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Industrie erwartet Anstieg der Fleischpreise

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Geplantes Werkvertragsverbot - Industrie erwartet Anstieg der Fleischpreise

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Die Fleischwirtschaft bezeichnet das geplante Verbot von Werkverträgen als verfassungswidrig. Dieses werde zu steigenden Preisen und Abwanderung von Betrieben ins Ausland führen.

Ein Mitarbeiter einer Metztgerei wiegt Fleisch ab und druckt einen Kassenbon aus.
Die Branche rechnet mit einem Preisanstieg zwischen zehn und 20 Prozent je Kilo Fleisch (Symbolfoto).
Quelle: dpa

Die deutsche Fleischwirtschaft hält das von der Bundesregierung geplante Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in ihrer Branche für verfassungswidrig und prognostiziert deutlich steigende Fleischpreise.

In einer Stellungnahme des Sozialpolitischen Ausschusses der Branche zum Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) heißt es laut der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ), es sei nicht erklärbar, warum beim Portionieren und Verpacken von Käse künftig anderes Arbeitsrecht gelten solle als bei Wurst.

Nach massenhaften Corona-Infektionen bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies diskutiert ganz Deutschland über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Werkvertragmitarbeitern.

Beitragslänge:
29 min
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"Ungleichbehandlung der Fleischbranche"

Das Gesetz gehe zu weit und stelle eine "abstruse Ungleichbehandlung" gegenüber anderen Branchen dar, zitiert die "NOZ" weiter aus dem Schreiben. Die Fleischwirtschaft sei auch künftig auf Leiharbeiter angewiesen, um Produktionsspitzen etwa zur Grillsaison abfangen zu können.

Würden Werkvertrag und Leiharbeit verboten, verteure das die Produktion.

Der Verbraucherpreis dürfte demzufolge um zehn bis 20 Prozent je Kilo und Produkt ansteigen.
Sozialpolitischer Ausschuss der Fleischwirtschaft

Es sei damit zu rechnen, dass die Produktion ins Ausland abwandere - inklusive der Tierhaltung. Eine Herstellung in Deutschland sei dann nicht mehr wettbewerbsfähig.

Bedingungen für Leiharbeiter verbessern

In der Stellungnahme wird ein Branchentarifvertrag als Alternative genannt. Dieser "wäre das effektive Mittel, um Schlupflöcher für schwarze Schafe zu schließen". In einem Branchentarifvertrag könnten dann auch Vorgaben zur Unterbringung von Leiharbeitern gemacht werden, was in einem Gesetz nicht möglich sei.

Als Konsequenz aus einer Häufung von Corona-Infektionen in Schlachthöfen will die Bundesregierung Werkverträge dort verbieten. Nur noch Angestellte des eigenen Betriebs sollen Tiere schlachten und zerlegen dürfen.

Hubertus Heil will das Verbot vorziehen

Der Kabinettsbeschluss sieht vor, die Werkverträge ab 1. Januar 2021 zu untersagen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dies jedoch vorziehen. In einer Reaktion auf einen ZDFheute-Tweet bezeichnete er die Warnungen der Fleischwirtschaft als "plumpen Lobbyismus" und kündigte an, für einen "anständigen Arbeitsschutz zu sorgen".

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