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Rückzug in Krisenzeiten - Fanderl verlässt Galeria Kaufhof Karstadt

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Der Warenhausgigant Galeria Karstadt Kaufhof kommt nicht zu Ruhe: Nun tritt mitten in der Corona-Krise nach langer Abwesenheit Konzernchef Stephan Fanderl zurück.

Karstadt-Kaufhof-Chef Fanderl will Konzern verlassen. Archivbild
Seit 2014 war Fanderl Vorstandsvorsitzender von Karstadt, übernahm nach der Fusion die Leitung von Galeria Karstadt Kaufhof.
Quelle: Oliver Berg/dpa

Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof verliert mitten in der Corona-Krise und im Überlebenskampf seinen Chef: Stephan Fanderl verlässt das Unternehmen.

"Die Trennung erfolgt einvernehmlich", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des Warenhausriesen und seines Mutterkonzerns Signa. Auch als Geschäftsführer von Signa Retail trat Fanderl zurück. Zu den genauen Gründen für die Trennung äußerten sich die Unternehmen nicht.

Rückzug nach gesundheitlichen Beschwerden

Der Abgang von Fanderl kommt nicht überraschend. Schon seit Wochen war der Manager nicht mehr in Erscheinung getreten. Er habe sich nach einem Bandscheibenschaden den notwendigen Rehabilitationsmaßnahmen unterziehen müssen und deshalb die Rettungsbemühungen der vergangenen Wochen von außen miterleben müssen, bedauerte der Manager.

Die Corona-Krise sei ein schwerer Schlag für den Konzern, biete aber "auch die Chance auf eine Neuorientierung". Vor diesem Hintergrund Erfolge die Trennung.

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich in einem Schutzschirmverfahren. Womöglich muss ein Drittel der gut 170 Filialen schließen. Beim Treffen zwischen den Sanierern und den Gewerkschaften geht es um die Existenz Tausender Mitarbeiter.

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Konflikte mit Galeria-Eigentümer und Arbeitnehmern

In Unternehmenskreisen war allerdings auch von Konflikten Fanderls mit dem Eigentümer der Warenhauskette, dem österreichischen Milliardär René Benko, zu hören. Bei den Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft Verdi dürfte der Abgang Fanderls ohnehin wenig Bedauern auslösen.

In Gewerkschaftskreisen wird dem Manager vorgehalten, bei der Sanierung einseitig auf Sparmaßnahmen und Personalabbau gesetzt zu haben und ein tragfähiges Zukunftskonzept für die Warenhäuser schuldig geblieben zu sein.

Erst kürzlich hatte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman, mit Blick auf den bei der Warenhauskette drohenden Stellenabbau verlangt: "Wenn Entlassungen anstehen, muss Dr. Fanderl als Erster gehen."

Dreiergespann übernimmt Managerposten

Galeria Karstadt Kaufhof soll nun zunächst von Finanzvorstand Miguel Müllenbach, dem Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz und dem vom Gericht bestellten Sachwalter Frank Kebekus geführt werden. Die Manager hatten schon seit Beginn des Schutzschirmverfahrens Anfang April de facto das Sagen bei dem Handelsriesen.

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