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Boom-Jahr für die Fahrradbranche - Setzt sich der Fahrradtrend weiter so fort?

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Dass die weltweit größte Fahrradmesse Eurobike wegen Corona ausfällt, ist sicherlich ärgerlich - aber die Branche hat im Boomjahr 2020 auch so alle Hände voll zu tun.

Ein Angestellter eines Fahrradladens berät in einem Verkaufsraum Kunden.
Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Fitness-Studios: Die Fahrradbranche erlebt 2020 einen totalen Boom. (Archivbild)
Quelle: dpa

"Radbranche im Rausch" titelte der Spiegel im vergangenen Jahr zur Eurobike 2019. Da wussten wir alle nicht, was 2020 auf uns zukommt. Denn gegen das, was sich seit April in Fahrradgeschäften abspielt, ist das Hamstern von Klopapier fast schon eine Lappalie.

Mit dem Ende des Lockdowns wurde der Fahrradhandel quasi überrannt.
Jacob von Hacht, Marketing & Event Director beim Hersteller Stevens

Lange Schlangen vor den Läden und rapide sinkende Bestände in allen Fahrradsegmenten haben so manche Ausstellungsfläche recht übersichtlich erscheinen lassen: "Natürlich produzieren wir Hersteller eine kalkulierte Jahresmenge. 2020 war es so, dass wir dann einfach nicht mehr jede Nachfrage bedienen konnten", so von Hacht.

Das Fahrrad als Sportgerät der Corona-Stunde

Von "nie dagewesenen Umsätzen" berichtet auch Andreas Krajewski, Marketing Manager bei Cannondale. "Das geht unisono durch die gesamte Branche." Corona als Katalysator für gleich mehrere Trends: das Zweirad als Sportgerät angesichts geschlossener Fitnessstudios und brach liegender Vereinssport-Angebote - ebenso wie das Fahrrad als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Abstand halten, bitte! Und dann natürlich noch die Möglichkeit, Urlaubstouren mit dem Rad zu machen.

"In allen Bereichen berichten unsere Händler, dass in diesem Jahr wirklich viele Kunden hinzugekommen sind, für die Radfahren vor Corona kein Thema war", sagt Andreas Krajewski. Mehr als nur eine Kurzschlusshandlung in der ersten Welle?

Wir haben selbst jetzt kurz vor dem Winter eine ungebrochene Nachfrage. Ich denke, dass dies eine nachhaltige Entwicklung ist.
Andreas Krajewski, Marketing Manager bei Cannondale

Für manchen bedeutet dies nicht nur ein Trend hin zum Fahrrad - sondern auch weg vom Auto. Jörg Matheis, Kommunikationschef beim Fahrradersteller Riese & Müller, sieht beispielsweise eine immer jünger werdende Kundschaft, die nach Alternativen fürs Auto sucht: Familien. So habe die Nachfrage nach E-Bikes in den letzten Jahren ohnehin stetig zugenommen. "Aber gerade in einem Segment wie den E-Cargobikes, die vor einiger Zeit noch eine Nische waren, sehen wir einen richtigen Boost", so Matheis.

Tipps um als Fahrradfahrer im Winter sicher ans Ziel zu kommen.

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5 min
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Trend hin zum Rad und weg vom Auto

Das motorisierte Lastenrad als Transportmittel für Kinder und Einkäufe im Alltag - und ein Leihwagen, wenn längere Strecken nötig sind: Damit freunden sich immer mehr Familien an. Auch die Entscheidung, zum Pendeln aufs E-Bike umzusteigen, liegt im Trend. Gerne auch auf ein S-Pedelec mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit. "Dass ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 bis 37 km/h auch auf Nebenstrecken genau so schnell wie mit dem Auto zur Arbeit kommen kann, hat im Corona-Jahr noch mal deutlich mehr Menschen für diese Art der Mobilität begeistert", so Jörg Matheis.

Aktuelle Fahrrad-Trends:

Auch ohne die Fahrradmesse Eurobike haben die Hersteller längst ihre Kollektionen der Saison 2020/21 ausgerollt, viele Modelle stehen bereits jetzt bei den Händlern. Und werden schon fleißig gekauft. Was natürlich für fortdauernde Glücksmomente bei den Produzenten sorgen dürfte - aber auch für manch Kopfzerbrechen. "Auch wenn wir derzeit davon ausgehen, dass der positive Trend sich fortsetzt, ist es doch ein wenig der Blick in eine Glaskugel", sagt von Hacht.

Denn auch vorher schon hätten die Zulieferer ja nicht auf Sparflamme produziert. "Die Menge der Fahrräder, die wir bauen können, ist über die Zulieferkapazitäten begrenzt." Und schon jetzt sei absehbar, so von Hacht, dass es in bestimmten Segmenten auch im Zubehörbereich ziemlich eng werden könnte – beispielsweise bei Fahrradtaschen oder Helmen, die schon jetzt nicht mehr lieferbar seien. "Das wäre vor einigen Monaten unvorstellbar gewesen."

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