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‎"Die große Ost-Bilanz"‎ - Frank Thelen: "Osten muss mutiger werden"‎

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‎"Die Chancen für den Osten sind gewaltig!" Investor Frank Thelen blickt 30 Jahre ‎nach der Einheit optimistisch in die Zukunft. Warum? Das verrät er in einer neuen ‎ZDFzeit-Doku.‎

Frank Thelen
Der Unternehmer Frank Thelen sieht im Osten Potenzial.
Quelle: Frank Thelen / frank.io

Es bewegt sich was im Osten: Internationale Firmen investieren Milliarden in den ostdeutschen Bundesländern, aber auch junge Startups zieht es plötzlich nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Sachsen-Anhalt. Wo stehen Ost und West nach 30 Jahren Einheit? Das untersucht jetzt eine exklusive Studie im Auftrag von ZDFzeit.

Wirtschaftsexperten wie Unternehmer Frank Thelen sehen die Entwicklung für den Osten positiv: "Im Osten ist man gefühlt noch hungriger ist als im Westen. In den alten Bundesländern gibt es schon sattere Städte, wo es eh schon gut läuft."

Im Osten gibt es Regionen und Städte, die sich noch mehr über Arbeitsplätze freuen und da auch noch progressiver drauf zugehen.

Beispiel Startups: Mittlerweile sind laut Deutschem Startup Monitor 2019 fast ein Viertel der deutschen Startups im Osten beheimatet.

Der Osten lockt die Startups

Auch Jenny Müller (36) zog es mit ihrem jungen Unternehmen von München nach Halle in Sachsen-Anhalt. Sie produziert mit ihrer "Frischemanufaktur" Erfrischungsgetränke mit frischen Früchten, die besonders lange haltbar sind. Diese Idee lockte Investoren. Das beste Angebot kam jedoch mit der Bedingung, dass sie nach Sachsen-Anhalt ziehen muss.

"Da dachte ich erstmal: auf keinen Fall." Doch dann ging sie nach Halle/Saale und sagt heute: "Es war das Beste, was mir passieren konnte." Für Investor Frank Thelen macht diese Entscheidung Sinn: "Weil dort die Löhne deutlich niedriger sind, ebenso die Lebenshaltungskosten. Da bietet Halle einfach den besseren Standort als München."

Den besseren Standort bieten viele Regionen Ostdeutschlands auch großen Firmen aus dem Ausland. Denn die 103 Milliarden, die der Bund seit der Wende in die Verkehrsinfrastruktur der neuen Länder pumpte, haben sich gelohnt. Autobahn- und Bahnverbindungen sind teils besser als im Westen.

Der Osten ist wieder attraktiv

Tesla-Chef Elon Musk hat das Potential Ostdeutschlands längst erkannt. Er baut künftig in Brandenburg eine halbe Million E-Autos pro Jahr. Aber auch in der thüringischen Provinz tut sich was: Einer der größten Elektrobatterie-Hersteller der Welt (CATL) errichtet gerade sein erstes Europa-Werk im 28.000 Einwohner Ort Arnstadt.

An der geplanten Riesen-Fabrik im brandenburgischen Grünheide scheiden sich die Geister.

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Günstiges Bauland, geringe Löhne, dazu jede Menge Förderungen. Das überzeugte die Chinesen - und auch Frank Thelen sieht Potential in der E-Mobilität: "Das ist die große Chance für den Osten. Wir müssen sehen, dass es echt toll ist, dass da Arbeitsplätze und Technologien geschaffen werden."

Fachkräftemangel trifft den Osten besonders hart

Aber woher kommen die bis zu 2.000 Mitarbeiter? Denn vor allem im Osten ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Die Massenabwanderung nach der Wende hat den Osten alt gemacht. Das zeigt auch die Studie: In den ostdeutschen Flächenländern sind die Einwohner am ältesten in ganz Deutschland. 48 Jahre im Durchschnitt im ältesten Bundesland Sachsen-Anhalt.

Der Bedarf an jungen, qualifizierten Fachkräften ist gewaltig, so Investor Frank Thelen: "Wir wissen ja, dass der Fachkräftemangel auf jeden Fall zunehmen wird. Aber das könnte für den Osten auch eine Chance sein. Er muss sich nur trauen, noch stärker in Universitäten zu investieren. Dann würden sich dort auch gute Unternehmen ansiedeln."

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