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Fraport: Nur langsame Erholung in der Krise

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Frankfurter Flughafen - Fraport: Nur langsame Erholung in der Krise

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Die Corona-Krise macht dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport schwer zu schaffen. Die Passagierzahlen sind um rund 70 Prozent gesunken.

Der Schriftzug Frankfurt Airport. Archivbild
Die Corona-Krise sorgt für hohe Verluste beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport.
Quelle: Silas Stein/dpa

Die Corona-Pandemie hat dem Flughafenbetreiber Fraport enorm zugesetzt. Trotz eines kleinen Lichtblicks im Sommer bleiben die Aussichten trübe. Gut eine halbe Milliarde Euro Verlust verbuchte das Unternehmen in den ersten neun Monaten dieses Jahres.

Fraport schreibt tiefrote Zahlen

"Die Lage der Branche ist weiterhin sehr angespannt", sagt Fraport-Chef Stefan Schulte. "Wir rechnen frühestens im kommenden Sommerflugplan mit einer Erholung."

Auf dem größten Flughafen des Kontinents starteten und landeten in den ersten neun Monaten 16,2 Millionen Reisende, das waren 70 Prozent weniger als vor einem Jahr. Maximal 19 Millionen werden es im laufenden Jahr werden – die aktuellen Reisebeschränkungen legen den Flugverkehr ja wieder weitgehend lahm.

Erst 2025 auf altem Niveau?

"Die Branche hat viel dafür getan, den Luftverkehr auch im Lockdown offenzuhalten, um den Frachtverkehr oder Rückkehrflüge zu organisieren", sagt Schulte.

Luftverkehr ist essentiell, damit die deutsche Wirtschaft sich erholen kann und der Standort Deutschland nicht zu sehr leidet.
Fraport-Chef Stefan Schulte

Über die weiteren Maßnahmen und mögliche staatliche Hilfen berät die Branche an diesem Freitag auf dem Luftverkehrsgipfel. Doch es dürfte noch Jahre dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist. Schulte rechnet damit erst 2025. Entsprechend hat der Flughafenbetreiber seine Planung für die Eröffnung des dritten Terminals in Frankfurt angepasst. Das sollte eigentlich 2023 geschehen, nun streckt Fraport den Bau und eröffnet ihn frühestens 2025, ebenso wie den Flugsteig G, der extra für die Billigflieger geplant ist.

Die Corona-Krise hat für einen massiven Umsatzeinbruch beim Flughafenbetreiber Fraport gesorgt, der dagegen steuern will. ZDF-Korrespondent Frank Bethmann berichtet von der Börse.

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Kostensenkungen greifen

Auch an anderer Stelle spart Fraport - so sehr, dass im dritten Quartal sogar ein operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor Sondereinflüssen von gut 29 Millionen Euro erzielt wurde. Im zweiten Quartal stand da noch ein Verlust von 107 Millionen Euro. Die Kostensenkungen greifen, doch die Auswirkungen der Krise schmerzen, vor allem in Frankfurt.

Fraport gilt als "Jobmotor" im Rhein-Main-Gebiet. Zuletzt arbeiteten 22.000 Mitarbeiter dort. "Allerdings sind die Arbeitnehmer am Flughafen Frankfurt recht gut abgesichert", sagt Analyst Dirk Schlamp von der DZ-Bank. "Wer 15 Jahre oder länger beschäftigt ist und älter als 40 Jahre, der ist faktisch unkündbar." Doch einige Mitarbeiter gehen vorzeitig in den Ruhestand, der geplante Abbau von 4.000 Jobs kommt deshalb und etwa durch ein Freiwilligenprogramm gut voran. Über etwa 300 Stellen verhandelt das Unternehmen noch, hofft aber, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen.

70 Prozent weniger Passagiere

Reisende am Flughafen in der Abflughalle. Archivbild
Derzeit ist wenig los am Frankfurter Flughafen.
Quelle: Andreas Arnold/dpa

Obwohl der Passagierverkehr um 70 Prozent zurückgegangen ist, sanken die Einnahmen aus dem Einzelhandels- und Gastronomiegeschäft in Frankfurt nur um gut zwei Drittel - und das, obwohl das Terminal 2 geschlossen ist und die ausgabefreudigen asiatischen Passagiere fehlen. Die Verbleibenden geben mit durchschnnittlich 4,40 Euro deutlich mehr aus als bisher. Sie haben weniger Stress und mehr Platz, begründet das Finanzvorstand Matthias Zieschang.

Fraport erhält eine Provision von den Umsatzerlösen. "In Normalzeiten ist das Flughafengeschäft eine Lizenz zum Gelddrucken", sagt Analyst Schlamp. Die anderen der insgesamt 31 Flughäfen, an denen der Konzern beteiligt ist, etwa im chinesischen Xi’an oder in St. Petersburg, leiden nicht alle so stark unter der Krise. Vor allem dürften sie sich schneller wieder erholen, weil sie stärker vom Urlaubsverkehr profitieren, sobald die Pandemie nachlässt. Der Flughafen Rhein-Main jedoch ist stark auf den Interkontinentalverkehr und auf Geschäftsreisen angewiesen. Die aber dürften nicht so schnell wieder anspringen.

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