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Familienfirmen in Männerhand : Immer noch kaum Frauen in Führungspositionen

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Die 100 größten deutschen Familienunternehmen holen kaum Frauen in ihr Management. DAX-gelistete Unternehmen haben im Vergleich deutlich mehr weibliche Führungskräfte eingestellt.

Verschwommene Bewegung von Geschäftsleuten mit Gepäck, die im Kongresszentrum laufen
Geschäftsleute (Symbolbild)
Quelle: imago

Obwohl Familienunternehmen den Ruf haben, nicht nur in Zahlen und Quartalen zu denken, sondern auch für starke Werte und eine langfristige und stabile Identität zu stehen, liegen sie bei der Besetzung von Frauen in der Geschäftsführung deutlich zurück. Das zeigt eine Studie der AllBright Stiftung.

Familienunternehmen holen wenig Frauen in die Führung

Der Anteil weiblicher Führungskräfte in den 100 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen liegt bei 8,3 Prozent und hat sich damit seit März 2020 (6,9 Prozent) kaum gesteigert. In über zwei Drittel (68 Prozent) der Familienunternehmen sitzt keine einzige Frau in der Geschäftsführung.

Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören und der Tierbedarfs-Spezialist Fressnapf schneiden mit den größten, rein männlichen, Führungsteams am schlechtesten ab. Die Schwarz-Gruppe hat offenbar 2021 sogar zwei Frauen in der Geschäftsführung durch Männer ersetzt.

DAX wird zunehmend weiblicher

Dagegen treffen Börsenunternehmen der Studie zufolge fortschrittlichere Personalentscheidungen. Von 160 im Dax, MDax oder SDax gelisteten Unternehmen haben 14,3 Prozent ihre Vorstandspositionen mit Frauen besetzt. Vor zwei Jahren war es noch nur jede zehnte Firma (10 Prozent). Doch auch das sei im internationalen Vergleich ungewöhnlich wenig. Allerdings ist bei den 40 DAX-Unternehmen beinahe jede fünfte Führungskraft (19,8 Prozent) eine Frau, hier ist der Anteil verglichen mit 2020 um 5 Prozent gestiegen.

Auch bei den 19 Familienunternehmen, die an der Frankfurter Börse notiert sind, ist der weibliche Anteil in Geschäftsführungen mit 16,4 Prozent deutlich größer. "Sie stehen am stärksten im öffentlichen Fokus, unterliegen einer strengen Transparenzpflicht und sind meist internationaler aufgestellt", schreibt die AllBright Stiftung. Familienmitglieder sitzen dort häufig im Aufsichtsrat und halten einen großen Teil der Aktien, während die Geschäftsführung an familienfremde Manager übertragen wird. So ist es beispielsweise bei BMW, Continental oder Henkel, die zudem weibliche Führungsmitglieder beschäftigen.

Auch Familienunternehmen profitieren von mehr Vielfalt

Auch private Familienunternehmen sollten sich daran ein Beispiel nehmen und ihre Firmenstrukturen modernisieren, appellieren Wiebke Ankersen und Christian Berg, Geschäftsführer der AllBright Stiftung:

Die Familienunternehmen riskieren, in der Konkurrenz um die besten Köpfe zu Arbeitgebern zweiter Wahl zu werden.
Wiebke Ankersen und Christian Berg,Geschäftsführer der AllBright Stiftung

"Diversität zieht Top-Talente an, ein veraltetes Führungsverständnis tut es nicht", so Ankersen und Berg weiter. Das bekräftigt auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in einem Schlusswort zur Studie: "Mehr Vielfalt in den Unternehmen führt eben auch zu mehr Kreativität, mehr Lösungskompetenz, mehr Innovationen - das belegen zahlreiche Studien der vergangenen Jahre." Ein standardisiertes Auswahlverfahren, wie bei Börsenunternehmen, kann sich also auch für Familienunternehmen lohnen. Denn mehr Frauen im Management tragen langfristig auch zum Unternehmenserfolg bei.

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