wir haben uns in den letzten Tagen dieser Initiative angeschlossen und werden Bayer-weit, sprich global und cross-divisional, im Juli keine Facebook-Anzeigen schalten." Zuvor hatte es von Unternehmensseite geheißen, dass man das Thema zwar "sehr aufmerksam" beobachte, aber noch keine Entscheidung getroffen habe.
  • Beiersdorf: Der Konsumgüterkonzern setzt seine Werbung bei Facebook und Instagram im Juli weltweit aus. Beiersdorf engagiere sich für ein vertrauenswürdiges, sicheres digitales Umfeld und erwarte von seinen Werbepartnern, dass auch diese sich für Respekt, Vertrauen sowie Zusammenhalt einsetzten. Weiter heißt es: "Wir glauben, dass trotz bereits erreichter Fortschritte noch mehr gegen Hasskommentare, Rassismus und Fake News in sozialen Netzwerken getan werden muss. Entsprechend pausieren wir vorerst unsere Werbung auf diesen Plattformen."
  • Fresenius: Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hat das Medizintechnikunternehmen seine Werbung auf Facebook und Instagram gestoppt. "Im Licht der aktuellen Diskussion haben wir entschieden, unsere dortigen Werbeaktivitäten auszusetzen. Wir unterstützen die Chancengleichheit aller Menschen und stellen uns gegen Diskriminierung jeder Art. Dies erwarten wir auch von unseren Werbepartnern."

ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann ordnet die Werbeboykotte gegen Facebook ein.

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Auch der Autobauer Volkswagen folgt dem Beispiel anderer Großunternehmen und setzt seine Werbung bei Facebook aus, wie VW am Dienstag in Wolfsburg erklärte. Der Konzern stehe "für ein offenes und gleichberechtigtes Miteinander. Ein Umfeld von Falschmeldungen oder Hassbotschaften ist für uns nicht akzeptabel", teilten die Wolfsburger mit.

  • Allianz: Der Versicherungskonzern hat nach eigenen Angaben "ein vergleichsweise kleines Budget für Werbung auf Facebook/Instagram". Mit Blick auf die Themen Rassismus und Diskriminierung verfolge man die Entwicklung bei Facebook aufmerksam. Über einen möglichen Werbestopp sei noch nicht entschieden worden.
  • Deutsche Bank: Das Finanzinstitut begrüßt nach eigenen Angaben die Diskussion über diskriminierende und rassistische Äußerungen in sozialen Netzwerken, wird seine Werbung auf den Social-Media-Plattformen aber nicht stoppen. Der Grund: "Ein Boykott wäre ein sehr weitgehender Schritt, zumal einige der kritisierten Plattformen bereits Veränderungen angekündigt haben und weitere Schritte hoffentlich folgen werden."
  • Covestro: Der Werkstoffproduzent will seine Werbung auf Facebook derzeit nicht einstellen. In einem Statement heißt es aber auch: "Wir beobachten die Entwicklung und bewerten unsere Entscheidung regelmäßig neu. Statt die Werbung pauschal einzustellen, gehen wir gezielt gegen einzelne Beiträge vor, die Kommentare mit Hass oder falschen Informationen erzeugen."
  • Merck: Der Darmstädter Pharmakonzern nutzt nach eigenen Angaben "in kleinerem Umfang Werbeformate auf Facebook und Instagram". Das Unternehmen überprüfe derzeit dieses Engagement. Denn: "Jede Form von Diskriminierung widerspricht fundamental unseren Unternehmenswerten", so ein Sprecher.
  • Fresenius Medical Care: Der Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen prüft derzeit, seine Werbung auf Facebook und Instagram auszusetzen. Sehr wahrscheinlich wird Fresenius Medical Care in Kürze dem Fresenius-Beispiel folgen und seine Werbeaktivitäten bei den Online-Plattformen einstellen, so ein Sprecher.
  • Infineon: Der Halbleiterhersteller ist auf Facebook und Instagram nach eigenen Angaben "in sehr geringen Umfang werblich aktiv". Daran soll sich zunächst nichts ändern.
  • E.ON: Der Energiekonzern will zunächst weiter auf die Kundenkontaktmöglichkeiten via Facebook und Instagram setzen. Allerdings, so ein Sprecher: "Dabei steht für uns jederzeit ein respektvoller Umgang miteinander im Vordergrund. Die aktuelle Entwicklung verfolgen wir daher intensiv."

Der Protest gegen den Umgang von Facebook mit Hassbotschaften und Fakenews hat offenbar gewirkt: Künftig werden Beiträge rigoroser gelöscht.

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Diese Dax-Unternehmen werben nach eigenen Angaben generell nicht auf Facebook:

  • Deutsche Börse
  • HeidelbergCement
  • MunichRe
  • Deutsche Wohnen
  • BASF (BASFKarriere schreibt allerdings auf verschiedenen Plattformen Stellen aus)
  • MTU Aero Engines

Von den insgesamt 30 angefragten Dax-Unternehmen haben 20 an der ZDFheute-Umfrage teilgenommen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert und um Rückmeldungen von weiteren Unternehmen ergänzt.

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